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Stormarn Grünen-Stadtverordnete will „Kaktus“ aus Frust wieder schließen
Lokales Stormarn Grünen-Stadtverordnete will „Kaktus“ aus Frust wieder schließen
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20:08 11.12.2015
Karin Hoffmann wollte mit dem Kaktus helfen. Quelle: von Dahlen
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Bad Oldesloe

Die Grünen-Stadtverordnete Karin Hoffmann will den für Flüchtlinge und Helfer eingerichteten Nachbarschaftstreff „Kaktus“ in der Hagenstraße jetzt offenbar schließen. Auf der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung brachte sie ihren Frust darüber zum Ausdruck, dass die Baubehörde sie zu einer Anhörung einbestellt hat.

„Wir hatten doch die Idee, leer stehende Geschäfte mit sinnvollen Aktivitäten zu nutzen. Jetzt bekomme ich ein Schreiben, dass sich die Nutzung geändert hat und ich innerhalb von 14 Tagen Stellung beziehen soll“, sagte Hoffmann. Moniert worden sei, dass sie eine Werbeanlage angebracht habe, womit das Schild Kaktus gemeint sei. Die Behörde habe außerdem behauptet, es sei ein Verkaufs- und Schulungsraum in dem Laden eingerichtet worden. Dabei handele es sich beim „Kaktus“ nur um ein zeitlich begrenztes gemeinnütziges Projekt. „Ich engagiere mich ehrenamtlich, mache alles umsonst und habe Geld hineingesteckt und jetzt das. Ich werde den Laden in der nächsten Woche wieder zu machen“, sagte Hoffmann.

„Wir sind hier nicht in Timbuktu, sondern in Deutschland. Es gibt baurechtliche Auflagen“, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary. Selbst die Stadt müsse sich daran halten, wenn sie etwas einrichten wolle. Auf Karin Hoffmanns Einwand, es handele sich nicht um eine grundlegende Umwandlung der Gewerbefläche, entgegnete er, die Bauaufsicht habe aber davon ausgehen müssen. Um dies zu klären sei letztlich die Anhörung anberaumt worden.

SPD-Fraktionschefin Maria Herrmann pflichtete dem bei. Es sei kein großer Akt, sich mit der Baubehörde in Verbindung zu setzen und das Projekt dort vorzustellen. „Angenommen, in der Bahnhofstraße macht wieder jemand eine Spielhalle auf. Da müssen wir doch auch genau hinschauen“, begründete sie die Notwendigkeit der behördlichen Kontrolle in diesem Fall. Selbst beim Nachbarschaftstreff Schanze, sei eine solche Absprache im Vorfeld nötig gewesen, sagte Maria Herrmann, die dieses Projekt in einem ehemaligen Laden als Q8-Managerin betreut.

Das schien Karin Hoffmann aber nicht zu überzeugen. „Ich will mich nicht anhören lassen“, erklärte sie und kündigte an, ihr Engagement für den Flüchtlingstreff in der Hagenstraße ab sofort wieder einzustellen.

Dorothea von Dahlen

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