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Hamberge wehrt sich gegen immer mehr Fahrzeuglärm

Hamberge Hamberge wehrt sich gegen immer mehr Fahrzeuglärm

Neue Schutzwälle sollen an der A 1 und an der B 75 errichtet werden.

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Im Bereich der Autobahnbrücke bis zur Bebauung am Sandberg soll an der B 75 eine neue Lärmschutzwand errichtet werden.

Quelle: Thormählen

Hamberge. „Der Lärm von der Autobahn ist schon gesundheitsgefährdend, und 40 Prozent der Hamberger sind davon betroffen“, skizzierte Bürgermeister Paul Friedrich Beeck (CDU) die Problematik während der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Und die Kommunalpolitiker trafen einstimmig mehrere Beschlüsse, damit die von der A 1 und der Bundesstraße 75 ausgehende Belastung nachhaltig reduziert werden kann.

Nach Messergebnissen sind vor allem die Bewohner im Bereich Fliederweg und Sandberg von Imissionen mit bis zu 70 dBA (Schallwert) betroffen. Aus diesem Grund soll die Lärmschutzwand an der A 1 deutlich erhöht und verlängert werden. Außerdem müsse ein lärmmindernder Fahrbahnbelag bei der Sanierung zwischen Reinfeld und Lübeck verwendet werden.

„Die Gemeinde hat einen Anspruch auf den Lärmschutz“, erläuterte der Bürgermeister. Immerhin seien in der Vergangenheit Bestimmungen deutlich verschärft worden, um Bürger vor Verkehrsbelastungen zu schützen. Diese Vorhaben, so sieht der von der Gemeindevertretung verabschiedete Aktionsplan vor, sollen spätestens mit dem Bau des geplanten Teilanschlusses an die A 1 realisiert werden. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht — immerhin soll das notwendige Planfeststellungsverfahren im kommenden Jahr anlaufen.

In den Fokus rückt immer stärker der vom Autoverkehr auf der Bundesstraße 75 ausgehende Lärm. Die Straße soll zur Landesstraße herabgestuft werden. „Auch darüber gibt es vertragliche Abmachungen“, erklärte Paul Friedrich Beeck. In den kommenden fünf Jahren soll die Fahrbahnbreite auf neun Meter zurückgebaut werden und dann innerhalb des Ortes nur noch Tempo 30 zulässig sein. Außerdem müsse es ein Nachtfahrverbot für Lastwagen innerhalb Hamberges geben.

Die Gemeindevertretung, der seit der Kommunalwahl Ende Mai ausschließlich CDU-Mitglieder angehören, forderte mit Nachdruck ein Umsetzen des Ortsschildes an der Bundesstraße in Richtung Reinfeld um rund 500 Meter. Sollte dies nicht möglich sein, müsse auf der Strecke ein Tempolimit von 50 gelten. Wie berichtet, soll der Lärmpegel im angrenzenden Wohngebiet Fliederweg und Sandberg verringert werden. Früher durften Autos mit Tempo 70 unterwegs sein, jetzt ist jedoch wieder 100 erlaubt. Die Kommunalpolitiker griffen eine aus Reihen der Bürger gemachte Anregung auf, den Bau einer neuen Lärmschutzwandwand an der B 75 zu fordern — und zwar im Bereich zwischen der Autobahnbrücke und der Wohnbebauung am Sandberg.

Bürgermeister Beeck führte außerdem Sicherheitsaspekte ins Feld: Immerhin sei an der Trave nahe der Strommeisterei eine neue Biwakstation gebaut worden, die von zahlreichen Gruppen besucht werde.

Viele Kinder und Jugendliche, die aus dem Kreis Stormarn kommen, müssten die B 75 zu Fuß oder auch mit Fahrrädern überqueren: „Und das an einer Stelle, an der Autos mit 100 fahren dürfen.“

Die Kreisverwaltung wird aber nicht nur einen Antrag erhalten, um das angemahnte Tempolimit zu prüfen — aus Hamberge gibt es weitere Post. Die Gemeinde fordert eine Reduzierung der Kreisumlage um zwei Prozentpunkte, damit sie 2014 mehr Geld im eigenen Haushalt behalten kann: „Der Kreis steht finanziell gut da und hat auch gute Steuereinnahmen“, erklärte Bürgermeister Beeck.

Kritik aus Lübeck an den Bauplänen

70 neue Häuser könnten im Laufe der nächsten Jahre östlich des Buchenweges und nördlich des Kiefernweges entstehen. Die Gemeindevertretung Hamberge hat einstimmig für eine Erweiterung des Bebauungsplanes votiert. Bürgermeister Beeck ging auf den Inhalt eines Schreibens ein, das aus dem Lübecker Rathaus eingetroffen ist. Darin lehne Bürgermeister Bernd Saxe die Hamberger Pläne ab — mit der Begründung, dass die Gemeinde offensichtlich Bürger aus der Hansestadt abwerben wolle. „Lübeck ist dagegen, dass in Hamberge gebaut wird, aber unsere 60 000 Euro für die neue Reecker Brücke wollen sie dann doch“, meinte Bürgermeister Beeck. Der Lübecker Einwand „muss uns aber nicht kümmern“.

Beschlossene Sache ist die Erweiterung der Kindertagesstätte „Unterm Regenbogen“. 12 000 Euro stellt die Gemeinde bereit, damit eine weitere Gruppe eingerichtet werden. Es gibt derzeit eine Warteliste mit 13 Jungen und Mädchen.

Michael Thormählen

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