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Stormarn Großes Schaulaufen der Bürgermeister-Kandidaten
Lokales Stormarn Großes Schaulaufen der Bürgermeister-Kandidaten
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20:22 28.08.2013
„Ich habe ein breites kommunales Wissen und ein gutes Netzwerk.“ Jürgen Hettwer

Für ein Bewerbungsgespräch zieht man sich gut an und überlegt sich ein paar Sätze, die beim künftigen Chef hoffentlich gut ankommen. Die Bewerber waren Uta Kramer, Gabriela Malone und Jürgen Hettwer, und sie waren gut angezogen. Sie bewerben sich um das Amt des Bürgermeisters in Oststeinbek. Künftiger Chef sind die Bürger, die gestern zum vierten Mal Gelegenheit hatten, die Kandidaten beim Vorstellungsgespräch zu erleben. Die Querelen um die Abwahl von Amtsvorgängerin Martina Denecke wirken noch nach, deshalb war Wolfgang Engelmann, Ex-Bürgermeister von Mölln, als Moderator dabei.

Diesmal haben sich die Parteien im Vorfeld auf Jürgen Hettwer als gemeinsamen Kandidaten geeinigt, nur die SPD nicht, weil Gabriela Malone, die unabhängig antritt, in der SPD Oststeinbek ist. Auch Uta Kramer hat eigenständig Unterschriften gesammelt. Sie eröffnete die Vorstellungsrunde. Die 50-jährige Hamburgerin — dunkel gekleidet, dezent geschminkt und seit einigen Jahren in Oststeinbek zu Hause — ist verheiratet und arbeitet seit 30 Jahren in der Verwaltung, erst einer Krankenkasse und jetzt einer Baugenossenschaft. „Es ist schwer, sich selber zu loben“, sagte sie, „aber ich sehe mich als ehrlich, habe Organisationstalent, Erfahrung in der Verwaltung und kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen. Menschen muss man so behandeln, wie man selber behandelt werden möchte.“ Für sie stehen die Ampelschaltung an der Möllner Landstraße und das Thema bezahlbares Wohnen im Mittelpunkt. „Vielleicht könnte man eine Oststeinbeker Wohnungsbaugenossenschaft gründen“, schlug sie vor. „Wenn Sie jemanden möchten, der noch nicht im Rathaus gearbeitet hat, wählen Sie mich.“

Das galt Gabriela Malone, die seit 2006 im Rathaus sitzt. Sie setzte der eher zurückhaltenden Uta Kramer eine selbstbewusste Business-Frau entgegen, die sich auch mal kämpferisch gab und auch vor kleinen Seitenhieben nicht zurück schreckte. Die 57-Jährige wohnt seit 30 Jahren in Oststeinbek und kennt sich als Fachbereichsleiterin mit Verwaltungsinterna aus. „Wir müssen vorausschauender planen und uns fragen: Wo wollen wir hin? Oststeinbek ist kein gallisches Dorf.“ Die Baupläne müssten überprüft, die Kooperation mit anderen Gemeinden gesucht werden. Sie sei für die Wahrheit, deshalb zeigten die Wahlplakate sie ungeschminkt, und deshalb sei sie auch jetzt ungeschminkt.

Jürgen Hettwer kam im dunklen Anzug mit Krawatte. So präsentierte der derzeitige Amtsleiter in Siek sich sachlich und kompetent, streute aber auch Anekdoten aus seiner Zeit als Hauptamtsleiter in Oststeinbek ein. „Ich übernehme die Verantwortung für einige Mängel, die im Gemeindeprüfbericht aufgezeigt werden“, erklärte der 49-Jährige, der in Stuttgart geboren wurde, auf Nachfrage, führte aber auch aus, wie es dazu gekommen ist. Von einer Zuschauerin gefragt, wofür er brenne, antwortete Hettwer: „Ich bin ein sachlicher Typ im Dienst, aber ich brenne für meine Familie.“ Seiner Frau wegen sei er damals nach Oststeinbek gezogen. „Ich habe ein breites kommunales Wissen, ein gutes Netzwerk, bezahle meinen Wahlkampf selber und habe mein Zeugnis ins Internet gestellt.“ Ziel sei unter anderem eine neue Gestaltung der Ortsmitte.

Am 8. September wird in Oststeinbek ein neuer Bürgermeister gewählt. Sollte nach dem ersten Wahlgang kein Kandidat die Mehrheit haben, erfolgt am 22. September gemeinsam mit der Bundestagswahl eine zweite Wahl. Infos unter www.pro-oststeinbek.de.

Bettina Albrod

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