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Stormarn Gute Idee: Erste Hilfe aus dem Kühlschrank
Lokales Stormarn Gute Idee: Erste Hilfe aus dem Kühlschrank
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20:47 24.05.2018
Bargteheide

Wenn Rettungssanitäter in eine Wohnung kommen und einen Patienten vorfinden, der nicht ansprechbar ist, fehlen ihnen wichtige Informationen. Welche Medikamente nimmt der Betroffene ein, welche chronischen Krankheiten hat er, gibt es Allergien, nimmt er Blutverdünner oder ist er Diabetiker? Antworten kann hier die Notfalldose aus dem Kühlschrank geben. Die will die Senioren-Union Stormarn ab sofort kreisweit anbieten. Der Rettungsverbund Stormarn unterstützt die Idee.

Die grüne Notfalldose enthält Patienten-Informationen und ist im Kühlschrank für jeden schnell greifbar. Quelle: Fotos: Bettina Albrod
Annett Zander und Jens-Uwe Ehrlich zeigen die Notfalldose, die im Kühlschrank lagert und Infos für Soforthilfe gibt.
Annett Zander und Jens-Uwe Ehrlich zeigen die Notfalldose, die im Kühlschrank lagert und Infos für Soforthilfe gibt.

„In der Notfalldose aus Plastik ist ein Info-Blatt, auf dem alle wichtigen Angaben eingetragen sind“, erklärt Vera Siemer von der Senioren-Union Bargteheide, die die Idee, die schon in anderen Bundesländern umgesetzt wird, aufgegriffen hat. „Neben Name, persönlichen Daten und Blutgruppe wird da nach Vorerkrankungen, Impfungen und Operationen gefragt, Hausarzt und Angehörige können angegeben werden und die Medikamente, die man einnimmt.“ In der senfglasgroßen Dose ist außerdem ein Aufkleber, mit dem an der Haustür darauf hingewiesen wird, dass eine Notfalldose im Haus ist.

Kühlschrank gut zugänglich

„Die Notfalldose steht im Kühlschrank, weil jeder einen Kühlschrank hat und Rettungskräfte die Küche schnell finden“, begründet Vera Siemer den Aufbewahrungsort. Mit der Notfalldose seien wichtige Informationen auf diese Weise schnell greifbar. Auf der Dose, die ähnlich wie die Rettungskarte im Auto funktioniert, ist außerdem Platz für ein Passfoto, denn wenn mehrere Personen im Haushalt leben, soll jeder eine eigene Notfalldose haben. Auch Hinweise zur Versorgung eventueller Haustiere können in die Dose. „Ich fand die Idee sofort sinnvoll“, erklärt Annett Zander, Geschäftsführerin des Rettungsdienstverbundes Stormarn. „Die Notfalldose hilft beispielsweise auch den Nachbarn und dem Pflegedienst, der über einen Notfallknopf kommt.“ Denn die Dokumentation zur Pflege liege zwar offen aus, dürfe aber nicht mitgenommen werden, falls der Patient ins Krankenhaus müsse. „Man kommt zu einem Patienten, der nicht ansprechbar ist, und weiß nicht, welche Medikamente er nimmt“, so Zander, „da ist die Dose im Notfall eine große Hilfe.“ Zwar hätten viele Menschen wichtige Gesundheitsangaben im Portemonnaie oder in der Handtasche, aber da sind sie für Rettungskräfte nicht zugänglich. „Wir dürfen Handtasche oder Portemonnaie nicht öffnen“, betont Annett Zander, „das darf nur die Polizei.“ Im Notfall komme es aber auf Zeit an. „Die Küche findet man immer.“ Sieben Rettungswachen gibt es in Stormarn, in denen die Notfalldose nun bekannt gemacht werden soll. „Die Notfalldose muss man einfach gut finden“, sagt Annett Zander, „das ist eine sinnvolle Hilfe für die Retter.“

2500 Notfalldosen

Das fand auch Vera Siemer, die im Landesverband von der Idee gehört hatte. Auch der Seniorenbeirat Bargteheide habe das Thema schon einmal aufgebracht, deshalb habe sie das Projekt umgesetzt.

2500 Notfalldosen wurden bestellt, dazu gibt es Flyer, die genau erklären, welchen Sinn die Dose hat und wie man sie bestückt. Auch Ärzte und Apotheken sollen eingebunden werden. „Man kann sich auch vom Hausarzt eine Liste der Medikamente ausdrucken lassen, die man regelmäßig nimmt, und sie mit in die Dose tun“, ergänzt Jens-Uwe Ehrlich, Kreisvorsitzender der Senioren Union.

Die Notfalldosen werden für zwei Euro in den zwölf Ortsverbänden der Senioren-Union angeboten. Sie werden auch auf der Seniorenmesse in Bargteheide am 2. Juni verkauft.

Die Notfalldose

Die Notfalldose wird seit 2014 von einem Unternehmen in Deutschland produziert. Dahinter steht die Idee, lebenswichtige Informationen für Rettungskräfte schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen zu können. Die Idee stammt aus der Schweiz, mittlerweile wird die Dose bundesweit angeboten. Zwei Aufkleber – einer an der Haustür und einer an der Kühlschranktür – weisen Rettungskräfte darauf hin, wo sie sofort Informationen bekommen.

Bettina Albrod

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