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Stormarn Grüne regen an: Stadtwerke sollen Stromnetz aufrüsten
Lokales Stormarn Grüne regen an: Stadtwerke sollen Stromnetz aufrüsten
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20:21 04.11.2013

Im Mittelalter war es das Salz, heutzutage stellt Strom eines der kostbarsten Güter dar. Keine Frage also, dass auch die lokale Politik darauf drängt, möglichst rationell damit umzugehen. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Oldesloe stellt jetzt den Antrag, dass die Stadtwerke das Netz umrüsten, damit möglichst wenig Energie auf dem Weg zum Verbraucher verloren geht.

In ihrem Antrag appellieren sie an die Vereinigten Stadtwerke, bei Neuanschaffungen ab sofort Transformatoren einer neueren Generation einzukaufen. Zudem schlagen die Grünen vor, dass das Mittelspannungsnetz perspektivisch von zehn Kilovolt (kV = 10 000 Volt) auf 20 kV ausgebaut wird. Dadurch lasse sich der Energieverlust auf ein Viertel verringern.

Als Indiz dafür, dass einige Kabel im Stadtgebiet schon sehr marode seien, wird im Antrag der Stromausfall vom 12. Oktober angeführt, bei dem die Versorgung im Norden von Bad Oldesloe ausgefallen war.

„Das ist ein komplexes Thema“, erklärt Thorsten Schmidt vom Fachbereich Stromnetze der Vereinigten Stadtwerke. Zum Stromausfall vom Oktober lasse sich zunächst feststellen, dass er nicht symptomatisch für den Zustand der Leitungen sei. Die Störung sei durch einen Stein verursacht worden, der bei Bauarbeiten an das Kabel gedrückt worden war. Unter normalen Bedingungen würden die Kabel je nach Qualität 30, manchmal sogar bis 80 Jahre halten.

Eine Ertüchtigung des Netzes auf 20 kV sei insofern schon in Betracht gekommen, als die Stadtwerke etwa seit den 1990er Jahren schon punktuell Transformatoren im Einsatz haben, die auf diese Durchgangsleitung schon ausgerichtet sind, erklärt Schmidt. Um sie mit dieser erhöhten Kapazität in Betrieb nehmen zu könne, erfordere es aber eines weitaus komplexeren Umbaus des gesamten Netzes.

„Das ist ein logistischer Aufwand, der sich über Jahre hinwegzieht“, sagt Schmidt. Derartige Investitionen bedürften auch einer langfristigen Vorbereitung. Denn vor 30 Jahren habe man eine solche Entwicklung noch nicht voraussehen können.

Schmidt zufolge bedarf es auch eines Einverständnisses des übergeordneten Netzbetreibers Schleswig-Holstein-Netz AG, um die Kapazität zu erhöhen. Denn die dem städtischen Netz vorgeschalteten Anlagen müssten auch auf den 20-kV-Betrieb umgerüstet werden. Nicht zuletzt seien auch größere Netzkunden mit eigenen Schaltanlagen, wie etwa Firmen in den Gewerbegebieten, betroffen. Auch sie seien gezwungen zu investieren. Das könne zu Konflikten führen.

dvd

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