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Stormarn Hand in Hand: Im Kinderhaus wird Integration gelebt
Lokales Stormarn Hand in Hand: Im Kinderhaus wird Integration gelebt
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20:16 22.12.2015

Das Kinderhaus Blauer Elefant in Ahrensburg ist bunt: „Wir haben im Stadtteil Gartenholz immer schon viele Kulturen erlebt“, erklärt Leiterin Frauke Worbs. Als das Haus 2001 eröffnet wurde, trafen sich Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft bei den Angeboten der Einrichtung, und natürlich, so Worbs, habe es Schwierigkeiten durch die unterschiedlichen Kulturen gegeben. Von daher konnten Frauke Worbs und ihre Mitarbeiter längst ein Basiskonzept für die spezielle Problematik entwickeln, die jetzt auch bei der Flüchtlingsfrage greift.

Im Grunde ist die Einrichtung ein kleiner Freistaat: „Wer zu uns kommt, muss die Kinderrechte als Basis akzeptieren“, stellt Frauke Worbs klar. „Bei uns gelten Respekt und Achtung vor Menschen, Tieren und Sachen. Das gilt für jeden, der ins Haus kommt.“

Nicht die Hautfarbe zählt, das Miteinander und die Werte bestimmen den Umgang verschiedener Nationen miteinander. „Wo der einzelne herkommt, ist interessant, aber wichtig ist, was man hier und heute ist“, erklärt Frauke Worbs. Das gelte nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingserfahrung: „Es gibt bei uns viele Menschen, die Ansprache und Unterstützung brauchen.“ Sie alle seien im Kinderhaus willkommen, wo es viele verschiedene Angebote gibt, die beim Lernen helfen und die Integration voranbringen. Erziehungsberatung, offenes Spielen, Hausaufgabenhilfe, Koch- und Kreativwerkstatt, Kinderkleider- und Spielzeugmarkt — über das Erleben sammeln Besucher Erfahrungen und lernen automatisch.

„Alle sind gleich, niemand wird bewertet“, sagt Frauke Worbs. „Wir wollen Bedürfnisse decken, die erkennbar werden.“ Profitieren könnten alle davon, wenn beim Kochen gefragt werde, welche Früchte es in Afghanistan gebe oder wie man in Indien koche. Die Welt im Kinderzimmer werde größer dadurch, und im Mittelpunkt stehe die Sprachförderung, nicht nur für Ausländer, sondern für alle. „Das Spielen und Reden untereinander hat einen großen Lerneffekt“, hat Frauke Worbs beobachtet, „Kinder lernen viel voneinander, alleine durch das Spielen. Das kann man beispielsweise beim Fußball gut beobachten.“ Dazu kommt, dass sich im Kinderhaus auch alle mittels Gestik ausdrücken, so dass auf mehreren Ebenen kommuniziert wird.

Draußen kickt der Praktikant mit drei Jungs um die Wette, und die sind begeistert dabei. Hakob, Suleyman und Serge stammen aus Armenien; seit einem Jahr leben sie in Deutschland und finden Spielkameraden im Kinderhaus. Zwischen sieben und zehn Kinder aus Flüchtlingsfamilien kommen nach Ahrensburg ins Kinderhaus, zusätzlich zu den Kindern aus der Stadtteilarbeit. Die Einrichtung des Deutschen Kinderschutzbundes wird von vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt, die kochen oder bei der Hausaufgabenbetreuung helfen. „Einmal war ein kleines Mädchen hier, hat durch ein Buch geblättert und plötzlich Schneewittchen erkannt“, erzählt Frauke Worbs — Völkerverständigung Disney sei Dank.

Sie wünscht sich eine nachhaltige Integration, die nicht bei der Teestube aufhöre, sondern Menschen mit in die Gesellschaft nehme. „Einsamkeit und Integration kann man nicht an der Kultur festmachen“, sagt Frauke Worbs, „es gibt überall isolierte Menschen.“

Bettina Albrod

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