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Stormarn Große Personalnot im Familienzentrum Bargteheide
Lokales Stormarn Große Personalnot im Familienzentrum Bargteheide
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22:12 20.01.2017
Monika Heinold (l.) war zu Gast, um sich bei Pastor Andreas Feldten und der stellvertretenden Kita-Leiterin Gudrun Krogmann zu informieren. Quelle: Foto: B.albrod
Bargteheide

Das Gesicht der Kinderbetreuung hat sich geändert und sich von der reinen Kinderbetreuung weiterentwickelt zu einer Betreuung der ganzen Familie. Seit August 2014 gibt es ein Landesprogramm, um den Aufbau und den Betrieb von Familienzentren in Schleswig-Holstein zu fördern. In Bargteheide ist die evangelische Kirche Träger der Einrichtung, die in der Lindenstraße ihren Sitz hat und den Sozialraum Bargteheide und Bargteheide-Land betreut. Hier werden Beratungs- und Betreuungsangebote aus der gesamten Region zusammengeführt. Gestern war Schleswig-Holsteins Finanzministerin und Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl, Monika Heinold, zusammen mit Ruth Kastner, Landesvorsitzende der Grünen aus Bargteheide, zu Gast, um sich zu informieren.

Großeltern auf Zeit

Das Familienzentrum Bargteheide hatte vor einiger Zeit Eltern gefragt, welche Angebote sie sich wünschen. Als Ergebnis wird es am Dienstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr erstmals ein offenes Treffen im Haus geben, das Eltern und Senioren zusammenbringt, die sich vorstellen könnten, als „Oma und Opa auf Zeit“ zu arbeiten.

„In der kommenden Legislaturperiode soll die Kita-Finanzierung neu aufgestellt und mit einem klaren Rahmen versehen werden“, kündigte Monika Heinold an. Das Geld solle aufgestockt werden, um flächendeckend Familienzentren aufzubauen. Wichtig sei in ihren Augen die Qualität der Betreuung. In Hamburg gebe es teilweise kostenfreie Angebote bei Kitas, da müsse in Schleswig-Holstein auf die Qualität des Angebots gesetzt werden.

Pastor Andreas Feldten, Geschäftsführer des Bargteheider Familienzentrums, meldete klare Wünsche an, um die Aufgaben eines Familienzentrums zufriedenstellend erfüllen zu können. „Qualität ja, die Mitarbeiter werden zusätzlich geschult, aber die Personalnot ist groß“, erklärte Feldten. Viele Stellen könnten nicht besetzt werden, auch wenn das Land mittlerweile in Bargteheide Fördermittel für eine zusätzliche Stelle bei der Betreuung über sieben Stunden zur Verfügung gestellt habe. Grund sei die aufwendige Bürokratie. „Die Fördermittel müssen jedes Jahr neu beantragt werden“, erklärte er.

Die Bewilligungsbescheide würden sich dann verzögern, so dass nie Klarheit bei der Finanzierung für die Zukunft herrsche. „Für die Über-Sieben-Stunden-Betreuung haben wir im August 2016 Mittel beantragt, die im September bis Ende 2016 bewilligt wurden. Wie soll ich da jemanden einstellen?“ Die evangelische Kirchengemeinde habe auch nichts dagegen, muslimische Mitarbeiter zu beschäftigen.

Nötig sei aber Planungssicherheit mit verlässlichen Förderstrukturen, erklärte Feldten.

Das Familienzentrum in Bargteheide wird von Rita Bogateck koordiniert. Unter einem Dach finden sich Kita, Erziehungsberatung, Schuldnerberatung oder Vermittlungsangebote zu Lernförderung, Logopädie oder zum Legasthenieverein. Gegenüber des Familienzentrums liegen Förderzentrum und Kinderschutzbund, die ebenfalls gut mit dem Familienzentrum vernetzt sind. „Dadurch, dass ich die Erziehungsberatung vor Ort anbiete, erreiche ich Eltern, die sonst nicht zu mir kommen würden“, schilderte Barbara Suckow von der Erziehungsberatungsstelle ihre Erfahrung mit dem Familienzentrum.

„Wenn wir früh helfen können, werden kleine Sorgen nicht zu großen Sorgen.“ Sie wünschte sich mehr Mitarbeiter.

Messbar sei der Erfolg des Familienzentrums noch nicht, so die Koordinatorin, messbar sei aber, dass die Website des Familienzentrums, die als Muster auch für andere Familienzentren diene könne, sehr gut nachgefragt sei. Unter www.familienzentrum-bargteheide.de sind hier alle Angebote für Familien gebündelt.

 Bettina Albrod

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