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Stormarn Hamberge schlägt die Stunde
Lokales Stormarn Hamberge schlägt die Stunde
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20:39 15.09.2017
Dirk Köberlein installiert die Kabel für das Kirchengeläut. Im Turm gibt es zwei große Glocken.
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Hamberge

Für rund sieben Jahre blieb die alte Stundenglocke stumm, und kein Ton war aus dem großen Turm der Kirche zu hören – gestern gab es mittags das erste Läuten. Nachdem die Handwerker das Feld wieder geräumt haben, ist die Anlage mit neuen Kabeln und einer modernen Elektronik ausgestattet. Damit, so Pastor Erhard Graf, kann in dem Ort eine uralte Gewohnheit wieder aufleben.

Jetzt wissen die Hamberger ganz genau, was die Stunde geschlagen hat. Der Glockenschlag vom Kirchturm ist drei Mal am Tag deutlich zu hören – morgens, mittags und am späten Nachmittag. Damit lässt die evangelische Kirchengemeinde eine alte Tradition wieder aufleben.

Zum Tagesbeginn ertönt die Glocke um 7 Uhr, das Läuten um 12 Uhr wird in der evangelischen Kirche traditionell als Geläut für den Frieden bezeichnet und geht auf die Hamburger Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen aus dem Jahr 1529 zurück. Zum Tagesabschluss um 17 oder 18 Uhr läutet die Stundenglocke dann zum dritten Mal.

Ein eiserner Hammer wird morgens allerdings zehn Mal gegen die große Glocke schlagen, und auch das ist Tradition. „Es geht natürlich um die Uhrzeit, dafür gibt es sieben Schläge, Dazu kommen dann noch drei Gebetsschläge“, erläuterte der Pastor. Gegen Mittag wird ebenfalls die aktuelle Uhrzeit signalisiert, plus der drei Gebetsschläge. Gegen Abend gibt es dann das gleiche Procedere. Das Ertönen der Stundenglocke rührt aus einer Zeit, als die meisten Menschen noch keine Armbanduhren besaßen. „Und so gab es morgens die Glockenschläge zum Arbeitsbeginn, mittags dann zur Pause und dann noch einmal zum Feierabend“, betonte Erhard Graf.

Die Stundenglocke in Hamberge schwieg, weil der Motor defekt und die Steuerung völlig veraltet waren. Elektroinstallateur Dirk Köberlein hat für die Lübecker Firma Kraetke die neuen Kabel bis hoch in den Glockenturm gezogen. Außerdem wurde ein neuer Schaltkasten installiert. „Wir konnten allerdings nicht ständig arbeiten. Teilweise war es doch zu windig da oben“, erläuterte Dirk Köberlein. Und bis ganz nach oben führte nur eine sehr steile Leiter mit vielen Sprossen. Nicht nur die Stromversorgung und die Motorenanlage der Stundenglocke wurden saniert, auch das gesamte Geläut ist instandgesetzt worden. Weitere Motoren sollen folgen.

Programmiert wurde die Anlage von Glockenmonteur Michael Brieger, der für diese Aufgabe spezialisiert ist. Er war gestern für abschließende Arbeiten vor Ort. Die Stundenglocke ist nun mit einer Funkuhr ausgestattet. „Dann gibt es stets die richtige Uhrzeit – im Sommer genauso wie im Winter“, erklärte Pastor Graf. Allerdings kann auch nach der Modernisierung die Anlage nur vor Ort von Hand gesteuert oder geändert werden: „Wir wollten nämlich keine Möglichkeit schaffen, damit sich eventuell von außen jemand einschalten kann und dann die Glocken zu einer ganz anderen Zeit ertönen lässt.“

Nach den bisherigen Plänen muss die evangelische Kirchengemeinde rund 5000 Euro in das Projekt investieren. Dies werde allerdings nicht das letzte Vorhaben sein, blickte Erhard Graf voraus. An der Kirche müsse eine Stützmauer errichtet werden, auch sollte der Vorplatz saniert werden: „Es ist 60 Jahre nichts im Kirchturm passiert. Wir haben auch Feuchtigkeitsschäden im Gebäude.“

Die Kirchengemeinde kann auf finanzielle Rücklagen zurückgreifen, nachdem sie der Gemeinde Hamberge Gebäude und Grundstück des ehemaligen Pastorates verkauft und dafür 160 000 Euro bekommen hatte.

Dabei sei vereinbart worden, dass diese Einnahme für die Kirchensanierung verwendet werden müsse. „Das Geld, das wir dafür haben, wird aber knapp“, so Pastor Graf. Für den Bau einer neuen Orgel oder einer Toilettenanlage werde es sicherlich nicht mehr reichen.

Mehrfach umgestaltet

Die erste Kirche wurde 1327/28 erbaut. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut. Die Sanierung wird an den Backsteinfassaden und den unterschiedlichen Ziegeln sichtbar. Der alte Holzturm brannte 1957 ab und wurde durch einen Kupfer eingedeckten Neubau aus Backstein ersetzt. In diesem Zusammenhang entstand auch eine kleine moderne Vorhalle. 1961 folgten dann weitere Arbeiten. Ein Kirchgestühl, eine Heizungsanlage und ein elektrisches Läutewerk wurden installiert. Es gab auch eine zerlegbare Bühne.

Michael Thormählen

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