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Stormarn Hamberge muss mehr Abwasser reinigen
Lokales Stormarn Hamberge muss mehr Abwasser reinigen
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23:40 02.08.2017
Die Kläranlage am Buurredder ist nur für 1800 Einwohner ausgerichtet. Die Gemeinde rechnet mit bis zu 3000 Einwohnern. Quelle: Fotos: Thormählen/archiv
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Hamberge

 Die Gemeindevertretung hat einstimmig die Vergabe eines Planungsauftrages beschlossen, um die Kosten für eine mögliche Vergrößerung und Sanierung der Einrichtung zu ermitteln.

 

„Die energetische Sanierung von Schule oder Turnhalle ist nicht sinnvoll.“Ralph Petereit, Bauingenieur

Gemeindevertreter Hans-Karsten Reimers (CDU) betonte während der jüngsten Sitzung, die Kläranlage sei bisher für die Reinigung einer Abwassermenge angelegt, bei der es um rund 1800 Einwohner gehe:

„Wir werden aber über diese Zahl hinauskommen.“ Die Kläranlage sei seit mittlerweile 22 Jahren in Betrieb, auch deshalb müsse jetzt über eine Erweiterung und Sanierung sowie über mögliche Kosten beraten werden.

Eine Alternative, so Hans-Karsten Reimers weiter, sei eine Zusammenarbeit mit Lübeck. Der Bau einer Druckrohrleitung, die notwendig ist, um das Hamberger Abwasser in die Kanalisation der Hansestadt zu pumpen, würden rund eine Million Euro kosten. „Wir wollen dagegen die Kosten für Sanierung und Erweiterung unserer Anlage stellen“, erläuterte der Gemeindevertreter. Die Gemeinde stellt sich auf deutliches Wachstum ein. Wenn alle Bauvorhaben im Rahmen der aktuellen Bauleitplanung umgesetzt sind, könnte die Einwohnerzahl bei rund 2500 liegen – eventuell sogar bei knapp 3000.

Um öffentliche Daseinsvorsorge ging es auch bei der Vorstellung eines energetischen Sanierungskonzeptes für die Schule und die Turnhalle. Ralph Petereit hatte im Auftrag der Gemeinde den Energiebedarf der Gebäude ermittelt. Und der Bauingenieur kam zu dem Schluss, dass sich für Hamberge nur die Installation einer LED-Beleuchtung in der Sporthalle rechne. Hier existieren noch alte Lampen, für die es auch kaum noch Leuchtmittel gibt. Eine Investition, so der Experte, sei für die Gemeinde nach rund vier Jahren abgeschrieben.

Die Gemeindevertretung beschloss einstimmig, eine Förderung für das Vorhaben zu beantragen. Das Geld kann bis Ende September beim Land beantragt werden, eine Förderquote bis zu 40 Prozent sei möglich. Einen Eigenanteil will Hamberge im eigenen Haushalt für das kommenden Jahr ausweisen. Als nicht sinnvoll oder sogar unwirtschaftlich bezeichnete Ralph Petereit eine mögliche energetische Sanierung von Schule oder Turnhalle, um Heizkosten einzusparen. Um Fenster neu einzubauen oder die Außenwände dieser Gebäude besser zu dämmen, seien große Investitionen notwendig – das Einsparungspotenzial dagegen sei dagegen eher überschaubar. Dies Ausgaben würden sich teilweise erst nach 25 oder gar 40 Jahren amortisieren, rechnete der Fachmann vor.

Auch der geplante Anbau für die Grundschule könnte nach seiner Fertigstellung problemlos dank vorhandener Heizungsanlage mit Wärme versorgt werden. Die Gemeindevertreter diskutierten auch eine alternative Energieversorgung der kommunalen Einrichtungen durch den Bau eines eigenen Blockheizkraftwerkes – an der Schulstraße gibt es mit der Grundschule, der Kindertagesstätte, der Sporthalle und dem Feuerwehrgerätehaus eine Bündelung gemeindeeigener Gebäude.

Zu möglichen Investitionen wollte Ralph Petereit nur grobe Schätzungen abgeben – zwischen 80000 und 200 000 Euro. Für den Betrieb eines Blockheizkraftwerkes sei allerdings sinnvoll, dass auch im Sommer eine ständige Abnahme von Energie gewährleistet sei.

 Michael Thormählen

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