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Stormarn Harte Prüfung für die neuen Aktiven
Lokales Stormarn Harte Prüfung für die neuen Aktiven
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19:39 17.06.2016
 Hier ging es um das Löschen und seine verschiedenen Techniken. Quelle: Fotos: Benjamin Schulz (hfr)/jeb*
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Barnitz

Schlagartig ist die Nordstormarner Wehr um 13 Aktive reicher geworden, und die Wehren aus Poggensee, Seefeld und Reinfeld freuen sich über je zwei neue, gewissermaßen grundausgebildete, Leute. Nordstormarns Amtswehrführer Albert Iken nahm jetzt die Abschlussprüfung der Anwärter zum Feuerwehrmann auf einem Resthof in Klein-Barnitz ab. Wenn die Frauen und Männer 18 Jahre alt sind, können sie im Ernstfall eingesetzt werden.

 

Hier beweisen die Nordstormarner Brandschützer, wie sie mit Schläuchen umgehen können.
„Ich bin mit den gezeigten Leistungen sehr zufrieden. Das war klasse.“Albert Iken, Amtswehrführer
Hier beweisen die Nordstormarner Brandschützer, wie sie mit Schläuchen umgehen können.

Und Iken ist hochzufrieden mit den neuen Leuten. „Große Klasse“ lobte er die Leistungen nach einer seit Anfang Februar laufenden Ausbildung zum Truppmann/-frau. Von Dienstgraden über Löschtechniken, Baukunde und Löschwasserversorgung bis hin zu Arbeitsleinen, Tragebeutel, Schläuchen, Funk und Unfallverhütungsvorschriften kennen und können die Neuen nun alles, was in einer Feuerwehr von Bedeutung ist und können, sofern sie 18 Jahre alt sind, eingesetzt werden. Sie haben Vorträge gehört in der Kreisfeuerwehrzentrale, Flashover und Fettexplosionen erlebt und das Verhalten bei Unfällen erlernt.

Einfach war diese Ausbildung in der Freizeit gewiss nicht, es gelten strenge Regeln bei den Brandschützern. „Wer zweimal fehlt, bekommt keine Lehrgangsbescheinigung“, heißt es bei der Feuerwehr im Amt Nordstormarn.

Allerdings hätte sich Albert Iken noch mehr Bewerber um den Titel eines Truppmannes oder einer Truppfrau gewünscht. Er setzt nun für den nächsten Lehrgang auf die Wirkung der aktuellen Werbekampagne der Stormarner Wehren, bei der reale Familien und Personen auf Plakaten um weitere Mitglieder werben. Nun hat er zwar 13 Leute mehr, aber die müssen unter anderem auch diejenigen ersetzen, die bis vor etwa drei Jahren bei leichteren Aufgaben wie Verkehrssperren oder Kellerauspumpen noch gut helfen konnten.

Eine neue Regelung verhindert nämlich, dass unter 18-Jährige im Ernstfall gleich welcher Art helfen dürfen. „Das ärgert uns über alle Maßen“, sagt der Amtswehrführer. Und die jungen Leute, selbst voller Tatendrang, fänden das „ätzend“, berichtet er.

Iken versteht zwar, dass der Nachwuchs aus psychologischen Gründen nicht unbedingt mit schweren Unfällen konfrontiert werden sollte, sieht in dieser Vorschrift aber einen Widerspruch zu etwa in der Landwirtschaft geltenden Regeln. „Dort“, argumentiert er, „dürfen 16-Jährige einen Trecker mit einem Gesamtgewicht von bis zu 40 Tonnen fahren, aber bei einem geplatztem Rohr wie jetzt in Badendorf dürfen sie nicht eingesetzt werden.“

 Uwe Krog

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