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Gründer stehen nach wie vor hinter der Notfallbetreuung

Ahrensburg Gründer stehen nach wie vor hinter der Notfallbetreuung

Mit Bedauern hat jetzt Patricia Siebel (Geschäftsführerin Beruf und Familie im Hansebelt) darauf reagiert, dass sich die Oldesloer Politik für den Ausstieg aus der Kinderbetreuung im Notfall entschieden hat. Sie betrachtet gerade Kommunen als wichtige Partner des sozialen Projekts.

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Per Ledermann, Vorstandsvorsitzender der Edding AG, Patricia Siebel und ihre Mitstreiterin Silke Bustorf von Beruf und Familie.

Quelle: dvd

Ahrensburg. Die Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH Beruf und Familie im Hansebelt, die diese Dienstleistung über die Grenzen Stormarns hinaus anbietet, betrachtet gerade Kommunen als wichtige Partner des sozialen Projekts. „Sie nehmen eine gewisse Vorreiterrolle ein und zeigen den in ihrem Gebiet angesiedelten Wirtschaftsunternehmen neue mitarbeiterfreundliche Wege auf“, sagt die Mitarbeiterin der Ahrensburger Edding AG, die die Leitungsfunktion ehrenamtlich ausübt.

Wenn die Kita von einem auf den anderen Tag wegen Masern geschlossen werden muss, das Kind mit hohem Fieber im Bett liege – in all diesen Fällen lasse sich erfahrungsgemäß kein schneller Ersatz finden, umreißt Patricia Siebel Sinn und Nutzen des von Beruf und Familie geschaffenen Notfallprogramms. Gut ausgebildete und sorgfältig ausgesuchte Betreuerinnen stünden bereit, diese Katastrophen des Alltags aufzufangen.

Auf das Argument der Oldesloer Hauptausschussmitglieder eingehend, dass sich der Jahresbeitrag für etwas über 5000 Euro für zwei Notfalleinsätze nicht rechne, erklärt Patricia Siebel: „Zum einen ist es wie eine Versicherung, bei der auch nicht vorhersagbar ist, ob etwas passiert. Zum anderen geht es ja bei der Kinderbetreuung nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität.“ Ad hoc einen guten Babysitter zu finden sei nicht einfach und Kosten seien damit auch verbunden.

Für Per Ledermann, Vorstandsvorsitzender der Edding AG, ist der Nutzen dieser Einrichtung sonnenklar. Abgesehen davon, dass eine solche Notfallregelung die betroffenen Eltern und auch deren Kollegen, die die Arbeit im Krankheitsfall mit übernehmen müssen, entlaste, lägen auch die Vorteile für den Arbeitgeber auf der Hand. Der Firmenchef ist der Auffassung, dass Unternehmen und natürlich auch Verwaltungen ein vitales Interesse daran haben müssten, den Beschäftigten – Vätern genauso wie Müttern – einen Kita-Ersatz anbieten zu können. „Wenn etwa eine Mitarbeiterin ausfällt, die ein wichtiges Projekt zu Ende bringen muss, weil das Kind krank ist, kann das zu großen finanziellen Einbußen führen“, sagt Ledermann.

Arbeitgeber, die jungen Bewerbern ein solches familienfreundliches Notfallprogramm präsentieren können, haben ihm zufolge bei der Suche nach qualifiziertem Personal einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber konservativen Firmen, die in dieser Hinsicht keine soziale Verantwortung verspüren. „Als mittelständisches Unternehmen muss ich meinen Mitarbeitern doch etwas bieten, um sie an mich zu binden“, sagt Ledermann.

Mit Unverständnis begegnet er Kritikern, die anprangern, die GmbH schreibe nach drei Jahren immer noch keine roten Zahlen. „Wie kann ich denn eine gemeinnützige Gesellschaft so bewerten wie ein Dax-Unternehmen und damit schlechtreden. Wir hatten mit diesem Projekt nicht die Absicht, Gewinn zu erzielen. Uns Gründungsmitgliedern war von Beginn an klar, dass wir zunächst etwas nachsteuern müssen, bis sich die GmbH selbst trägt“, sagt Ledermann.

Miesmachen lässt er sich das Projekt nicht. „Es funktioniert wie ein Schneeballeffekt. Die Unternehmen tauschen ihre positiven Erfahrungen aus und so werden es immer mehr“, sagt er. Immerhin sei die Gemeinde Trittau jetzt mit im Boot. Gegen Ende des Jahres wollten auch weitere mittelständische Unternehmen das Angebot von Beruf und Familie im Hansebelt wahrnehmen.

Im Notfall zur Stelle

419 Notfalleinsätze zur Kinderbetreuung für Angestellte unter Vertrag stehender Partner hat die Stiftung Beruf und Familie im Hansebelt seit Juni 2012 geleistet. Hinzu kommen 128 „planbare“ Betreuungen, also Einsätze über einen bestimmten Zeitraum, die schon vorher feststehen.

12 Unternehmen und Institutionen haben die Stiftung Beruf und Familie gegründet: Basler AG, Edding AG, Bürgerstiftung Stormarn, Kreis Stormarn, Sparkasse Holstein und Stiftung, Jentsch Gartenbau und Floristik, Job Lizenz GmbH, Moldzio & Partner, MWS Werbeagentur GmbH, Bernard & Roes Beteiligung GmbH und Systemenergie Heiko Sulimma.

 Dorothea von Dahlen

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