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Stormarn Großer Andrang beim Kandidatenduell
Lokales Stormarn Großer Andrang beim Kandidatenduell
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20:24 10.06.2016
Der Saal musste wegen Überfüllung geschlossen werden – am Montag wird das Kandidatenduell wiederholt. Quelle: Fotos: Bettina Albrod
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Bargteheide

Viele Bargteheider, die am Donnerstag ins Ganztagszentrum gekommen waren, um das Duell der beiden Kandidaten Birte Kruse-Gobrecht (47) und Sven Noetzel (44) um das Bürgermeisteramt zu sehen, mussten wieder umdrehen. Bei 300 Besuchern wurde der Saal aus Sicherheitsgründen geschlossen. Für die, die leer ausgegangen sind, gibt es am Montag, 13. Juni, um 19 Uhr eine weitere Veranstaltung.

Der Kampf ums Bargteheider Bürgermeisteramt: Beide Bewerber setzen auf mehr Bürgerbeteiligung.

Diejenigen, die drin saßen, hörten sich die Vorstellungen und Ziele an, die die Kandidaten für Bargteheide haben. Birte Kruse-Gobrecht, Juristin, Unternehmensberaterin und Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Stormarn, lebt mit Partner und zwei Kindern in Tremsbüttel. „Ich trete parteiübergreifend an“, so Kruse-Gobrecht, „freue mich aber, dass ich von den Grünen unterstützt werde.“ Das Angebot einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Bad Oldesloe habe sie abgelehnt, aber Bargteheide sei eine tolle Stadt. „Frauen können das“, versicherte die Kandidatin, „können Sie sich eine bessere Bürgermeisterin vorstellen?“

Ihr Ziel sei eine stärkere Einbindung der Bürger bei den Planungen. „Ich kann Entscheidungen treffen, ich habe Verwaltungserfahrung, und ich will von der Zukunft her denken: Wo soll Bargteheide in 20 Jahren stehen?“ In der Verwaltung sei eine Führung von oben überholt, Teamführung sei im Kommen. „Man muss Kompetenzen nutzen“, so Kruse-Gobrecht. „Wenn ein Schiff in See sticht und man sich fragt, wer nach den Lecks gucken soll, dann am besten der, der nicht schwimmen kann.“ Klimaschutz und Wohnungsbau seien Themen, die nicht in Konkurrenz zueinander treten dürften, Bargteheide brauche einen Kinder- und Jugendbeirat.

Sven Noetzel bringt bereits reichlich Verwaltungserfahrung mit. Er lebt mit Frau und drei kleinen Kindern in Bergedorf, wo er auch bleiben will. „Unser jüngster Sohn ist neun Monate alt, meine Frau ist Lehrerin und kann deshalb nicht pendeln“, erklärte er. „Man kann zu einer Stadt auch dazu gehören, ohne in ihr zu wohnen.“ Bargteheide sei eine Stadt, in der man miteinander rede statt übereinander. Der Bauingenieur leitet seit 2011 das Bau- und Umweltamt in Reinbek, ist für die CDU kommunalpolitisch in Bergedorf tätig und als CDU-Kandidat in Bargteheide aufgestellt. „Ich hatte, falls ich gewählt werde, gute Vorgänger und möchte die Arbeit auch gut weiterführen“, erklärte er. „Ich kann Stadtverwaltung und Politik, höre zu, arbeite lösungsorientiert und lasse mich von guten Argumenten überzeugen.“

Bargteheide werde weiter wachsen; es gelte, dieses Wachstum zu gestalten. Auch die Schuldenfreiheit sei wichtig. „Das ermöglicht der Stadt Spielräume, die man bei einer Neuverschuldung nicht hätte.“

In der Stadt sei echte Bürgerbeteiligung nötig, alles andere schaffe Politikverdrossenheit. Es sei nicht klug, das dritte Gleis im Rahmen des Baus der S 4 in Bargteheide zu streichen. Aber: „Ein Bürgermeister kann nur beraten, entscheiden tut die Politik.“

Ex-Bürgermeister Werner Mitsch moderierte das Gespräch und stellte den Kandidaten, die sich zunächst alleine vorgestellt hatten, gezielte Fragen. „Wie ist Ihr Führungsstil?“, fragte Mitsch, was würden Sie in den ersten 100 Tagen im Amt machen? „Ich will alle kennen lernen“, antwortetet Birte Kruse-Gobrecht, „der Fachkräftemarkt wird sich ändern, eine Vernetzung für Personalentwicklung fehlt teilweise. Ich würde fragen, wo Verbesserungsbedarf ist.“

Sven Noetzel sagte auf die Frage nach den ersten 100 Tagen: „Ich will erst mal gar nichts machen. Bargteheide hat eine hocheffektive Verwaltung. Meine Aufgabe sehe ich darin, Aspekte einzubringen und Impulse zu setzen. Ich will alle kennen lernen, nichts ist schlimmer, als wenn der Bürgermeister den Hausmeister nicht kennt.“

Schon 406 Briefwähler

Am Montag, 13. Juni, wird die Vorstellung der beiden Kandidaten um 19 Uhr im Bargteheider Ganztagszentrum wiederholt. Einlass ist ab 18.30 Uhr.

Die Bürgermeisterwahl in Bargteheide ist am Sonntag, 26. Juni. 13 212 Bürger sind wahlberechtigt, 406 Stimmen sind per Briefwahl bereits abgegeben worden, das entspricht 3,1 Prozent. Bei Stimmgleichheit der Kandidaten entscheidet das Los.

Birte Kruse-Gobrecht lädt heute von 14 bis 17 Uhr Bürger zum Boule- und Wikingerspiel mit Klönen, Kaffee und Kuchen auf den Bolzplatz „Am Steinkreuz“ (Höhe Stormarner Straße rechte Seite Richtung B 75) ein. Dienstag ist sie von 19 bis 21 Uhr beim moderierten Feierabendgespräch in der Coffee Lounge.

Bettina Albrod

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