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Stormarn Großer Blackout: Wehren in Stormarn fürchten den Ernstfall
Lokales Stormarn Großer Blackout: Wehren in Stormarn fürchten den Ernstfall
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00:00 23.10.2012
Stormarn

Ein großflächiger Mega-Blackout, der die gesamte Stromversorgung lahmlegt? Experten halten dieses Szenario für immer wahrscheinlicher und fordern Sicherungssysteme (die LN berichteten). Und wie sieht es speziell im Kreis Stormarn aus?

Nach der jüngsten Katastrophenschutzübung vor wenigen Wochen sieht Ordnungsamtsleiterin Anja Kühl die Kreisverwaltung „gut gewappnet“. Geübt wurde auch ein Stromausfall, der vom Krisenstab im Kreishaus bewältigt werden musste. „Stormarn würde dann wohl Notstromaggregate über das Technische Hilfswerk aus Niedersachsen bekommen“, sagt sie.

Dennoch machen die Aktenordner für das „Krisenmanagement Stromausfall“ im Kreishaus nur einen Bruchteil der Pläne für Katastrophenfälle aus. Stromausfälle gehören bislang eher zu den weniger gefürchteten Notlagen. Doch Experten warnen angesichts der Energiewende. Auf die sei das Stromnetz nicht ausgelegt.

Bei den Vereinigten Stadtwerken ist das Thema nach Aussage von Thorsten Schmidt allerdings brandaktuell. „Alle Netzbetreiber versuchen, im Vorwege einen Blackout zu verhindern und das System zu stabilisieren“, sagt der Fachbereichsleiter Stromversorgung. Sollte es trotzdem zu einem Totalausfall kommen, sei man gewappnet. „Wir stimmen uns gerade eng mit den Feuerwehren ab“, so Schmidt.

Doch die, weiß Kreisbrandmeister Gerd Riemann, kann beim Stromausfall kaum ausreichend helfen. Stormarns Wehren führen zwar auf ihren Fahrzeugen stets kleine Aggregate mit sich. „Aber die sind nur für die eigenen Beleuchtungsanlagen, für Spreizer und andere Technik im Einsatz.“

Insgesamt, zählt Riemann auf, verfügen Stormarns Wehren vielleicht über 200 solcher Geräte. Das würde zum Beispiel für eine Mastanlage reichen. Das Thema würde in Feuerwehrkreisen diskutiert. „Weil wir wissen, wie irrational die Bevölkerung in einem Krisenfall reagieren kann.“ Dabei denkt er an Plünderungen, wie sie bei der großen Elbe-Flut in Sachsen zu beobachten waren. „Und wir können ja nicht vor jeden Laden, vor jedes Haus einen Wachmann stellen.“ Seine Empfehlung: „Man kann sich ein solches Gerät auch in den Keller stellen.“

Billig sind die mobilen Stromerzeuger allerdings nicht. Die Feuerwehr muss für jedes ihrer kleinen Aggregate um die 6000 Euro hinblättern. Bei längerem Stromausfall scheint allein das Technische Hilfswerk (THW) den Kreis notdürftig versorgen zu können. „Wir haben in Lübeck, Lauenburg, Bergedorf und Wandsbek verschiedene 200 000 Kilovolt-Anlagen“, sagt der technische Berater Holger Zentawer aus Ahrensburg. Bei Bedarf könnten die Helfer bundesweit weiteren Nachschub anfordern. Sie könnten große Betriebsanlagen mit Strom versorgen und in Absprache mit den Versorgern sogar ins Netz einspeisen. Zentawer weiß auch von Rat- und Krankenhäusern, die eigene Aggregate im Keller stehen hätten. Die Stadt Ahrensburg allerdings habe nicht viel davon. Die Anlage sei kaputt. Und selbst im Kreishaus, heißt es aus THW-Kreisen, habe es schon Probleme gegeben, so dass die Hilfswerker mit ihren mobilen Stromerzeugern anrücken mussten.

Da sind die Bewohner des Hochhauses in Reinfeld doch gut dran. Feuerwehrchef Riemann berichtet, dass „der Hausmeister das Gerät alle vier Wochen laufen lässt. Das funktioniert wunderbar.“

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