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Stormarn Haftstrafen für Brandstifter gefordert
Lokales Stormarn Haftstrafen für Brandstifter gefordert
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20:20 14.12.2015
Brandstiftung in neun Fällen: Meist brannten Strohballen, wie hier im September 2014. Quelle: *Burmester

Im Brandstifterprozess vor dem Ahrensburger Jugendschöffengericht hat der Staatsanwalt hohe Strafen für die vier Angeklagten gefordert. Ihnen wird vorgeworfen, in Ahrensburg und Umgebung in neun Fällen meist durch beauftragte Mittäter Strohballen und einen Dunghaufen in Brand gesteckt zu haben. Der entstandene Sachschaden liegt bei 100000 Euro. Ein Angeklagter, der als Haupttäter gilt, hat eine Tat gestanden, für ihn verlangt der Staatsanwalt zwei Jahre Haft, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollen, sowie 900 Euro Geldbuße.

Für die drei weiteren Angeklagten forderte er ein Jahr und zehn Monate sowie in zwei Fällen ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung sowie Geldstrafen in Höhe von 2200 Euro, 1100 Euro und 800 Euro.

„Alle Vier wussten von Anfang an, worum es ging“, so die Begründung des Staatsanwalts, der von gemeinschaftlicher Brandstiftung ausgeht. Er sehe eine Schwere der Schuld darin, dass die Vier als Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Gefahrenabwehr und Schutz der Gemeinschaft übernommen hätten. „Stattdessen haben sie nur an sich gedacht und die Mitglieder der Feuerwehr durch den Löschzwang in Gefahr gebracht.“ Ihre Taten hätten zu einem Vertrauensverlust gegenüber der Feuerwehr in der Bevölkerung geführt und zu Auseinandersetzungen innerhalb der Wehr. „Das war ein erbärmliches Verhalten.

Feuer zu legen ist immer eine unkontrollierbare Gefahr.“ Die Mitwisser wären verpflichtet gewesen, die Brandstiftungen anzuzeigen. Ihre Erklärungen, nach denen sie von den Bränden erst hinterher erfahren haben wollen, nahm der Staatsanwalt ihnen nicht ab. „Ich halte die Einlassungen für konstruiertes Kalkül zur Straferlassung.“ Alle vier hätten andere als „nützliche Idioten“ mit Brandstiftungen beauftragt. „Sie wollten das Feuer, aber nicht erwischt werden.“ Einzig der geständige Angeklagte zeige Bereitschaft, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen.

Die vier Anwälte kritisierten die Forderungen der Staatsanwaltschaft als überzogen. „Ziel der Staatsanwaltschaft war von Beginn an, angesichts des hohen Drucks der Öffentlichkeit ein gemeinschaftliches Vorgehen anzuklagen“, so der Vorwurf einer Anwältin. Nicht ins Bild passende Aussagen seien deshalb nicht berücksichtigt worden. „Mein Mandant hat den Papiercontainerbrand gestanden und er hatte Kenntnisse im Vorfeld.“ Daher seien eine Ermahnung und 500 Euro Geldbuße angemessen. „Es kann nicht nach dem Prinzip ,mit gefangen, mit gehangen‘ gehen." Auch die anderen drei Anwälte forderten mildere Strafen. „Ich wollte erst eine Einstellung des Verfahrens für meinen Mandanten beantragen“, so ein Verteidiger. „Alles, was man ihm nachweisen kann, ist, dass er im Auto gesessen und Beihilfe zu einer Sachbeschädigung geleistet hat.“ Er kündigte an, bei einer härteren Strafe eine neue Beweisaufnahme zu beantragen. Das Urteil wird am 22. Dezember um 9 Uhr verkündet.

Bettina Albrod

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