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Stormarn Großenseer Künstlerfamilie Duwe unter einem Dach
Lokales Stormarn Großenseer Künstlerfamilie Duwe unter einem Dach
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21:34 19.04.2017
Erfolgreiche Künstlerfamilie: Heilwig Duwe-Ploog (92,) inmitten ihrer Kinder Katharina, Johannes und Tobias Duwe (v. l.). Quelle: Foto: M. Pantelmann

Eine außergewöhnliche Ausstellung mit Bildern einer außergwöhnlichen Familie aus Großensee wurde jetzt in der Handelskammer Hamburg eröffnet: „Zwei Generationen mit fünf Personen, für die es das ganze Leben nichts anderes gibt als die Malerei“, sagte Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer, bei der Vernissage vor rund 500 Besuchern – und meinte damit die Künstlerfamilie Duwe mit Harald und Heilwig sowie deren drei Kindern Katharina, Johannes und Tobias.

Fünf Künstler und zwei Generationen, das ist wohl einmalig in Deutschland. Sie stehen für die figurative Malerei aus Überzeugung und allen wechselnden Trends des Kunstmarktes zum Trotz. „Alle sind beruflich ausgesprochen erfolgreich, jeder ist seinen Weg gegangen, die Arbeiten befinden sich in Kunsthallen und Galerien. Die Strahlkraft ihrer Bilder reicht über die Landesgrenzen hinaus“, führte Schmidt-Trenz aus und verlieh seiner Freude Ausdruck, dass die Malerfamilie für ein solches Projekt bereit war. Das Konzept der Ausstellung zeige, dass die Duwe-Bilder nicht nur aus der erlebten Wirklichkeit kommen, sondern auch Wirklichkeit erzeugen.

In einer Retrospektive sind 120 Bilder mit einem umfassenden Werk der Duwe-Dynastie zu sehen. Prof. Heinz Spielmann, Kurator dieser Ausstellung, der aus einer „reichen Ernte auswählen durfte“, sprach von einer „Malerei der sichtbaren Welt“. Sie könne ernsthaft, heiter, kritisch bis hin zum Provokanten sein. Die Werke von Harald Duwe, der 1984 im Alter von 58 Jahren tödlich verunglückte, seien auch geprägt durch Kriegserfahrung und Zerstörung. Anfangs sei es die Landschafts- und Porträtmalerei gewesen, „er blieb aber kein schmeichelnder Porträtist“.

Die Bilder von Heilwig Duwe-Ploog (92) strahlten Gelassenheit und Melancholie aus. Sie bündele in ihren Werken private Erfahrungen der Alltagswelt, Interieurs und Strandbilder. Die kompakte, fast plakative Malerei von Katharina Duwe (64) schaffe Flächen mit einer Sinn-Aura, in der Zusammenhänge, Ursachen und Wirkung auf die Probe gestellt werden. „Sie sieht sich als Teil der Alltagswelt mit der damit verbundenen Vergänglichkeit“, sagte Spielmann. „Ebenfalls Johannes Duwe (60), der die Welt als Zustandsbeschreibung malt.“ Er sei ein objektiver Maler und ein vorzüglicher Porträtist.

Tobias Duwe (55) ist Freilichtmaler mit Werken, die ihren besonderem Reiz haben: Norddeutsche Landschaften, aber auch Industriebilder oder blühende Felder in Frankreich, wo er seinen zweiten Wohnsitz hat. Mit persönlichem Dank an die Besucher sagte Johannes Duwe: „Wir Maler wollen bei der Betrachtung der Bilder sinnstiftend sein und das Bewusstsein erweitern.“ Mit der Malerei sei es immer wieder gelungen, dass die Welt ein ganz keines bisschen besser werde.

Die Ausstellung in der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, läuft noch bis zum 19. Mai. Die Öffnungszeiten sind montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 16 Uhr.

 mapa

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