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Stormarn Herrenteich: Baden bleibt verboten
Lokales Stormarn Herrenteich: Baden bleibt verboten
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19:53 11.08.2018
Seit Ende Juli ist das Freibad am Reinfelder Herrenteich gesperrt. Gefährliche Blaualgen sind der Grund. Quelle: Fotos: Matzen
Reinfeld

„Wegen vermehrter Blaualgenbildung ist die Badesicherheit nicht mehr gewährleistet. Bis auf weiteres gilt Badeverbot!!!“ Das Hinweisschild hängt am Zaun der Badestelle Herrenteich und klärt Besucher auf, warum sie vor verschlossener Tür im Reinfelder Freibad stehen. „Im Herrenteich blühen derzeit nicht nur die Seerosen, das Wasser blüht auch“, sagt Bauamtsleiter Stephan Kruse. Mal schimmere es bläulich, mal grünlich. Auch der Geruch sei an manchen Tagen sehr unangenehm. Wer am Herrenteich spazieren geht, sieht sofort, dass mit dem Wasser etwas nicht stimmt. Eine dicke, grün-blaue Schlierschicht wabert auf der Oberfläche. „In die Suppe kann man einfach keinen reinschicken“, so Kruse. Außerdem sehe man auch nichts. „Wenn jemand untergeht, findet ihn keiner. Das ist auch ein großes Problem. Deshalb wird das Bad komplett gesperrt.“

Sommer, Sonne, Badeverbot. Die Badestelle am Reinfelder Herrenteich bleibt weiter geschlossen. Wegen gefährlicher Blaualgen darf seit Ende Juli nicht mehr geplanscht und geschwommen werden. Wann das Freibad wieder öffnet, steht derzeit noch nicht fest.

Blaualgen seien für den Zustand verantwortlich. Blaualgen sind Bakterien, die sich im nährstoffreichen Wasser bilden, wenn die Temperaturen auf mehr als 20 Grad steigen und das Wasser wenig in Bewegung ist. Blaualgen können starke Hautreizungen verursachen. Mit Blaualgen belastetes Wasser zu schlucken, kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Im schlimmsten Fall auch zu Organschäden.

Dabei war die Badestelle Herrenteich gerade auf Rekordkurs. „Wir waren bei knapp 10000 Besuchern, als das Bad gesperrt wurde. Das ist für uns schon eine ganze Menge. In den letzten Jahren waren es deutlich weniger“, so Stephan Kruse. Deshalb ist der Bauamtsleiter auch zuversichtlich, dass es trotz der derzeitigen Sperrung eine gute Saison für das Reinfelder Freibad werde. „Auch wenn sie noch besser hätte werden können.“

Am Montag will das Ordnungsamt noch mal die Wasserqualität prüfen. Falls Wind und Regen kämen, könnten die gefährlichen Blaualgen schnell wieder verschwinden. Wenn nicht, blieben für die letzte Sommerferienwoche nur zwei Alternativen: „Der Poggensee hat noch geöffnet, oder man muss zur Ostsee fahren“, empfiehlt Kruse.

Für die Kinder und Jugendlichen in Reinfeld ist es schon bitter, dass sie in ihren großen Ferien nicht im Herrenteich baden können. Emmy (12), Minoka (14) und Alex (14) finden es jedenfalls sehr schade, dass sie zurzeit nicht im Reinfelder Freibad baden können. „Vor allem, wenn es so heiß ist. Dann würden wir gerne mal ’ne Runde schwimmen“, so die Schüler. „Der nächste Strand ist ja auch weit weg und die Schwimmbäder auch. Man muss megaweit fahren, wenn man baden will“, meint Emmy. Das sei ziemlich blöd.

Trotz Blaualgen-Alarms: Alex geht mit seinen Freunden dennoch im Herrenteich baden. „Wir fahren zur Liebesinsel und gehen da schwimmen.“ Das machten ganz viele Leute, fügt Emmy hinzu. Dort falle das Ufer seicht ins Wasser, auch wenn man wegen der vielen Glasscherben aufpassen müsse. Verboten sei das Baden an der Liebesinsel nicht. „Es ist eben keine bewachte Badestelle“, so Stephan Kruse.

„Allgemein gibt es in Reinfeld für unser Alter zu wenige Freizeitangebote“, bemängeln die Jugendlichen. Für Erwachsene gebe es Programm und für kleine Kinder. Aber für Zwölf- bis 16-Jährige sei das Spektrum mau. „Wir gehen gerne in den Wald zur Skaterbahn. Aber die ist leider zur Hälfe geschlossen, weil da was kaputt ist. Wäre schon gut, wenn man die Bahn erneuern könnte“, so die Schüler.

Von Britta Matzen

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