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Stormarn Hamberge und Wesenberg lösen ihren Schulverband auf
Lokales Stormarn Hamberge und Wesenberg lösen ihren Schulverband auf
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02:14 26.04.2017
Die Grundschule wechselt in die alleinige Trägerschaft der Gemeinde Hamberge. Der Gebäudekomplex wird erheblich vergrößert. Quelle: Fotos: Mt/archiv
Hamberge/Wesenberg

„In aller Freundschaft“ – so Wesenbergs Bürgermeisterin Karin Dettke – soll der bisherige Schulverband mit der Gemeinde Hamberge aufgelöst werden.

Karin Dettke (Wesenberg).
Paul F. Beeck (Hamberge).

Kinder aus der Gemeinde Wesenberg könnten weiterhin die Grundschule besuchen, die zum 1. September vollständig in die Trägerschaft Hamberges wechselt. Diese Gemeinde will die geplante Erweiterung mit 1,4 Millionen Euro allein finanzieren.

Bisher hatte sich das Amt Nordstormarn als Schulträger engagiert. „Das war eigentlich nur eine Formalie“, erläutert Christina Lehmann, Hauptamtsleiterin in der Amtsverwaltung. Die Regelung sei vor etlichen Jahren getroffen worden, weil früher zwei Kommunen keinen gemeinsamen Verband gründen durften. Später sei es dabei geblieben, auch wenn nur die politischen Vertreter aus Hamberge und Wesenberg Sitz und Stimmen im Schulverband hatten.

Und bei einer Kostenverteilung von 95 Prozent für Hamberge und fünf Prozent für Wesenberg war eigentlich klar, wer das Sagen hatte. „Wir übernehmen jetzt die Investitionskosten für die notwendige Erweiterung vollständig. Wesenberg ist nicht mehr dabei“, erklärte Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck. Allerdings müssten in der Zukunft für Kinder, die aus der Nachbargemeinde kommen, Gastschulbeitäge bezahlt werden.

Um Geld geht es nicht nur bei der Schulerweiterung. Das Amt hat auch den Wert und die Investitionen für den Schulkomplex mit Stand zum 31. Dezember des vergangenen Jahres taxiert. Dabei, so Christina Lehmann, könne die Gemeinde Wesenberg mit einer Rückzahlung von rund 50000 Euro rechnen. Zugrundegelegt seien auch die Ausgaben in den vergangenen zehn Jahren.

„Wir haben das einvernehmlich geklärt“, sagt Wesenbergs Bürgermeisterin Karin Dettke. Ihre Gemeinde wolle sich an den erheblichen Kosten für die Schulerweiterung in Hamberge nicht mehr beteiligen, weil „zurzeit nur noch drei Kinder aus unserer Gemeinde die Schule besuchen“. Diese Zahl sei in den vergangenen Jahren größer gewesen. Es gebe eine Übereinkunft mit Hamberge, dass Eltern aus der Gemeinde Wesenberg auch in Zukunft ihre Kinder auf diese Grundschule schicken dürften. „Wir haben eine freie Schulwahl“, so die Bürgermeisterin. Viele Eltern aus Stubbendorf bevorzugten einen Schulbesuch in Reinfeld.

In allen Fällen müssten allerdings Gastschulbeiträge von einer Gemeinde bezahlt werden, wenn Kinder in einer Nachbarkommune unterrichtet werden. „Diese Summe kann variieren“, stellt Hauptamtsleiterin Lehmann fest. Schulträger könnten Ausgaben auf die Zahl der Schüler umrechnen und dann eine Erstattung fordern. Diese Beträge würden für jedes Jahr neu berechnet.

Angestrebt werde, den Schulverband zum 1. September aufzulösen. Bis dahin müssen also aus Wesenberg keine Gastschulbeiträge nach Hamberge überwiesen werden. Noch in diesem Sommer während der großen Ferien soll die Erweiterung anlaufen. Geplant ist, die Grundschule durchgängig zweizügig auszubauen. Das ist notwendig, weil in der Gemeinde wegen des Zuzugs von jungen Familien erheblich mehr Kinder eingeschult werden.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass eine Einigung mit der privaten Tagespflegestelle Apfelwiese angestrebt werde. Nach dem gültigen Mietvertrag könne dieser Einrichtung erst zum 30. September gekündigt werden. Die Apfelwiese nutzt zurzeit noch ein Gebäude, das auf dem Schulgelände steht. Es muss jedoch abgerissen werden, bevor die Erweiterung anlaufen kann. „Wir versuchen, zu einer Übereinkunft zu kommen“, erklärt Paul Friedrich Beeck. Die Tagesmütter der Apfelwiese hatten sich bereits entschieden, mit ihrer Tagespflege nach Meddewade zu gehen. Hier entsteht mittlerweile ein Neubau für die Einrichtung.

Zwei Sitzungen

Mit der Auflösung des Schulverbandes beschäftigen sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses sowie des Finanzausschusses in Hamberge. Beginn ist heute, 26. April, um 20 Uhr in der Sporthalle.

Das Thema steht auch auf der Tagesordnung einer Sitzung der Gemeindevertretung Wesenberg. Sie beginnt morgen, 27. April, um 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus in Ratzbek.

Michael Thormählen

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