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Stormarn Großhansdorf will bei neuer Müllverbrennungsanlage mitreden
Lokales Stormarn Großhansdorf will bei neuer Müllverbrennungsanlage mitreden
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09:29 13.02.2019
Die Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld wird neu gebaut. Quelle: ST
Großhansdorf

Der geplante Neubau der Müllverbrennungsanlage (MVA) in Stapelfeld ruft die Gemeinde Großhansdorf auf den Plan. Bis 2022 will das Unternehmen EEW – Energy from Waste eine neue Anlage in Stapelfeld bauen. Neben der Verbrennung des Hausmülls wie bisher soll dann eine neue Anlage dazu kommen, in der Klärschlamm verbrannt wird. Dadurch wird die Schadstoffemission ansteigen. Die Gemeinde fürchtet, dass die in den Klärschlamm-Emissionen enthaltenen Schadstoffe die Luft in der Waldgemeinde Großhansdorf belasten könnten, und hat für Donnerstag, 14. Februar, zu einer Einwohnerversammlung geladen.

Janhinnerk Voß ist Bürgermeister in Großhansdorf. Quelle: Jens Burmester

„Bisher wurde der Klärschlamm auf die Äcker gebracht“, erläutert Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß. Aufgrund von Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen sei es nicht mehr erlaubt, Klärschlämme auf die Felder auszubringen, der Gesetzgeber schreibt die thermische Verwertung vor. In Stapelfeld will der Betreiber zukünftig 120 000 Tonnen Klärschlamm trocknen und die restliche Masse von 30 000 Tonnen verbrennen. Dadurch, so Voß, würden Schadstoffe wie Dioxine und Furane freigesetzt. Beide sind von der WHO als möglicherweise krebserzeugend eingestuft. „Wir haben Bedenken, dass über die Schornsteine Schadstoffe auf Großhansdorf regnen“, so Voß. Durch die vorherrschende Windrichtung werde der Staub bis zum Ort geweht.

Schadstoffe erhöhen sich

Denkbar sei, so der Bürgermeister, die Schornsteine niedriger zu machen, damit der Staub sich nicht zu weit verteilen könne. „Es stellt sich auch die Frage, ob in Stapelfeld wirklich der Klärschlamm aus dem gesamten Norden verbrannt werden muss.“ Weil Großhansdorf aufgrund der Entfernung von Stapelfeld nicht zu den Trägern der öffentlichen Belange gehöre, habe die Gemeinde wenig Mitspracherecht. „Die Grenzwerte werden deutlich unterschritten“, sagt Voß, „im Vergleich zu vorher erhöhen sich aber die Schadstoffe.“ Die Erhöhung sei ein Argument, um doch noch mehr Mitspracherecht einzufordern. „Wir wollen aufgrund dessen versuchen, in die Liste der Träger öffentlicher Belange aufgenommen zu werden. Wir haben dazu einen Antrag gestellt, das Verfahren läuft.“ Für diesen Monat sei der Start des Genehmigungsverfahrens für die MVA geplant.

„Wenn es uns nicht gelingt, in die Liste der Träger der öffentlichen Belange aufgenommen zu werden, gibt es kaum eine Möglichkeit, etwas zu verhindern“, sagt Voß. Hintergrundinformationen soll es bei einer Einwohnerversammlung geben; da ist ein Vertreter des Unternehmens EEW zu Gast und informiert über das Projekt.

Einwohnerversammlung

Am Donnerstag, 14. Februar, wird ein Vertreter der EEW das Projekt MVA Stapelfeld um 20 Uhr im Waldreitersaal in Großhansdorf vorstellen. Bürger haben dann die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Das Genehmigungsverfahrens für die MVA soll noch im Februar begonnen werden.

Bettina Albrod

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