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Stormarn Hamberge will Lärmschutz zusammen mit dem E-Highway
Lokales Stormarn Hamberge will Lärmschutz zusammen mit dem E-Highway
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11:13 22.06.2017
Auf der A 1 rollen rund 9000 Lastwagen täglich. Die alte Lärmschutzwand ist mittlerweile von Bäumen und Sträuchern überwuchert. Quelle: Foto: Thormählen/archiv
Hamberge

Die neuen Chefs im Kieler Wirtschafts- und Verkehrsministerium werden kaum ihre Schreibtische eingeräumt haben, da werden sie bereits mit einem Problem konfrontiert, das ihnen von den Vorgängern hinterlassen wurde. Es geht um die Forderung der Gemeinde Hamberge, endlich die zugesicherte Lärmschutzwand an der Autobahn 1 zu installieren. „Und damit sollte im nächsten Jahr begonnen“, erklärt Bürgermeister Paul Friedrich Beeck (CDU).

Ein Pilotprojekt im Norden

14 Millionen Euro investiert der Bund in den 6,4 Kilometern langen E-Highway zwischen Reinfeld und dem Kreuz Lübeck. Auf beiden Fahrbahnseiten werden Stromleitungen installiert, damit ab 2019 Brummis schadstoffarm fahren können. Die speziell ausgerüsteten Elektro- 40-Tonner sind für die Reinfelder Spedition Bode unterwegs.

Der scheidende Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte noch versucht , die Wogen zu glätten und die Hamberger zu beruhigen. Der Lärmschutz komme auf jeden Fall, und die Ansprüche verjährten nicht nach 30 Jahren. Diese Zahl spielt eine Rolle, weil der Gemeinde im Jahr 1988, als die A 1 dreispurig ausgebaut wurde, auch ein besserer Lärmschutz zugesichert worden war.

Der Bereich zwischen der kleinen Gemeinde in Nordstormarn und dem Kreuz Lübeck ist wieder in den Fokus gerückt, weil auch hier ein E-Highway gebaut werden soll. Stromleitungen an den Straßenrädern liefern die Energie, damit Lastwagen geräuschlos und schadstoffarm auf der Autobahn unterwegs sein können. Torsten Conradt, Leiter des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr, wies während der jüngsten Sitzung des Kreis-Verkehrsausschusses auf dieses Vorhaben hin. Vorgesehen sei am 20. Juli auch ein Gespräch mit Vertretern der Gemeinde Hamberge, bei dem es um den Lärmschutz und den ebenfalls von der Kommune geforderten Bau einer A-1-Anschlussstelle gehen soll. Es werde eine Diskussion mit der neuen Leitung des Verkehrsministerium geben. Torsten Conradt ging davon aus, dass der Bau der Lärmschutzanlage und der Anschlussstelle gemeinsam erfolgen sollte.

Ob sich der designierte Kieler Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) und seine Mitarbeiter dieser Meinung anschließen, ist zurzeit offen. Falls ja – ernteten sie Kritik aus Hamberge.

„Mit diesem Zeitplan gehen wir nicht konform“, stellt Bürgermeister Beeck klar. Die beiden Vorhaben – Lärmschutz und Anschlussstelle – müssten zeitlich von einander getrennt werden. Bei der Errichtung einer Lärmschutzanlage handele es sich in der Planung nur um ein vereinfachtes Verfahren. „Das ist genau sowie wie beim E-Highway. Auch der kann ja schnell gebaut werden, weil es keine weiteren Betroffenen gibt“, erläutert Paul Friedrich Beeck. Aus diesem Grund könnte der Hamberger Lärmschutz schon im nächsten Jahr zusammen mit dem geplanten Bau der neuen Stromleitungen realisiert werden.

Um jedoch eine neue Anschlussstelle an der A 1 zu bauen, ist nach Angaben des Hamberger Bürgermeisters ein Planfeststellungsverfahren notwendig, weil bei diesem Projekt auch die Interessen von Anliegern oder öffentlichen Institutionen berührt werden. Für dieses aufwändige Verfahren müsse ein Zeitraum von vier bis fünf Jahren veranschlagt werden.

Solange jedoch, das macht der Hamberger Bürgermeister deutlich, will die Gemeinde keinesfalls auf den Bau der seit langem zugesicherten Lärmschutzanlage warten. „Wir hätten dann noch den Klageweg vor Gericht“, so Paul Friedrich Beeck. Darüber müsste die Gemeindevertretung entscheiden.

 Michael Thormählen

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