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Heidekamp: Pflichtwehr ist vom Tisch

Heidekamp/Reinfeld Heidekamp: Pflichtwehr ist vom Tisch

Die Brandschützer aus den Nachbarorten Zarpen und Reinfeld rücken stets mit aus, wenn es brennt.

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V.l.: Bürgermeister Dr. Horst Mosler, Amtsvorsteher Paul-Friedrich Beeck, Amtswehrführer Albert Iken, Amtsdirektor Sönke Hansen.

Quelle: Foto: ukk

Heidekamp. Trotz der dünnen Personaldecke der Freiwilligen Feuerwehr Heidekamp wird es in dem Ort keine Pflichtwehr geben. Das betonen Nordstormarns Amtsvorsteher Paul-Friedrich Beeck, Amtsdirektor Sönke Hansen und Albert Iken in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Zwar sei die Wehr mit zurzeit gerade mal 15 Aktiven weiterhin nur dünn besetzt. Doch in der Alarm- und Ausrückeordnung werden die Zarpener und die Reinfelder stets mit alarmiert, wenn es auf Heidekamper Gebiet brennt. „Das reicht aus“, sagt Nordstormarns Amtswehrführer Albert Iken, „sie halten die Hilfsfristen ein.“

Das sei zwar vom Dorf allein nicht zu schaffen, doch gemeinsam mit den Nachbarwehren gebe es immer genügend Schichtarbeiter, Selbstständige und Urlauber, die bei Bränden und anderen Einsätzen zu Hilfe eilen könnten. Iken ist stets darauf bedacht, dass neue Mitglieder aus freien Stücken eintreten. „Die Wehrpflicht haben wir abgeschafft, da führen wir doch keine Pflichtwehr ein. Die Feuerwehr muss attraktiv sein.“

Amtsdirektor Sönke Hansen sieht in einer Pflichtwehr sogar einen „unverhältnismäßigen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht“, weil der Brandschutz auch ohne Pflichtwehr gewährleistet sei. „Schon deshalb kommt eine Pflichtwehr nicht infrage.“ Nach Hansens Informationen steht die Feuerwehr auch nicht vor einer Auflösung, weil sie zu wenige Leute in ihren Reihen habe. „Der Kreis Stormarn duldet diesen Zustand weiterhin. Mindestens für die nächsten fünf Jahre“, erklärt Hansen.

Es hatte kürzlich Unruhe in Heidekamp wegen der Personalstärke gegeben. Deshalb hatte sich Bürgermeister Dr. Horst Mosler bemüßigt gesehen, die Brandschützer nach der Zufriedenheit mit ihrer Wehrführung zu befragen. Die standen mit großer Mehrheit hinter ihrem Wehrführer, allerdings hätten drei Leute in dem Fragebogen angekreuzt, sie würden austreten, wenn sich nichts ändere. Zurzeit, berichtet der Amtswehrführer, würden Gespräche geführt.

Amtsvorsteher Paul-Friedrich Beeck betont unterdessen die sozialen Funktionen der örtlichen Wehren. Sie seien wichtige Träger der dörflichen Kultur und des Gemeindewesens: „Die Nordstormarner Feuerwehren sind stark. Ein verlässlicher Partner für Sicherheit.“ Immerhin erfüllten im Amtsgebiet mehr als 460 aktive Feuerwehrfrauen und -männer in 19 Wehren ihre Aufgaben. Hinzu kommen sechs Jugendwehren mit mehr als 100 Nachwuchsmitgliedern.

Neun Löschfahrzeuge, ein Tanklöschfahrzeug, zwölf Tragkraftspritzen und sieben Mannschaftstransporter seien im Amtsgebiet im Einsatz. Möglicherweise kommt im nächsten Jahr eine Neuerung hinzu.

Heidekamps Bürgermeister Mosler rechnet derzeit nach, wie sich die kleinste Gemeinde in Nordstormarn ein neues Fahrzeug leisten kann. Ihr noch im Dienst stehendes Löschfahrzeug fährt bereits seit 1991. Das Feuerwehrauto hat eine Tragkraftspritze an Bord und eine sogenannte Light-Water-Anlage gegen kleinere Feuer. Der neue Wagen müsse allerdings der Gemeindegröße angepasst werden. Amtsdirektor Hansen spricht von einer Anschaffung mit Augenmaß. Ein Teil der Finanzierung ist immerhin schon gesichert. Mosler: „Der Förderbescheid liegt vor.“

„Die Hilfsfristen können eingehalten werden.“
Albert Iken, Amtswehrführer
„Die Feuerwehren sind wichtiger Teil der Dorfkultur.“
Paul-Friedrich Beeck, Amtsvorsteher

Uwe Krog

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