Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Helmut Zierl führt Regie in Trittau

Trittau Helmut Zierl führt Regie in Trittau

Die Laienspieler bringen mit ihm das Stück „Frau Müller muss weg“ auf die Bühne – für einen guten Zweck.

Voriger Artikel
Larissa Kühl startet ihre Ausbildung in Teilzeit
Nächster Artikel
Oststeinbek: Motorraum eines Kleinwagens brennt

Regisseure unter sich: Der Schauspieler Helmut Zierl (61) und seine Co-Regisseurin Bettina Korger.

Quelle: Fotos: K. Kuhlmann-Schultz

Trittau. Es ist eine reine Freude: Die Trittauer Laienspieler präsentieren ihr neues Stück „Frau Müller muss weg“ mit einer wunderbaren Intensität. Die kommt – natürlich – zum einen von den Darstellern selbst, zum anderen aber auch von ihrem Regisseur. Und das ist bei diesem Stück der Schauspieler Helmut Zierl. Der ist ganz begeistert von seiner Truppe. „Für Laienspieler sind die der Hammer. Was sie präsentieren, ist wirklich profi-like“, freut sich Zierl nach einem gelungenen Durchlauf des Stückes im Forum des Trittauer Gymnasiums. Er kann die Premiere am 9. September kaum abwarten.

LN-Bild

Die Laienspieler bringen mit ihm das Stück „Frau Müller muss weg“ auf die Bühne – für einen guten Zweck.

Zur Bildergalerie

Die Freude ist beidseitig. Auch die Laienspieler stehen mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein auf der Bühne. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen unserer Arbeit und der Arbeit mit ihm“, erklärt Ulrike Stehr, die in dem Stück Jessica Höfel spielt, die Elternsprecherin der Klasse 4b. „Wenn wir ein Stück machen, arbeiten wir szenisch, er arbeitet an den Charakteren.“ Zierl würde mit ihnen nach professionellen Maßstäben arbeiten. „Wir nehmen hier so viel mit“, so Stehr. Was ihre Kollegin Antje Schumann-Neitzel, die die Mutter Katja Grabowski spielt, nur zu gern bestätigt. „Er kann so richtig zeigen wie jemand ist, der traurig, enttäuscht oder böse ist.“ Vormachen, nachmachen, wenn Helmut Zierl spielt, so Schumann-Neitzel, „dann kommt das so natürlich rüber. Bei uns war das manchmal so aufgesetzt. Dabei soll es ja möglichst authentisch wirken.“ Und das tut es jetzt.

Der Neu-Regisseur und Schauspieler Zierl, der immer damit geliebäugelt hat, selbst zu inszenieren, hat sich ganz bewusst für die Trittauer Laienspieler entschieden, um mit ihnen „Frau Müller muss weg“ auf die Bühne zu bringen. „Sie sind nicht ganz jung und nicht ganz alt, im Stück gibt es sechs Charaktere, die sich im Rahmen dessen bewegen, in dem viele Laienspieler angesiedelt sind. Ich habe gewusst, dass es da großes Potential gibt“, erklärt Zierl, der in Lütjensee zu Hause ist. Und verrät, dass er zum ersten Mal mit Laienspielern arbeitet. Er, der selbst seit 41 Jahren als Profi auf der Bühne und vor der Filmkamera steht.

Bei der Arbeit mit den Trittauern denkt er deshalb auch unweigerlich immer mal wieder an seine eigenen Anfänge auf der Bühne. „Ich erkenne viele Fehler aus der Anfängerzeit wieder“, blickt Zierl zurück. So das Phänomen: Wohin mit den Händen. Oder auch die Bescheidenheit und manchmal mangelnde Selbstsicherheit. „Sie trauen sich nicht, den Raum für sich einzunehmen“. Und Effekt-Pausen dort zu machen, wo es für das Stück gut ist. „Dabei lebt ein Stück von den Pausen, die machen es für die Zuschauer spannend.“ Die Laienspieler würden alles aufsaugen, auch die Arbeit an nur einem Satz. Hier empfiehlt der Profi: „Spür den Satz, empfinde den Satz“.

Für Co-Regisseurin Bettina Korger ist es, wie für ihre schauspielernden Kollegen, eine spannende Zeit. „Helmut Zierl hat eine ganz andere Vorgehensweise. Die Feinheiten hätte ich nie alleine herausgeholt. Wir haben das ja auch nicht gelernt, es ist unser Hobby“, erklärt sie. Und kassiert ein dickes Lob von Zierl: „Ohne Bettina Korger würde das gar nicht funktionieren. Es ist so viel auch im Hintergrund zu machen. Zudem ist die Besetzung ist großartig.“ Die hat Korger selbst gemacht. Und damit wohl wirklich ein gutes Händchen bewiesen. Denn Heidi Borchert-Schlichting, die die umstrittene Lehrerin Frau Müller spielt, hat „einen riesigen Spaßfaktor. Teilweise ist die Frau Müller so ähnlich wie ich, leicht resolut. Da kann ich mich gut mit auseinandersetzen“.

Helmut Zierl sind die Laienspieler ans Herz gewachsen. Er freut sich, gemeinsam mit ihnen „die Komödie mit realistischem Hintergrund“ präsentieren zu können. Und will damit ein gutes Werk tun: Erlös und Sponsorengelder sollen wohltätigen Zwecken in Trittau und Lütjensee dienen. Helfen will Zierl damit Flüchtlingen. Denn „denen geht es definitiv nicht gut“. Bewusst wurde ihm das, als er eine Zwei-Zimmer-Wohnung an Asylbewerber vermieten wollte. Er dachte an ein Paar, das Amt schlug ihm sechs junge Männer vor. Zierl konnte es nicht fassen. Ihn schockierte, dass einem Flüchtling nur acht Quadratmeter zustehen. Jetzt hilft der Schauspieler den Flüchtlingen auch mit einem Theaterstück, das für alle eine reine Freude ist.

Von Eltern, falschem Ehrgeiz und auch von Kindern

Frau Müller muss weg ist ein Schauspiel von Lutz Hübner. 2015 kam das Stück als Film in die Kinos. Jetzt hat es am Freitag, 9. September, in Trittau Premiere (Forum des Gymnasiums Trittau). Weitere Aufführungen sind am 10. und 11. September ebenfalls im Forum der Schule. Am 17. und 18. September präsentieren die Trittauer Laienspieler das Theaterstück im Dorfgemeinschaftshaus Lütjensee.

Die Premieren-Karten kosten 50 Euro pro Stück inklusive Imbiss und Getränken. Die Karten für die Aufführungen kosten 20 Euro pro Stück. Der Erlös wird für wohltätige Zwecke in Trittau und Lütjensee gespendet. Karten gibt es im Tui Reisecenter in Trittau, 04154/86130 oder unter www.trittauer-laienspieler.de

Diese Geschichte wird erzählt: Die Noten einiger Schüler der Klasse 4 b weisen darauf hin, dass diese nicht in den Halbjahreszeugnissen, die in drei Monaten anstehen, für den Wechsel ans Gymnasium empfohlen werden können. Fünf erboste Elternvertreter haben sich in der Schule versammelt, denn sie wollen der Klassenlehrerin Frau Müller klarmachen, dass nur sie an den schlechten Noten ihrer in Wirklichkeit hochbegabten Kinder schuld sein kann. Verstaubte Lehrmethoden, die offenbar aus der beruflichen Vergangenheit Frau Müllers stammen, behindern die Kinder in ihren positiven intellektuellen Entwicklungen; mehr noch: sie unterdrücken diese sogar. Deshalb soll, nach dem Willen der Eltern, Frau Müller diese Klasse ab sofort nicht mehr unterrichten.

K. Kuhlmann-Schultz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stormarn
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!

Daniel Günther ist offen für einen zusätzlichen Feiertag - welcher Tag sollte es werden?

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Dossier beschäftigt sich mit der Situation in Stormarn während des Zweiten Weltkriegs.