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Grabauer wollen ihre Dorfstraße nicht den Rasern überlassen

Grabau Grabauer wollen ihre Dorfstraße nicht den Rasern überlassen

Viele Autofahrer in Grabau sind zu schnell unterwegs. Die Bürger fordern jetzt Tempo-30-Schilder zurück.

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Jeder zweite Autofahrer ist in Grabau zu schnell unterwegs. Bürgermeister Hans-Joachim Wendt (l.) und Anwohner Henning Ramm fordern deshalb adäquate Lösungen vom Kreis, die das Tempo drosseln.

Quelle: Fotos: Matzen

Grabau. Einflugschneise Grabau — viel zu schnell brettern Autofahrer auf der L 226 in die Ortschaft. Manche haben 70 auf dem Tacho, andere über 80, wo 50 Stundenkilometer erlaubt sind. „Regelrecht gerast wird hier in der Rosenstraße. Anlieger beschweren sich, dass die Autos hier mit viel zu hohen Geschwindigkeiten durch das Dorf fahren“, sagt Bürgermeister Hans-Joachim Wendt (Wählergemeinschaft Grabau). Jetzt denkt die Gemeinde darüber nach, wie man die Raser ausbremsen kann.

 

LN-Bild

Die Rethwischer wollen eine Geschwindigkeits-Messanlage.

Quelle:

„Bis Oktober 2014 hatten wir hier eine 30-Zone. Zu der Zeit hat die Polizei auch viel mehr geblitzt“, so Wendt. Aber dann sei das Gesetz dahingehend geändert worden, dass 30-Zonen nur noch vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen eingerichtet würden, nicht mehr dort, wo Kinder aus dem Bus steigen. „Das wurde in Stormarn auch gleich umgesetzt. Die 30-Schilder in der Rosenstraße wurden abmontiert, seitdem gilt hier Tempo 50, woran sich aber kaum einer hält“, schimpft der Bürgermeister. Und geblitzt worden sei seitdem auch kaum noch: „Ein-, zweimal im letzten Jahr vielleicht. Wir haben deshalb bei der Polizei nachgefragt, ob sie nicht öfter blitzen könnten. ,Keine Kapazitäten‘, haben die geantwortet.“.

Viele Grabauer wie Henning Ramm sorgen sich deshalb um ihre Kinder. „Nicht alle Eltern können ihre Kinder zum Bus bringen und wieder abholen. Also müssen die Kleinen allein über die Straße. Da kann man sie nur jeden Tag darauf aufmerksam machen, wie gefährlich das ist und dass sie dreimal gucken müssen“, sagt der vierfache Familienvater. „Auch unsere Senioren sind gefährdet — sie müssen die Straßenseite wechseln, wenn sie zur Kirche oder zum Friedhof wollen. Gerade eben ist erst eine Gruppe von älteren Leuten über die Straße gegangene. Es ist ein Wunder, dass noch nichts passiert ist“, so der Bürgermeister.

„Da kommt wieder ein Raser“, sagt Henning Ramm und weist auf das mobile Geschwindigkeitsmessgerät, das sich die Gemeinde vor Jahren angeschafft hat und das derzeit in der Rosenstraße Höhe alter Putenstall steht. 71 Sachen zeigt das Gerät an, woraufhin der Fahrer sein Tempo drosselt. „Bei den Messungen werden auch die Daten gespeichert“, so Wendt. Die jüngste Auswertung habe enorme Eingangsgeschwindigkeiten ergeben. Wendt: „Autofahrer heizen oft mit über 80 Stundenkilometern in den Ort, beim Anblick der Messtafel reduzieren sie dann immerhin ihre Geschwindigkeit.“

Beim Kreis hat die Gemeinde eine Bedarfsampel beantragt. „,Tut nicht nötig‘, haben wir als Antwort bekommen“, ärgert sich der Bürgermeister. „Ich sehe mich vom Kreis total allein gelassen mit der Problematik.“ Aufgeben will er dennoch nicht. Im Gegenteil: Jetzt stellt die Gemeinde Überlegungen an, entweder eine feste Geschwindigkeitsmessanlage zu installieren oder bauliche Maßnahmen vorzunehmen. „Wir könnten Gatter links und rechts an der Straße aufbauen. dadurch entsteht der optische Eindruck einer Verengung der Straße“, weiß Henning Ramm. Doch all das seien nur Alternativen zu der Lösung, die die Grabauer eigentlich wollen: „Wir wollen eine adäquate Lösung zur Reduzierung der Geschwindigkeit — und deshalb fordern wir die 30-Schilder zurück.“

Temposünder sorgen auch in Rethwisch für eine erhebliche Gefährdung

Auch Rethwisch hat ein Raserproblem. „Manche fahren mit bis zu 100 durchs Dorf“, sagt Bürgermeister Jens Poppinga. Problem: Der Ort liegt an der Bundesstraße B 208 in Richtung Ratzeburg, zwei Kilometer von der Autobahn 1 entfernt. „Die Leute, die durch unser Dorf fahren, haben es immer eilig. Entweder wollen sie morgens schnell auf die Autobahn zur Arbeit, oder sie kommen von der Autobahn und wollen schnell nach Haus“, erzählt eine Anwohnerin. Abbremsen würde selbst an der Bushaltestelle kaum ein Autofahrer, habe sie beobachtet. „Manche überholen sogar mitten im Dorf“, weiß

der Bürgermeister. Viel Verkehr, rücksichtslose Autofahrer: Eltern von Schulkindern und ältere Menschen machen sich deshalb Sorgen. Um die Straße sicherer zu machen, denkt die Gemeinde jetzt darüber nach, eine Geschwindigkeitsmess-Anlage installieren. „Wir werden Angebote dafür einholen. Die liegen so zwischen 1000 und 3000 Euro.“ Angeschafft werden soll auf jeden Fall eine Anlage, die die Daten auch speichert. Damit wird gezählt, wann Temposünder wie schnell unterwegs sind.

Von Britta Matzen

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