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Stormarn „Hau ab du Angst“ stärkt Grundschüler
Lokales Stormarn „Hau ab du Angst“ stärkt Grundschüler
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18:28 09.11.2017
Ritter Doppelherz (l.) ist entlarvt: Walter von der Vogelkacke, Lotte und Madame Frosch haben sich erfolgreich gegen ihn zur Wehr gesetzt. Quelle: Fotos: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

23 Schulklassen aller Oldesloer Grundschulen besuchten die von einem eigens gebildeten Kooperationsbund zur „Prävention gegen sexuelle Gewalt“ organisierte Veranstaltung im kostenlos von der Stadt zur Verfügung gestellten Saal des KuB und waren begeistert – und gestärkt. Lustig und musikalisch war das Theaterstück um Lotte, die auf dem Weg zu ihrem Onkel den Musikanten Walter von der Vogelkacke und Madame Frosch trifft. Lotte war zunächst lustig und vergnügt, wurde allerdings verschlossen, als sie nachts vom „Grabbelfinger“

Wie vermittelt man Kindern, sich vor sexuellen Übergriffen zu schützen, ohne ihnen zu sehr Angst zu machen? Das zeigte in dieser Woche in Bad Oldesloe das Musiktheater „Springinsfeld“ eindrucksvoll mit dem speziell dafür entwickelten Theaterstück „Hau ab du Angst“.

Sieben Partner

Kooperationsbund: Irmela Reynders (Evangelische Beratungsstelle), Janet Mitzkat (Kreisfachberaterin für schulische Sucht- und Gewaltpräventation), Magdalena Thams und Florian Bauer (Pro familia), Anja Deloch (Frauen helfen Frauen ), Christa Wanzek-Sielert (Sachgebietsleitung Zentrum für Präventation, IQSH), Petra Linzbach (Jugendschutz, Fachdienst Familie und Schule), Günther Frank (Aids- und Sexualberatung, Fachdienst Gesundheit).

besucht wurde. Sie war dann jedoch mutig genug, sich mit Hilfe ihrer Freunde dagegen zu wehren.

„Wenn man sich zusammentut und anderen Leuten von den ,schlimmen Sachen’ erzählt, wird alles gut“, hat Marie von dem Stück gelernt. Die Zehnjährige fand die Aufführung zudem sehr lustig. Ihren Klassenkameraden Daniel (10) begeisterte vor allem die Musik. Der Stadtschüler hat zudem mitgenommen, dass man nicht grundsätzlich vor jedem Angst haben sollte. „Tatsächlich hat das Stück das Thema wirklich sehr kindgerecht aufgearbeitet, das richtige Verhalten, also ,Nein’ zu sagen und sich trauen, das Erlebte zu erzählen, gut in die Geschichte mit eingearbeitet, so dass kein Schüler mit Angst im Bauch nach Hause gegangen ist“, betont Stadtschul-Lehrerin Helen Fehrer. Sie kannte „Hau ab du Angst“ vorher nicht, war jedoch durch die vorangegangene Fortbildung schon über den Inhalt informiert. Denn der Kooperationsbund hat nicht nur die einstündige Aufführung nach Bad Oldesloe geholt, sondern ein komplettes Projekt daraus gemacht. „Vorab gab es eine Fortbildung für die Lehrkräfte, dazu zwei Info-Abende und eine gesonderte Vorstellung des Stücks für die Eltern. Zudem sollen das Thema und der Besuch des Theaterstücks im Unterricht nachbearbeitet werden“, erklärt Anja Deloch von „Frauen helfen Frauen“. Über zwei Jahre habe die Vorbereitung gedauert, berichtet sie und bedankt sich noch einmal speziell bei Bärbel Nemitz, welche die Aktion überhaupt ins Rollen gebracht und auch komplett finanziert hat. Der 64-jährigen Oldesloerin war es ein Bedürfnis, auf das Thema sexuelle Gewalt, speziell im häuslichen Bereich, aufmerksam zu machen, sie finanzierte das Ganze und suchte sich mit den einzelnen Beratungsstellen, die sich dann zu einem Kooperationsbund zusammenschlossen, kompetente Partner. Das Musiktheater „Springinsfeld“ kannte die dreifache Oma, weil ihre Cousine dort arbeitet.

Dass die Aufführung von „Hau ab du Angst“, welches bereits 1991 in Hildesheim uraufgeführt wurde, wirklich etwas bringt, hat sich im Laufe der Jahre schon mehrfach gezeigt: „Nach der Vorstellung kam einmal ein Mädchen zu mir und fragte nach der Nottelefonnummer, da ihr genau so etwas passiert sei“, erinnert sich Darstellerin Annli von Alversleben. Und Kollegin Antje Kilian traf letztens eine junge Frau, die sich immer noch an das Titellied „Hau ab du Angst, komm mir nicht zu nah, ich habe Mut, dann wird alles gut“ erinnert und es in beängstigenden Situationen sich selbst Mut machend vor sich hin summt.

Sandra Freundt

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