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Stormarn Hamberge will wachsen: Steigt der Kreis auf die Bremse?
Lokales Stormarn Hamberge will wachsen: Steigt der Kreis auf die Bremse?
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20:15 22.10.2013
Das Ortsschild soll um rund 500 Meter versetzt werden. Eine Bebauung hinter Büschen und Bäumen gibt es es nur auf einer Seite. Vom Sandberg (Foto rechts) geht es direkt auf die Bundesstraße. Quelle: Fotos: M. Thormählen
Hamberge

„Wir müssen erst den Antrag der Gemeinde abwarten, bevor er geprüft und darüber entschieden werden kann“, erklärte der Fachdienstleiter für Straßenverkehrsangelegenheiten in der Kreisverwaltung, Dirk Willhoeft. Heute soll während einer Sitzung der Gemeindevertretung die Entscheidung fallen: Hamberge will das Ortsschild an der B 75 rund 500 Meter weiter in Richtung Reinfeld versetzen lassen oder als Alternative ein Tempolimit von 50 beantragen, um Anwohner besser vor Verkehrslärm zu schützen.

Ob die Kommune mit ihrem geplanten Vorstoß Erfolgsaussichten hat, ließ Fachdienstleiter Willhoeft zunächst offen. Sollte eine Bundesstraße „normal ausgebaut“ sein, dürften Fahrzeuge grundsätzlich mit Tempo 100 unterwegs sein. Eine Reduzierung sei nicht notwendig: „Dann darf diese Geschwindigkeit auch bis zum Ortsschild gefahren werden.“

Hamberges Bürgermeister Paul Friedrich Beeck wies darauf hin, dass in der Vergangenheit ab Stubbendorf bis Hamberge auf der B 75 das Tempo auf 70 begrenzt worden sei. Jetzt werde diese Beschränkung unmittelbar hinter dem Kreuzungsbereich Zarpen/Ratzbek aufgehoben — und damit sei bis zur Hamberger Ortsgrenze das Maximaltempo gestattet.

Das Landesbetrieb für Verkehr, so erläuterte Dirk Willhoeft, habe die Möglichkeit, Schilder wieder entfernen zu lassen, wenn die Behörde keine besondere Gefährdung in dem Bereich erkannt habe: „Und dabei bedarf es auch keiner Beteiligung und Zustimmung durch eine Gemeinde.“

Hamberge, so lautet eine einstimmige Entscheidung im Bauausschuss, will das Ortsschild um rund 500 Meter weiter Richtung Reinfeld versetzen lassen, damit die Anlieger im Bereich des Wohngebietes Sandberg besser vor Verkehrslärm geschützt werden. Sollte dies nicht möglich sein, soll dem Kreis Stormarn eine Alternative unterbreitet werden: Ein Tempolimit von 50 auf diesem Teil der Bundesstraße. Außerdem müssten Autofahrer aus dem Sandberg auf die B 75 einbiegen. Dies könne zu Gefahrensituationen angesichts des fehlenden Tempolimits führen.

Ohne einer Entscheidung im Kreishaus vorgreifen zu wollen, wies Fachdienstleiter Willhoeft darauf hin, dass es bisher kein Lärmgutachten gebe. Grundsätzlich sei ein Tempolimit auch aus Lärmschutzgründen nicht möglich. Notwendig sei eine Gefahrenlage. „Wenn jedoch das Ortsschild gut sichtbar ist und Autofahrer sich darauf einstellen können, dann braucht die Geschwindigkeit nicht heruntergelegt zu werden“, erläuterte Dirk Willhoeft.

Eingehend auf das mögliche Umsetzen des Ortsschildes sagte der Fachdienstleiter, dieses Schild setze in der Regel eine beidseitige Bebauung an einer Straße voraus. Autofahrer, die in einen Ort hineinfahren, müssten diesen dann auch gleich wahrnehmen. Wenn ein Ortsschild irgendwo in der Landschaft stehe, sei dies den Autofahrern nicht zu vermitteln.

Die Sitzung der Gemeindevertretung Hamberge beginnt heute, 23. Oktober, um 20 Uhr in der Sporthalle.

Gespräch in Lübeck
Der Bau der Reecker Brücke soll im kommenden Frühjahr anlaufen. Die Reecker sollen auch mitwirken können, beispielsweise bei der Auswahl der Farbe, mit der das Bauwerk gestrichen werden soll. Hamberges Bürgermeister Beeck führt am Donnerstag ein Gespräch im Lübecker Bauamt. Auch die Gemeinde ist an den Planungen beteiligt, weil die Hansestadt ein Grundstück kaufen will. Hamberge stellt 60 000 Euro für den Neubau bereit, der 1,3 Millionen Euro kosten soll.

Michael Thormählen

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