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Stormarn „Hilfe im Advent“ für Hospiz-Verein
Lokales Stormarn „Hilfe im Advent“ für Hospiz-Verein
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09:52 03.12.2018
Sabine Tiedtke, Gründerin des Vereins „Lebensweg“, ist am Ziel: In Bad Oldesloe wird ein Hospiz gebaut. Quelle: Bettina Albrod
Bad Oldesloe

 Die Lübecker Nachrichten und die Sparkasse Holstein organisieren jedes Jahr die Leser-Aktion „Hilfe im Advent“. In diesem Jahr kommen die Spenden dem Hospiz-Förderverein „Lebensweg“ zugute. Der Verein hat sich dafür eingesetzt, dass in Bad Oldesloe ein Hospiz gebaut wird. Hier sollen Menschen auf dem letzten Lebensweg Unterstützung bekommen. Die Arbeit im Hospiz benötigt finanzielle Hilfe für Aufgaben, die nicht von den Krankenkassen finanziert werden. Jede Spende hilft, dieses Projekt in Stormarn zu unterstützen.

Initiatorin ist Sabine Tiedtke. Als sie 2009 eine Ausbildung zur Pflegedienstleiterin machte, sollte sie spielerisch eine Firma erfinden. Damals hatte sie die Idee, ein Hospiz zu gründen. Die Idee ließ die Krankenschwester nicht los, und aus Spiel wurde Ernst: Sabine Tiedtke gründete im Februar 2013 zusammen mit 25 Unterstützern den Verein „Lebensweg“ und setzte fortan alles daran, ein Hospiz in Bad Oldesloe zu bauen. Inzwischen ist der Traum Wirklichkeit geworden; vor kurzem erfolgte der erste Spatenstich, und bald ist Grundsteinlegung für das Gebäude am Sandkamp in Bad Oldesloe.

„Ich wollte Menschen in ihrer letzten Lebenszeit unterstützen und begleiten und einen Ort schaffen, wo Trost und Halt möglich sind für das Lebensende“, erklärt die Initiatorin. Gleichzeitig sei es ihr wichtig, das Thema Tod und Sterben aus der Tabu-Zone zu holen. „Meine Aufgabe ist es, das Thema Tod ins Leben zu holen.“ Sabine Tiedtke betont, dass das Hospiz als Gemeinschaftsprojekt entstanden ist. „Anfangs war ich alleine, dann sind sehr schnell immer mehr Helfer und Unterstützer dazu gekommen. Jeder hat das eingebracht, was er kann.“ Sie freut sich, dass „Hilfe im Advent“ in diesem Jahr ihre Arbeit unterstützt.

Hospiz fehlt bisher in der Region

Die Sparkasse Holstein hat die Sparkassen-Hospiz Stiftung Stormarn gegründet, um damit die Hospizarbeit zu unterstützen und den Bau des stationären Hospizes zu ermöglichen. „Die Sparkasse Holstein ist schon seit vielen Jahren Partner der Lübecker Nachrichten bei ‚Hilfe im Advent’“, erklärt Thomas Piehl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. „Dass die Spenden in diesem Jahr zugunsten des neuen Hospizes in Bad Oldesloe gehen, freut uns besonders. Das Hospiz wird hier in der Region dringend benötigt, denn bislang gibt es keine solche Einrichtung vor Ort. Mit dem neuen Hospiz wird es für die Angehörigen schwer kranker Menschen einfacher, diese auf ihrem schweren Weg zu begleiten.“

Die Sparkassen-Sozialstiftung Stormarn ist neben der Lebensweg-Stiftung und dem Palliativnetz Travebogen Mitgesellschafter an der Hospiz Lebensweg gGmbH. Sie bauen für 3,5 Millionen Euro ein Hospiz in Bad Oldesloe, das Raum für zwölf Gäste und viele Extraräume für Angehörige, Mitarbeiter und Fortbildungen bietet. Das Projekt wird vom Land, von der Sparkassen-Stiftung und aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie finanziert. Damit verschwindet ein weißer Fleck auf der Karte. „In Schleswig-Holstein gibt es bisher nur sechs Hospize mit zusammen 66 Plätzen“, erklärt Sabine Tiedtke. „Für Stormarn liegen die nächsten Hospize in Lübeck und Hamburg-Volksdorf, und die Wartelisten sind lang.“ Letzte Hilfe wird überwiegend ehrenamtlich und ambulant geboten, aber am Ende ist oft mehr Unterstützung nötig. Ende 2019 soll das Hospiz in Bad Oldesloe fertig sein.

Detlev Buck ist Schirmherr

Bis dahin war es für Sabine Tiedtke ein langer Weg. Sie begann zunächst eine Palliativpflege-Ausbildung, um zu sehen, ob das Thema für sie richtig war. „Auf dem Bahnsteig habe ich Regisseur Detlev Buck mit einem Rollenkoffer gesehen, aber mich nicht getraut, ihn anzusprechen.“ Dabei wusste sie gleich, dass der Nienwohlder der ideale Schirmherr für das Projekt wäre. Später klingelte sie an seiner Tür und fragte Buck, ob er Schirmherr werden wolle. Er wollte und kam für den ersten Spatenstich extra aus Berlin angereist.

Er sollte nicht der einzige Promi auf Tiedtkes Weg bleiben. Ein Foto zeigt sie mit Bundespräsident Joachim Gauck auf dem Sommerfest in Bonn. „Ich habe eine Einladung bekommen, weil irgendjemand mich vorgeschlagen hatte. Da lief Angela Merkel vorbei, und ich dachte erst, das wäre Hape Kerkeling, der sich verkleidet hat.“ Aber sie war echt, ebenso wie Christine Neubauer und Didi Hallervorden. Auf dem Fest lernte Sabine Tiedtke Juliana Gombe kennen, die aus Angola stammt. „Sie fragte mich, warum es in Deutschland keine Trauerkultur gebe“, erinnert sich Sabine Tiedtke. So kam sie auf die Idee, ein Fest an der Friedhofskapelle zu feiern, bei dem verschiedene Bräuche rund um das Thema Sterben vorgestellt wurden.

Erster Spatenstich fürs Oldesloer Hospiz: Initiatorin Sabine Tiedtke stößt mit Schirmherr Detlev Buck an. Quelle: Dorothea von Dahlen

Immer mehr Menschen fanden sich, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen. „Ein Arzt aus Bad Oldesloe stellt uns kostenlos die Büroräume inklusive Nebenkosten zur Verfügung“, erzählt Sabine Tiedtke. Möbel gab es von der Sparkasse, ein Discounter bietet jetzt Grünkohlessen an, bei dem je Gericht ein Euro als Spende an den Lebensweg geht, und im Mai waren die „Tuner mit Herz“ ein Highlight, die aufgemotzte Autos zeigten und damit über 7000 Euro für den Verein einnahmen. „Die Spenden unterstützen unsere Arbeit, denn die Krankenkassen zahlen nur 95 Prozent der Betriebskosten“, erläutert Sabine Tiedtke. Aus Elmenhorst kommt ein Stein vor die Tür, der aussieht, als hätte ein Engel mal kurz seine Flügel abgestellt. „Das ist passend, der steht künftig vor dem Hospiz.“

Infos zur Spende

Jede Spende hilft, die Arbeit des Hospizvereins zu unterstützen. Spenden können überwiesen werden an: Förderverein Lebensweg e.V., IBAN: DE75 2135 2240 0179 0785 55, BIC: NOLADE 21 HOL, Verwendungszweck: Spende: Hilfe im Advent.

Im vergangenen Jahr hatte die Aktion „Hilfe im Advent“ 9500 Euro für die Arbeit des Kinderschutzbundes Stormarn erbracht.

Bettina Albrod

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