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Stormarn Hammoor macht Tempo für neuen Autohof an der A 1
Lokales Stormarn Hammoor macht Tempo für neuen Autohof an der A 1
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12:36 28.06.2017
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Hammoor

Die Gemeindevertreter von Hammoor haben am Montag die Weichen für den Bau eines Autohofs östlich der A 1 gestellt. Einstimmig beschlossen sie ein Konzept zur Gewerbe-Entwicklung, das Stadtplaner Karsten Schwormstede, der von Hammoor mit der Planung beauftragt ist, zuvor vorgestellt hatte. Damit geht Hammoor auf Konfrontationskurs zur Landesplanung, die an derselben Stelle eine Windeignungsfläche ausgewiesen hat. Bürgermeister Helmut Drenkhahn sowie zwei weitere Gemeindevertreter waren wegen Befangenheit nicht beteiligt.

Die alte Regierung hatte die Fläche, auf der Hammoor ein Gewerbegebiet entwickeln möchte, als Windeignungsfläche ausgewiesen. Aufgrund der Abstandsregelungen wäre dann keine Gewerbeansiedlung in dem Raum möglich. Unterstützung bekommt die Gemeinde von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS). Geschäftsführer Detlev Hinselmann hatte gleich nach Bekanntwerden der Windpläne deutlich gemacht, dass er einen Autohof mit Gewerbe für Stormarn bevorzuge.

Gegen die Windeignungsfläche meldeten die Gemeindevertreter in der Sitzung ebenfalls einstimmig im Rahmen der gemeindlichen Stellungnahme „erhebliche Bedenken“ an. Für die Pläne der Gemeinde spreche, so Schwormstede, dass Hammoor an zwei Landesentwicklungsachsen liege, an denen Gewerbe von überregionaler Bedeutung angesiedelt werden könne. „Hier soll das Autobahnkreuz Bargteheide entstehen. Das ist der ideale Platz für die Ansiedlung von Logistikunternehmen auch vor dem Hintergrund der Fehmarn-Belt-Querung.“ Außerdem herrsche Mangel an Lkw-Rastplätzen, die dann zur Verfügung stünden. In Hammoor handele es sich somit um ein Gewerbegebiet von überregionaler Bedeutung.

Die Windpläne stünden im Widerspruch zur gemeindlichen Zielsetzung bezüglich der langfristigen Gewerbeentwicklung, so der Stadtplaner weiter, die Flächen seien seit vielen Jahren für die Gewerbeentwicklung vorgesehen. Allerdings stünden auch die strengeren Abstandsregelungen zu Wohngebieten, die die neue Regierung angekündigt habe, einer Windeignungsfläche nicht im Wege.

Hammoor will den Autohof, zudem weitere autoaffine Gewerbeansiedlungen wie Tankstelle, Motel oder eine Werkstatt. „Es gibt dazu von allen Seiten ein positives Echo“, sagte Schwormstede. „Der Kreis hat stadtplanerisch und städtebaulich keine Bedenken.“ Auch die Gemeinden im weiteren Umkreis hätten keine Bedenken. Die Abwasserentsorgung sei leistbar, und BUND und Nabu hätten ihr Einverständnis gegeben, allerdings solle geprüft werden, ob die Knicks erhalten bleiben könnten. Das zuständige Bundesministerium habe sein grundsätzliches Einverständnis signalisiert.

„Das Autobahnkreuz wird Kleeblattform bekommen, und die Autobahnbrücken müssen erneuert werden“, so der Planer. Dafür müssten zwei kleinere Flächen vom Gewerbegebiet ausgenommen werden.

„Gegen die Entwicklung eines allgemeinen Gewerbegebietes östlich der Autobahn bestehen seitens der Landesplanung raumordnerische Bedenken“, führte Schwormstede an, deshalb solle die Gemeinde die Fläche als reines Sondergebiet Autohof ausweisen, auch wenn nur 50 Prozent dafür vorgesehen seien. Dann könne in Abstimmung mit dem LBV weitergeplant werden. „Es besteht eine grundsätzliche Realisierbarkeit.“

Widerstand der Grundbesitzer

Die Gemeindevertreter sind sich einig, doch von Seiten der Grundbesitzer soll es Widerstand geben. „Es gibt 14 Landbesitzer, denen ein großer Teil der Fläche gehört“, erläuterte ein Zuschauer nach der Gemeindevertretersitzung. „Sie wollen das Land nicht für ein Gewerbegebiet verkaufen und haben sich bereits mit einem Windparkanbieter in Verbindung gesetzt.“ Als Vorteil sehen sie die Verpachtung, die Geld bringe, ohne dass die Flächen verkauft werden müssten.

 Bettina Albrod

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