Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Halbe Sonne lässt keinen kalt
Lokales Stormarn Halbe Sonne lässt keinen kalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:22 20.03.2015
Reinfeld: Die experimentierfreudigen Jungs Marten Jäger und Henning Steinbock haben sich Lochkameras zur Beobachtung der Sonnenfinsternis gebaut. Quelle: Fotos: ukk/ba/hfr

Eine Sonnenfinsternis ist am schönsten, wenn klare Sicht, die richtigen Instrumente und Wolfgang Busch aus Ahrensburg zusammen treffen. Denn der Hobby-Astronom ist ein Fachmann für Himmelskörper.

Gestern hatte er drei seiner Teleskope vor dem Rathaus in Ahrensburg aufgebaut, alle aus verschiedenen Teilen zusammengebaut. „Dieses Teil stammt aus dem Krieg“, zeigt der 88-Jährige, „das aus den 70er-Jahren, und dieses hier ist von gestern.“ Astronomie interessiert ihn, seit er zwölf Jahre alt ist. „Für die Sonnenfinsternis wollte ich ein soziales Projekt anbieten“, erklärt der frühere Lehrer für Musik und Geografie. „Jeder kann durchgucken. Die Linsen habe ich mit Schutzfolie bedeckt, da kommt nur ein Hunderttausendstel des Sonnenlichts durch.“

„Ist schon was zu sehen?“, ist die häufigste Frage, die Passanten ihm stellen. Angelockt von den Teleskopen werden es immer mehr beim Public Viewing. „Darf ich durch diese Brille gucken?“, fragt eine Dame und wird gewarnt: „Die ist nicht sicher genug.“ Gut, dass Busch auch einige der längst ausverkauften Schutzbrillen dabei hat. „17 Millionen Brillen sind verkauft worden“, weiß Busch. „Auf Ebay wurden schon 300 Euro dafür geboten.“ Er verleiht seine kostenlos.

Harald Goldbeck-Löwe ist mit einer Schweißermaske da. „Das Glas habe ich ersetzt“, erzählt er. In den 70er-Jahren hat er am Gymnasium Großhansdorf das Fernrohr für die Sternwarte gebaut. Auf Schweißfolie hat auch Egon Grubbe zurück gegriffen. Er zückt sein Fernglas und schaut damit in die Sonne: „Ich habe mir die Folie gekauft, weil der Lichtbogen im Schweißgerät genauso hell ist wie das der Sonne.“

Wolfgang Busch schlägt sich ein hart gekochtes Ei an den Kopf und zeigt die Delle: „Soweit ist der Mond schon vor der Sonne.“ Die Menschen bücken sich zum Fernrohr und verneigen sich so vor dem Himmelsschauspiel.

Auf dem Dach der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe werden indes modifizierte Schweißermasken herumgereicht. Der 11. Jahrgang des Fachgymnasiums Technik hat sich zwischen den Solarpanelen versammelt, um das Himmelsschauspiel zu beobachten. „Es wird ja richtig kalt“, sagt Mergim (17) als der fast 80 Prozent der Sonne abdeckt. „Das Licht ist ganz diffus“, bemerkt Fynn (19).

Ihr Technik-Lehrer Thomas Bernhardt huscht gelegentlich ins Erdgeschoss. Dort befindet sich der Monitor, der die Stromproduktion durch die Solaranlage und den Verbrauch der Schule dokumentiert. „Wir sind richtig eingesackt, von 36 auf neun Kilowatt Peak“, sagt er. Der Stromversorgung der Schule tut dies aber keinen Abbruch. „Das wird durch anderen Strom ausgeglichen“, berichtet Kai Aagardt, der stellvertretende Schulleiter. Die Ergebnisse der Messungen haben die Schüler im Nachhinein noch einmal analysiert. „Die ganze SoFi ist in den Unterricht eingebunden“, sagt Bernhardt. Schließlich klettert man nicht nur zum Spaß der Schule aufs Dach.

Am Boden blieben Henning Steinbrück und Marten Jäger, Oberstufenschüler an der Reinfelder Immanuel-Kant-Schule. Sie hatten sich aus Backpapier und Pappkartons jeder eine Lochkamera gebastelt und konnten so gefahrlos für die Augen zuschauen, wie sich der Mond vor die Sonne schob. „Die Bauanleitung habe ich bei Google gefunden“, sagte Henning, „geht ganz einfach.“ ba/vb/ukk

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwölf Innungen stellten gestern auf einer Messe in der Oldesloer Arbeitsagentur Berufe vor.

20.03.2015

Tulpenfest in der Reinfelder Innenstadt.

20.03.2015

Walter Engel von der Wählerinitiative bittet Verkehrsminister um Hilfe. Der will die Verkehrsordnung ändern.

20.03.2015
Anzeige