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Stormarn Große Wärme machte die Karpfen putzmunter
Lokales Stormarn Große Wärme machte die Karpfen putzmunter
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18:06 22.10.2012
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Stormarn

Reinfeld – Teichpächter Alfred Wenskus ist ein Geheimniskrämer – zumindest, wenn es um die Zahl der geernteten Karpfen geht, die am Tag des Abfischens am Reinfelder Herrenteich in den Hältern landen. „Mein Mann hat mir auch im Vorfeld nicht verraten, wie viel er reingesetzt hat“, sagte Ehefrau Annegret Wenskus am Rande des Spektakels am Sonntag. „So viele jedenfalls, wie der Geldbeutel hergab. Er hofft, dass der Ertrag gut ist und will es mir erst dann sagen.“

Sorgen machten Wenskus allerdings die feuchten „Flüchtlinge“, die er am abgelassenen Herrenteich beobachtete: „Die hauen ab“, meinte er mit Blick in die Ferne am Seeufer. Denn wegen des aus seiner Sicht viel zu warmen Oktoberwetters waren die Karpfen nicht wie gewohnt träge, sondern recht munter und hüpften flink in das tiefere Wasser, um dem unerbittlichen Wehr und den Auffangnetzen zu entgehen. „Wir müssen den Teich weiter ablassen, um die zu kriegen“, so der 59-Jährige.

Ein Trost allerdings ist die ausgesprochen gute, im Vorfeld der Karpfenprobe geprüfte Qualität des Reinfelder Karpfens in diesem Jahr: Sie sei laut Kreisveterinär Dr. Paul Gerhard Domke besonders gut. „Das lag am Wetter“, weiß Annegret Wenskus. „Es gab viel Regen, es war warm, aber nicht zu heiß.“ Rechtzeitig zum Karpfenfest vom 31. August bis zum 2. September hatte das Fischhaus bereits die ersten Karpfen der Saison aus dem Wasser geholt.

Das offizielle Abfischen aber ist ein Muss auch für die vielen Schaulustigen, die sich auch diesmal wieder zahlreich am Fischhaus drängelten. Kinder, Eltern und Großeltern standen wie gewohnt fasziniert vor der Sortierstation, an der Familie Wenskus mit vielen Helfern in grünen Wathosen zunächst die wild zappelnde Vorhut sortierte – vor allem Hechte und kleine Barsche. Mittendrin auf einmal eine Regenbogenforelle, zum Entzücken von kleinen und großen Kennern. Behutsam trug Alfred Wenskus das Tier zu seiner Frau, die es dann im Fischladen ihrem weiteren Schicksal zuführte.

Ein Raunen ging durch die Menge, als schließlich der erste große Karpfen in einer Bütte landete. „Auf den richtig Großen warten wir noch“, so Alfred Wenskus, „dieser hier hat vielleicht acht bis neun Kilo.“ Im Vergleich zu dem 15 bis 20 Kilo-Kaventsmann ein Leichtgewicht. Der Riesenfisch wird alljährlich wieder zurück in den Teich gesetzt und bleibt vor der Pfanne verschont.

Mitten im Geschehen, die Gesichter mit Schlammwasser bespritzt, waren die beiden zwölfjährigen Freunde Marc und Niklas. Sie angeln gern und kennen keine Scheu vor glitschigem Zappelfisch. Beherzt packten sie mit an, gaben zwischendurch mal schnell einem NDR-Fernsehteam ein kurzes Interview. „Es macht uns richtig Spaß“, so Marc. Kräftige Männer hielten die gefüllten Bütten immer wieder auf den Lift, kernig bedient von Alfred Leschert („Wenn die Bütten aus sind, müssen wir nach Büttenwarder“), einen Teil schleppten sie unter lauten „Vorsicht“-Rufen die Treppe hoch. Oben wartete schon ein Lastwagen mit Ziel Bayern – der aber verlud nur Brassen, Barsche und Hechte. Die Karpfen dagegen sollten noch ihre Reise in Richtung Oberpfalz antreten.

Wie viele geerntete Karpfen es nun wirklich waren, das wird Geheimniskrämer Alfred Wenskus dann später verraten – zumindest seiner Frau Annegret.

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