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Stormarn • Hemmnisse beim Wohnungsbau beseitigen
Lokales Stormarn • Hemmnisse beim Wohnungsbau beseitigen
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20:24 10.06.2017
„Wichtig sind der Lärmschutz für Hamberge und die Ortsumgehung Hammoor.“Landrat Henning Görtz

Was erwarten Politik und Wirtschaft in Stormarn von der neuen Landesregierung, wahrscheinlich der „Jamaika“-Koalition? Die LN haben sich bei verschiedenen Interessenvertretern im Kreis umgehört.

„Jamaika“ in Kiel

Bei der Landtagswahl ist die Küstenkoaliton abgewählt worden. Jetzt verhandeln CDU, FDP und Grüne die Details für einen Koalitionsvertrag für das erste „Jamaika“-Bündnis in Schleswig-Holstein. In der kommenden Woche soll der Vertrag präsentiert werden, am 28. Juni will sich Daniel Günther (CDU) zum Ministerpräsidenten wählen lassen.

„Ich habe die Erwartung, dass die Dinge bedacht werden, auf die wir hingewiesen haben“, erklärt Landrat Dr. Henning Görtz. „Das betrifft verschiedene Themen, angefangen bei der Verkehrsplanung.“ Hier seien die Autobahnauffahrten in Stapelfeld und Ahrensburg überlastet und müssten verbessert werden. „Wichtig sind auch die Themen Lärmschutz in Hamberge und Ortsumgehung Hammoor“, so Görtz. Der Ausbau der B 404 zwischen Bargteheide und Trittau zur A 21 und die Verbesserung des Straßenzustands insgesamt seien wichtige Ziele. „Es ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Stormarn, dass das umgesetzt wird.“ Görtz weiter: „Auch die Landesentwicklungsstrategie zu Siedlung und Gewerbe braucht mehr Flexibilität.“ In Stormarn herrsche Wohnungsmangel, Gemeinden in Nordstormarn und Siek brauchten mehr Wohngebiete, hier gebe es aber Entwicklungshemmnisse. „In Stormarn herrscht ein riesigen Wachstumsdruck bei den Themen Wohnen, Gewerbe und Infrastruktur“, betont Görtz. „Die Besonderheiten im Hamburger Umland müssen berücksichtigt werden.“

„Wir sind im Dialog zu verschiedenen Themen“, erklärt Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), „Landesplanung, Wirtschaft und Verkehr.“ Die WAS sei für die regionale Wirtschaftsförderung zuständig. „Unsere Bitte nach Kiel: Was an Infrastruktur nicht zeitgemäß ist, soll ertüchtigt werden.“ Das gelte für jede Regierung, die komme. Auch Hinselmann nennt die Autobahnauffahrten in Ahrensburg und Stapelfeld als kritische Punkte. „Der Verkehr muss fließen können, ohne dass es einen Rückstau auf der Autobahn gibt.“

Weiterhin müsse mehr Siedlungsbau ermöglicht werden. „Zusammen mit dem Kreis und Hammoor treten wir für eine gewerbliche Nutzung der Fläche ein, die bislang als Windeignungsfläche ausgewiesen ist. Der Standort ist prädestiniert für Gewerbe – da hoffen wir auf neue Pläne.“ Stormarn sei Nachbar des explodierenden Hamburgs, dem müsse Rechnung getragen werden.

Für Isa Reher, Klimamanagerin beim Kreis, steht der Umweltschutz oben an. „Wir möchten, dass das, was bisher zum Klimaschutz gelaufen ist, weitergeht. Wichtig sind uns dabei Bürgerbeteiligung und Verlässlichkeit bei den Zusagen.“

Helmut Drenkhahn ist Bürgermeister von Hammoor, das seit Jahrzehnten unter dem hohen Durchgangsverkehr leidet und nun auf die Umsetzung der zugesagten Ortsumgehung hofft. „Die neue Regierung soll voll und ganz hinter der Arbeit des Landesbetriebs für Straßenbau stehen und die Arbeit unterstützen“, sagt er.

Paul Friedrich Beeck, Bürgermeister von Hamberge, sieht zwei wichtige Themen. Beim Lärmschutz will die Gemeinde notfalls auf Einhaltung einer Zusage klagen, dass die Lärmschutzwälle gebaut werden.

„Wir bemühen uns um Gesprächstermine, aber momentan ist in Kiel keiner ansprechbar“, sagt Beeck. „Wir versuchen, einen Termin zu bekommen, um uns mit Behörden und Anwälten an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden.“ Zum anderen hoffe er, dass die Gemeinden von den Ausgaben der Kinderbetreuung entlastet würden. „Früher haben Land, Eltern und Gemeinden je ein Drittel der Kosten getragen, jetzt zahlt das Land nur noch 14 Prozent.“

Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion aus Reinbek, hat noch keine Wünsche. „Zunächst einmal bin ich gespannt, wie die neue Regierung die Versprechen von Herrn Günther – A 20 in fünf Jahren fertig, Unterrichtsgarantie an Schulen, mehr Geld für die Kommunen – umsetzen wird. Oder ob sie schon mit dem Koalitionsvertrag vergessen sind.“

Bettina Albrod

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