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Hinterbliebene fordern sichere Kreuzung

Ammersbek Hinterbliebene fordern sichere Kreuzung

In diesem Jahr hat es an der Kreuzung auf der Landesstraße 225 bei Ammersbek schon sechs Unfälle gegeben – die Familie eines Todesopfers setzt sich nun dafür ein, den Abschnitt verkehrssicherer zu machen. Eine Unfallkommission prüft die Lage.

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Der verunglückte Motorradfahrer war morgens auf der Landstraße von Ammersbek-Hoisbüttel nach Bargteheide (im Bild von links kommend) unterwegs. Am Stop-Schild nahm ihm nach ersten Erkenntnissen ein Auto die Vorfahrt. Seine Schwester Christine Eckhardt (l.) und seine Lebensgefährtin Jasmin Schimmel haben Blumen am Unglücksort gepflanzt.

Quelle: ba

Ammersbek. Auf der Verkehrsinsel an der Kreuzung der Landesstraße 225 bei Ammersbek, wo es nach Ahrensburg abgeht, wachsen ein paar bunte Blumen. Jasmin Schimmel und Christina Eckhardt haben sie gepflanzt, um die Stelle zu markieren, an der vor wenigen Wochen ihr Lebensgefährte, beziehungsweise Bruder Benjamin Eckhardt, tödlich mit dem Motorrad verunglückt ist.

LN-Bild

In diesem Jahr hat es schon sechs Unfälle an derselben Stelle gegeben – Eine Unfallkommission prüft die Lage.

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Damit wollen sie einerseits seiner gedenken, andererseits aber auch ein Zeichen setzen, dass hier Gefahr droht. Denn der Unfall war kein Einzelfall. „Seit Jahresbeginn hat es an dieser Stelle schon sechs Unfälle gegeben“, erklärt Christina Eckhardt. „Viele nach demselben Muster. Zuletzt vor drei Wochen, auch mit einem Motorrad.“

Am 27. April war der Verunglückte, der mit seiner Lebensgefährtin Jasmin Schimmel in Hamburg wohnte, mit dem Motorrad zu seinem Arbeitsplatz in Bargteheide unterwegs. An der Kreuzung, so erste Erkenntnisse, soll ihm eine Autofahrerin die Vorfahrt genommen haben. „Sie hat wohl noch gebremst“, erzählt Christina Eckhardt, „aber zu spät. Mein Bruder ist gegen den Wagen geprallt und noch am Unfallort gestorben.“ Der genaue Unfallhergang werde noch ermittelt. „Aber mein Bruder war ein besonnener Motorradfahrer.“

Seine Lebensgefährtin wusste da noch gar nicht, was passiert war. „Ich habe Benjamin morgens Frühstück gemacht“, sagt sie. „Sobald er in Bargteheide war, hat er mir sonst immer eine SMS geschickt, nur diesmal nicht.“

Sie dachte, dass er vielleicht schon im Gespräch war. „Aber ich bin mit einem seltsamen Gefühl zur Arbeit gefahren.“ Am Nachmittag sei dann jemand vom Kriseninterventionsteam an ihre Arbeitsstelle gekommen, um ihr zu sagen, was passiert war. „Er war erst 35“, sagt Jasmin Schimmel, die in Lübeck geboren wurde und erst vor kurzem nach Hamburg gezogen ist. „Wir haben geplant, ein Motorrad zu kaufen, auf dem wir zu zweit fahren können.“

Gemeinsam mit Christina Eckhardt fragte sie bei der Polizei nach, um die Einzelheiten zu erfahren, aber die Ermittlungen laufen noch. Sie forschten nach und erfuhren, dass das seit Jahresbeginn bereits der fünfte Unfall an der Stelle gewesen war, zwei Wochen später passierte das nächste Unglück. Da war ihnen klar: „Hier muss etwas geschehen. Das sind Sachen, die man ändern kann, wir möchten nicht, dass noch mehr passiert.“

Die beiden Frauen fragten bei der Gemeinde Ammersbek nach. „Zuständig für die Straße ist das Land“, erklärt Christina Eckhardt, „aber der Bürgermeister will sich dafür einsetzen, dass die Kreuzung entschärft wird.“ Sie seien auch auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung gewesen, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. „Es gibt viele, die vor dieser Kreuzung Angst haben“, sagt Christina Eckhardt.

„Wir könnten uns eine Ampel oder einen Kreisverkehr vorstellen, um die Stelle sicherer zu machen. Für uns ist es zu spät, aber anderen kann man den Schmerz ersparen.“ Deshalb hat Jasmin Schimmel im Internet eine Petition aufgesetzt, um Unterstützer zu finden.

Auch beim Landesbetrieb für Straßenbau in Lübeck ist man auf die Kreuzung aufmerksam geworden. „Vor zehn Jahren ist die Kreuzung in Ammersbek schon einmal durch den Bau der Mittelinsel entschärft worden“, erklärt Niederlassungsleiter Jens Sommerburg. „Danach gab es weniger Unfälle.“ Von 2006 bis 2016 sei der Knotenpunkt nicht auffällig gewesen, in diesem Jahr habe es dann eine ganze Unfallserie gegeben.

„Deshalb haben wir eine Unfallkommission zusammen gerufen, die sich in den kommenden Tagen vor Ort treffen wird, um die Daten auszuwerten und zu sehen, was gemacht werden soll“, so Sommerburg weiter.

Land, Polizei und Verkehrsaufsicht werden dann entscheiden, wie es weiter geht. Ob etwas verändert wird und in welcher Art, steht erst nach dem Treffen der Kommission fest.

Petition für mehr Sicherheit

Unter der Adresse www.change.org sucht Jasmin Schimmel im Internet Unterstützer, die sich mit ihrer Unterschrift dafür aussprechen, dass die Ammersbeker Kreuzung entschärft wird. Wer auch Erfahrungen mit der Kreuzung gemacht hat, kann sich alternativ über Facebook bei Jasmin Schimmel melden. Sie möchte erreichen, dass die Unfallstelle mittels einer Ampelanlage oder eines Kreisverkehrs sicherer wird. Mit ihrem Anliegen hat sie sich auch bei den Ammersbeker Gemeindevertretern vorgestellt.

K 80 im Mittelpunkt

Auch die Kreisstraße 80 zwischen Reinbek und Barsbüttel ist in Stormarn ein Unfallschwerpunkt. Erst im April hatte es bei Glinde einen tödlichen Unfall gegeben. Grund für den Reinbeker Kreistagsabgeordneten Heinrich Dierking (Forum 21), eine Anfrage an die Kreisverwaltung bezüglich des Unfallgeschehens zu stellen. Diese kommt zu dem Schluss, dass es auf der K 80 keine Schwerpunkte gibt. Und die Unfälle hätten allesamt unterschiedlichste Ursachen gehabt, die nicht in verkehrstechnischen Mängeln zu finden seien.

 Bettina Albrod

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