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Stormarn Hereinspaziert: Barnitzer Ateliers öffnen
Lokales Stormarn Hereinspaziert: Barnitzer Ateliers öffnen
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21:04 25.04.2016

Vom 5. bis 8. Mai erwacht das Trave-Dorf wieder aus seinem Dornröschenschlaf, wenn Menschentrauben von Ausstellung zu Ausstellung ziehen. Denn auch das nunmehr 13. Kunsthandfest wartet mit Extravagantem, Bodenständigem, Lustigem und Feinsinnigem auf.

Die Organisatoren Gabriele und Friedrich Stellmach, Ute Herwig, Thomas Helbing, Rea Högner und Uwe Kollschegg haben 19 Kunsthandwerker und Künstler aus ganz Deutschland eingeladen, die ihre Werke — verteilt auf fünf Adressen im Ort — zeigen. Geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr.

Im Atelier von Gabriele und Friedrich Stellmach (Lokfeld 41), die ihrerseits ausgefallene Kopfbedeckungen sowie dreidimensionale farbige Lehmbilder und Grafik zeigen, sind Keramiken von Reinhild Alber aus Kassel zu sehen — vom filigran gearbeiteten Porzellan bis zum groben Steinzeug für den Garten. Ein echter Hingucker sind die güldenen Wandleuchter, die Kunstschmied Frank Alexy aus Dänischenhagen fertigt. Und damit nicht nur die Damenwelt in schicken Accessoires stöbern kann, darf auch Kim Cordes‘ Hosenträgerkollektion probiert werden.

Oldesloern sind Dieter Geikes Lichtsäulen sicher ein Begriff. Aus abertausend winzigen Glassteinen zaubert er leuchtende Kunstwerke im Großformat — zu sehen bei Ute Herwig (Lokfeld 36), die nicht nur neue Varianten ihrer Hernel-Tücher präsentiert, sondern auch 500 ihrer Bilder an Meistbietende veräußert. Peter Oppelt bringt Körbe und Designstücke aus sehr strapazierfähigem Robinienholz mit nach Barnitz.

Drei Frauen bringen Farbe ins Atelier von Bildhauer Thomas Helbing (Lokfeld12). Den Zusammenhang von Kunst und Wissenschaft bringt etwa die Ärztin und Psychiaterin Ute Lübbe aus Marburg zur Geltung, indem sie sich in die Welt der Insekten und anderen Getiers hineinzoomt. Aus dem tiefen Süden reist Elisabeth Sebold an. Die Bildschnitzerin aus Berchtesgaden ist nicht nur eine exzellente Porträtistin, sondern hat auch eine Ader für Experimentelle Holzkunst. Ihre fröhlichen Reliefs und Installationen entstehen aus handgeschöpftem, gefärbtem Japanpapier. All diese Werke setzt Helbing in seinem Atelier mit nur wenigen Spots effektvoll ins Bild.

Eine „Viecheria“ holt sich Goldschmiedin Rea Högner (Trenthorster Straße 5) ins Haus beziehungsweise den Garten. Ihre Gastausstellerin Susanne Wetzel fertigt Elche, Schildkröten und kleine skurrile Wasserwesen komplett aus Filz und hat damit schon bei vielen Menschen einen Sammeltrieb ausgelöst. Mit eleganten, monochromen Decken ist erneut Katja Stelz vertreten, Christiane Landbeck aus Berlin besticht mit Keramik, deren Oberfläche sie mit Poliergold zum Glänzen bringt. Collagen und Wandbilder mit witzigen Sprüchen und Gestalten hat wiederum Ani Winkler aus Marburg im Gepäck.

Ganze sieben Aussteller sind auf dem Antiquitätenhof von Uwe Kollschegg (Trenthorster Straße 7) anzutreffen. Silberschmuck mit Perlen und edlen Steinen zeigen Gerlinde und Peter Boysen aus Lüneburg. Erstmals beim Kunsthandfest sind auch zwei Nachwuchsdesignerinnen aus Halle. Mia Möbius stellt unter anderem kleine Schatztruhen für Schmuck aus Porzellan her, Aus dem selben Material kreiert ihre Kollegin Christina Salzwedel funktionale, aber stilvolle Küchenhelfer — Zitronenpressen oder Muskatreiben. Weil seine aus Schrott umfunktionierten Kunstwerke das Publikum stets aufs Neue faszinieren, ist auch Peter Penzek wieder bei den Kollscheggs zu Gast. Bodenkleider nennt Julia Langstein ihre aufwändig gestalteten Teppiche. Mit der hierzulande kaum bekannten Methode des Tuftens arbeitet sie dreidimensionale Muster mit Hilfe einer Garnpistole in das Gewebe der Läufer ein. Ihr Partner Matz Wrage fertigt Buchstaben für drinnen und draußen treu der mittelalterlichen Brenntechnik Haku her. Die Objekte werden dabei einer Hitze von bis zu 1300 Grad ausgesetzt. Leuchtende Kimonos, Blusen und Gehröcke aus Seide — nicht zuletzt Friederike Sensfuß versteht es, die Blicke der Besucher auf ihre Kollektion zu lenken. Die große Resonanz im Vorjahr war für Kollschegg ein deutliches Zeichen, sie wieder einzuladen. Taschen, nicht nur für Frauen, sind an Sylvia Wegners Stand zu finden.

Wer Hunger und Durst verspürt, legt zwischen 11 bis 18 Uhr bei den Kollscheggs eine Kaffee- und Kuchenpause ein. Am anderen Ende der Kulturmeile stillt Ute Herwig die Gäste ab 10 Uhr mit Süßem oder Herzhaftem.

Von Dorothea von Dahlen

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