Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Gute Seiten, schlechte Seiten: Mehr Durchblick im Netz
Lokales Stormarn Gute Seiten, schlechte Seiten: Mehr Durchblick im Netz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:58 10.02.2016
Svea (v. l.), Sonja und Louisa: Für selber gemachte Filme gilt das Urheberrecht. Quelle: Fotos: B. Albrod

Max baut sich aus Knete eine Figur, fotografiert sie in wechselnden Posen und macht daraus einen Trickfilm. Dann stellt er ihn ins Netz und unterlegt sein Werk mit einem Song von Rapper Cro. Damit hat Max, das Maskottchen des Internetratgebers „Netzdurchblick“, es nur halb richtig gemacht. „Der Film gehört ihm, das Musikstück nicht“, hat eine Schülerin schnell durchschaut. Anlässlich des Safer Internet Day 2016 waren die Macher von „Netzdurchblick“ — ein Projekt der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) — gemeinsam mit der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein und Polizeihauptkommissar Patrick Moser gestern im Eric-Kandel-Gymnasium in Ahrensburg und klärten 90 Schüler der siebten Klassen über ihre Rechte und Pflichten beim Umgang mit dem Internet auf.

„Musik herunterladen, Filme gucken oder Kanäle wie youtube nutzen — nicht alles, was Jugendliche im Internet tun, ist erlaubt“, erläutert Professorin Ulrike Verch von der HAW das Projekt. „Wir wollen die Fragen klären, wozu ein Urheberrecht gut ist und wie man legal im Internet unterwegs ist.“ Dass alle unterwegs sind, ist keine Frage: Jeder Schüler hört Musik übers Internet, chattet mit Freunden, guckt Filme oder spielt Computerspiele. „Ich achte darauf, was man legal hochladen darf“, erklärt Rune (13), und auch Casper (12) und Bjarne (12) sind nur auf sicheren Seiten unterwegs.

Anderenfalls würden sie sich strafbar machen. Anhand immer neuer Beispiele führten die HAW-Studentinnen Jannika Grimm und Jasmin Meincke die Schüler durch die Untiefen des Urheberrechts.

„Wer das Lied eines bekannten Musikers covert und das öffentlich spielt, muss Gebühren dafür zahlen“, so die Referentinnen. Beim Karaoke muss der Veranstalter zahlen, und die Pflicht entfällt erst dann, wenn der gecoverte Künstler mindestens 70 Jahre tot ist. „2012 gab es das so genannte Morpheus-Urteil“, führt Ulrike Verch aus. „Danach können die Eltern nicht für illegale Aktivitäten ihrer Kinder im Internet haftbar gemacht werden, wenn sie diese über die Illegalität der Urheberrechtsverletzungen aufgeklärt haben.“ Der Schwerpunkt der Workshops lag also auf den Themen Musik-Downloads, Remixes und Kopieren, aber auch die Polizei konnte für die Informationsveranstaltung gewonnen werden.

„Das Thema Cybermobbing wurde schon im Unterricht behandelt“, sagt Moser, „heute geht es um das Thema Persönlichkeitsrechte.“ Das Recht am eigenen Bild besagt, dass man selber entscheidet, welches Foto wo gezeigt wird. „Heimliche Ton- und Videoaufnahmen oder Fotos aus der Umkleide, die dann ins Netz gestellt werden, sind illegal“, betont Moser. „Wer das tut, macht sich strafbar. Ab 14 Jahre können die Schuldigen nach dem Jugendstrafrecht belangt werden. Solche Vergehen sind eine ernste Sache.“

Aber auch, wenn das Internet nach den persönlichen Daten greift, ist Vorsicht geboten. „Viele Schüler wissen gar nicht, dass sie bei facebook oder WhatsApp dem Anbieter viele Rechte einräumen“, warnt Moser. „Dafür will ich die Schüler sensibilisieren. Man sollte möglichst wenig von sich preisgeben, sonst ist es nicht mehr zu kontrollieren.“ An der Ahrensburger Schule ist der Safer Internet Day seit fünf Jahren fester Projekttag. „Am Ende erhält jeder Schüler ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme“, sagt Mittelstufenleiterin Karin Brehler.

Safer Internet Day

Der Aktionstag Safer Internet Day geht auf das 1999 gestartete Safer Internet Programm zurück. In Deutschland wird der Aktionstag vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien getragen. Zielsetzung ist eine langfristige Sensibilisierung für die Gefahren im Internet. Infos zum Urheberrecht findet man unter www.netzdurchblick.de     Quelle: Wikipedia

Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige