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Stormarn Handwerk hat wieder goldenen Boden
Lokales Stormarn Handwerk hat wieder goldenen Boden
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11:48 30.05.2016
Deftig: (v. l.) Wilfried Koops füllte die Teller von Kreishandwerksmeister Björn Felder und Kreispräsident Hans-Werner Harmuth auf. Quelle: mt

Steaks, Würstchen und Bratkartoffeln – beim Sommerempfang des Stormarner Handwerks wurde kräftig und deftig aufgetischt. Und die Verpflegung muss stimmen, weil Chefs und Mitarbeiter angesichts der aktuellen Konjunkturlage viel Kraft brauchen, um alle Aufträge erledigen zu können. „Die Auftragslage ist gut“, stellte Kreishandwerksmeister Björn Felder fest.

Die Kreishandwerkerschaft hat mit ihren bisherigen Gepflogenheit gebrochen. Erstmals wurde ein Empfang während der warmen Jahreszeit ausgerichtet. Stattdessen ist der sonst übliche Neujahrsempfang gestrichen worden. „Wir wollen sehen, wie sich das bewährt“, erklärte Björn Felder während der Begrüßung auf dem Gelände des Jugendaufbauwerkes in Bad Oldesloe. Neben den Firmenchefs waren zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung gekommen. Mit dabei waren unter anderem Stormarns Kreispräsident Hans-Werner Harmuth und der Präsident der Handwerkskammer Lübeck, Günther Stapelfeldt.

In vielen Gesprächen ging es vor allem um die aktuelle wirtschaftliche Situation der Unternehmen. Und die sei, so Björn Felder und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Marcus Krause, für die meisten Betriebe in Stormarn „sehr gut bis befriedigend“. Es komme teilweise darauf an, ob die Handwerker im Baubereich oder als Dienstleister tätig seien. „Wir haben zurzeit eine gute Auslastung, und das wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr noch der Fall sein“, wagte der Kreishandwerksmeister eine Prognose für die nähere Zukunft.

Vor allem im Bauhaupt - und Baunebengewerbe sei die Lage gut. „In Kiel gibt es beispielsweise drei Maurerbetriebe, die Kurzarbeit anmelden mussten. Davon sind wir weit entfernt“, so Björn Felder. Und Marcus Krause wies auf die hohe Wirtschaftskraft in Stormarn hin: „Wir haben eine Arbeitslosenquote von nur etwa drei Prozent.“ Aus diesem Grund investierten viele Hauseigentümer in die Modernisierung oder Sanierung ihrer Gebäude. Diese positive Lage werde außerdem durch die aktuelle Zinspolitik beflügelt. Wer baut oder sanieren will, müsse für eine Hypothek wenig zahlen, bekomme jedoch auch kaum noch Zinsen für sein eigenes Kapital.

„Wir sind auf einem guten Weg“, stellte Björn Felder für seine Kollegen fest. Handwerker bewiesen große Flexibilität, um die vielen Aufträge abzuarbeiten. „Kunden müssten aber schon bereit sein, um längere Wartezeiten in Kauf zu nehmen“, so der Kreishandwerksmeister. Viele Betriebe hielten sich auch jetzt noch Kapazitäten frei – dies allerdings meistens für Notfälle. „Das ist dann auch bei mir möglich“, betonte Björn Felder, Chef eines Betriebes in der Kraftfahrzeugbranche: „Doch wenn nur das Radio nicht mehr richtig spielt, dann kommt der Kunde nicht immer gleich dran.“

Flexibilität und Einsatzbereitschaft sind allerdings dann Grenzen gesetzt, wenn es auf anderen Baustellen kaum vorangeht. Björn Felder: „Ich habe meinen Betrieb an der Autobahn. Da stehen wir oft im Stau – erst ging eine Firma bei der Sanierung pleite und jetzt wird noch die Travebrücke saniert. Das ist kaum zu verstehen.“

Um angesichts des Booms einem Fachkräftemangel vorzubeugen, sind die Anstrengungen bei der Ausbildung erhöht worden. „Die Zahl der Lehrstellen ist 2015 um zwölf Prozent gestiegen“, erläuterte Marcus Krause. Auch ein gutes Betriebsklima könne dazu beitragen, um qualifizierte Mitarbeiter zu halten. „Wir bilden außerdem junge Leute mit Migrationshintergrund aus, wenn Sprachkenntnisse vorhanden und eine soziale Integration gegeben sind. Im Handwerk kommt es nicht auf Herkunft und Hautfarbe an – die Leistung muss stimmen“, so Björn Felder.

Handwerker von nebenan

680 Betriebe gehören den insgesamt 13 Innungen der Kreishandwerkerschaft an. Und die Tendenz sei steigend, so Geschäftsführer Marcus Krause.

Offensichtlich sei die Mitgliedschaft in einer Innung und das Führen eines Meistertitels ein Qualitätsmerkmal. Erfreulicherweise gebe es auch den Trend, immer öfter Aufträge an Firmen zu vergeben, die ihren Sitz in der unmittelbaren Nachbarschaft haben, stellte Kreishandwerksmeister Björn Felder fest. So könnten mögliche Streitfälle schneller wieder beigelegt werden.

 Michael Thormählen

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