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Stormarn Trauer um Reiterin Heidi Hamann
Lokales Stormarn Trauer um Reiterin Heidi Hamann
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06:00 10.02.2019
Heidi Hamann verbrachte jede freie Minute bei ihrem Pferd „Consi“. Quelle: hfr
Badendorf

476 Spender hatten sich am 2. Dezember letzten Jahres auf den Weg ins kleine Badendorf gemacht, um sich für die Deutsche Knochenmark Spenderdatei (DKMS) typisieren zu lassen. Sie alle wollten Heidi Hamann helfen, einer 52-jährigen Powerfrau, die an einer akuten lymphatischen Leukämie (ALL) mit der als „Philadelphia-Chromosom“ bezeichneten genetischen Veränderung des Chromosoms 22 erkrankt war.

Sie wartete im Krankenhaus darauf, Stammzellen eines genetischen Zwillings transplantiert zu bekommen. Die Chancen, dann wieder gesund zu werden, standen gut. Doch leider ist es nicht mehr zu einer Stammzellenübertragung gekommen. Heidi Hamann verstarb nur einen Monat nach der Typisierungsaktion am 3. Januar 2019.

Seit Anfang November im Krankenhaus

Seit dem 8. November lag die Badendorferin im Krankenhaus und wurde dort behandelt. „Wir alle hatten Hoffnung, denn bereits kurz vor der Typisierungsaktion sind drei potenzielle Spender gefunden worden. Zwei von ihnen waren auch sofort bereit, sich Stammzellen für Heidi entnehmen zu lassen. Aber wir alle hatten auch Angst, denn sie hatte große Schmerzen und hat Bestrahlung bekommen.

Besonders aber hat ihr die Chemotherapie zugesetzt, die sie überhaupt nicht vertragen hat. Sie wurde immer schlapper und hat keine Luft mehr bekommen “, erzählt Marion Dingel (41), die wohl engste Freundin von Heidi Hamann, die am 26. Januar 53 Jahre alt geworden wäre.

Reiterstatistin bei Karl-May-Spielen

„Sie war eine gute Reiterin“, erzählt Marion Dingel. So gut, dass sie als Reiterstatistin für die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg ausgewählt worden war. Beide Frauen haben viel Zeit im Reitstall von Claudia Leinius in Badendorf verbracht. Jede freie Minute sei Heidi Hamann bei ihrem Pferd „Consi“ gewesen, das sie abgöttisch geliebt habe. „Momentan kümmert sich meine Nichte Julika um das Pferd. Das hat Heidi so gewollt“, verrät Marion Dingel.

Sie und die anderen Frauen des Reiterhofes, die zusammen mit Claudia Leinius und Miriam Kanzler die Typisierungsaktion organisiert hatten, seien tieftraurig und müssten oft an Heidis Mutter denken. Beide hätten ein enges Verhältnis zueinander gehabt. Mit dem Tod ihrer Tochter habe die 80-Jährige ihren letzten Verwandten verloren und stünde nun ganz allein da.

Beisetzung in einer Urne

Es sei der Wunsch der alten Dame gewesen, Traueranzeigen erst am 10. Februar zu schalten. „Sie brauchte Zeit und das haben wir natürlich respektiert. Vergangenen Dienstag war die Urnenbeisetzung, die noch einmal viel Kraft gekostet hat“, sagt Marion Dingel. Sie dankt den Medien für ihre Unterstützung und den Firmen und Vereinen, die zur Finanzierung der Typisierungsaktion beigetragen haben. Besonders dankt sie den 476 Spendern, die sich am 2. Dezember für Heidi Hamann auf den Weg nach Badendorf gemacht hatten und dadurch hoffentlich irgendwann ein anderes Leben retten können.

Petra Dreu

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