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Stormarn Haftstrafen für Überfall auf Koch
Lokales Stormarn Haftstrafen für Überfall auf Koch
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20:51 19.12.2017
Das Ahrensburger Amtsgericht. Quelle: Albrod
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Ahrensburg

Am zweiten Verhandlungstag erhielt einer der Täter zwei Jahre und sechs Monate Haft, der andere zwei Jahre und acht Monate.

Der Tatort war in der Nacht zum 9. Februar gegen 0.40 Uhr die Große Straße in Ahrensburg. Die beiden Männer begegneten dem 56-jährigen Koch in einer nahegelegenen Spielothek. Er habe ihn angegrinst, deshalb wollte er ihn zur Rede stellen, behauptete ein Angeklagter. Beide verließen dann die Spielhalle und warteten draußen. Die Aufsicht hatte schon da ein mulmiges Gefühl und verschloss die Tür hinter ihnen.

Als der Koch die Spielhalle wenig später verließ, verfolgten ihn die Angeklagten. Vor einer Pizzeria holten sie ihn ein und brachten ihn vermutlich zu Fall oder er stolperte, das blieb ungeklärt. Das geschockte Opfer konnte dazu keine Angaben machen, denn der Koch möchte sein Erlebnis nur noch vergessen. „Ich habe seitdem Angst im Dunkeln“, hatte er am ersten Verhandlungstag ausgesagt.

Die Männer holten ihn ein und einer setzte sich auf seinen Körper und schlug ihn, der andere sprühte ihm Pfefferspray ins Gesicht. Dann tastete er ihn ab, fand dabei aber keine Beute. Inzwischen waren Anwohner und ein Mitarbeiter der Pizzeria auf das Geschehen aufmerksam geworden und riefen die Polizei. „Ich hatte auch Blickkontakt zu ihnen, bevor sie weggingen“, sagte der Mitarbeiter aus.

Die Täter hätten auch gesehen, dass er telefonierte und seien aus Angst vor der Polizei weggegangen.

Die Polizei ging zunächst von Körperverletzung aus, weil sich das Opfer erst später meldete. Der Koch hatte sich zunächst in seine Wohnung zurückgezogen. Polizeibeamte trafen das Duo wenig später in der Nähe an. Einer hatte eine Gartenschere und einen dolchartigen Brieföffner bei sich, der andere das Pfefferspray. Der Koch wurde leicht verletzt, schlimmer war der Schock.

Vergeblich argumentierten die Verteidigerinnen, dass die Raubabsicht nicht erwiesen sei. „Beide waren alkoholisiert und so enthemmt“, sagte eine von ihnen, „sie wollten in ihrem Brausebrand nur etwas klären.“ Auch hätten sie den Koch nicht durchsucht, sondern nur abgeklopft. Sie forderten eine kurze Freiheitsstrafe.

Der Staatsanwalt ging von einem gemeinsamen Tatplan aus. „Die Verfolgung des Kochs wurde überzeugend von Zeugen geschildert, sie haben ihn von zwei Seiten abgepasst und dann in die Enge getrieben.“

Die Aussagen der Angeklagten machten keinen Sinn, so der Staatsanwalt. „Es ging ihnen nur darum, seinen Widerstand zu brechen und ihn nach Wertsachen zu durchsuchen.“ Für das Opfer sei das ein albtraumhaftes Erlebnis geworden. Der Staatsanwalt forderte drei Jahre und sechs beziehungsweise acht Monate Freiheitsstrafe.

„Die ganze Sache ist aus dem Ruder gelaufen, das tut mir leid“, sagte ein Angeklagter in seinem Schlusswort. „Es tut mir leid, was dieser Mann durchmachen musste“, entschuldigte sich der Mitangeklagte.

Das Gericht verhängte schließlich ein Jahr weniger. „Sie hatten die Intention, den Koch zu überfallen“, so der Vorsitzende Richter. „Das Gericht setzt mit dem Urteil ein Zeichen, dass man für solche Taten mit Haft rechnen muss.“

 mj

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