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Stormarn Historie und Heimeliges: Szenen der Erinnerung
Lokales Stormarn Historie und Heimeliges: Szenen der Erinnerung
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22:26 16.12.2015
Kultclub SC Union Oldesloe um 1980. Der ehemalige Vorsitzende Walter Albrecht (obere Reihe 2.v.l.) trug damals eine Afrofrisur.
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Bad Oldesloe

Oldesloer dürfen wieder in Erinnerungen schwelgen: Band 7 der historischen Buchreihe „Bad Oldesloe in alten Bildern“ ist erschienen. „Als 2009 der erste Band mit vielen Bildern der Firma Ketelhohn erschien, hätten wir niemals gedacht, dass wir soweit kommen“, sagten Nico und Claus von Hausen bei der Präsentation in den Räumen des Vereinsheimes des VfL Oldesloe im Travestadion.

Damals wurde die Geschichte der Stadt, der Aufschwung und Niedergang als Kurbad, Hochwasser in Oldesloe und der Bombenangriff vom April 1945 im Buch abgedruckt. Diesmal haben die beiden Verleger ihr Hauptaugenmerk auf Oldesloer Unternehmen, Tankstellen, Vereine, Feste und Veranstaltungen gelegt. „Mein Vater musste aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten, aber er hat viele Tipps und Ideen zum Gelingen des Buches beigetragen“, erklärte Nico von Hausen. Zu der Vorstellung waren auch Zeitzeugen geladen, ohne deren Hilfe das Buch nicht möglich gewesen wäre. „,Bad Oldesloe in alten Bildern‘ ist ein echtes Gemeinschaftswerk vieler Oldesloer“, betonte von Hausen.

Gleich zu Anfang des Buches darf der Leser der guten, alten Zeit nachtrauern: Sechs Seiten widmen sich Heik-Kaffee — Nostalgie pur. Viele werden sich vielleicht noch an das Lebensmittelfachgeschäft in der Hagenstraße 1 erinnern. Anfang der 50er Jahre konnte man sich hier an Automaten für einen Groschen seinen Kaffee selbst mahlen und brühen. „Bei Heik mochte ich als kleiner Butscher so gern im Laden sein. Da roch es so gut nach Kaffee“, erzählte Hans-Jürgen Voss, Oldesloer und Ehrenmitglied der Feuerwehr. Riechen mochte Voss den Kaffee, trinken hingegen nicht — dafür war er wohl noch zu jung. „Es gab bei Heik aber auch noch andere gute Sachen — Wurst und Schinken. Das war noch ein richtiger Tante-Emma-Laden“, so Voss.

Erinnerungen wurden auch bei Walter Albrecht, dem ehemaligen Vorsitzenden des Kultklubs SC Union Oldesloe, wach, als er die Mannschaftsbilder seines Vereins erblickte. „Unser größter Erfolg war 1978, als wir Meister der Bezirksliga wurden. Eine Woche haben wir gefeiert.“ Albrecht hatte sogar ein Foto, das an dem legendären Tag aufgenommen wurde, mitgebracht. Er selbst trug damals eine echte Fußballerfrisur — den Afro- Look von Paul Breitner.

Aus einer „puren Schnapslaune“ heraus sei auch der Oldesloer Shantychor gegründet worden , berichtete Albrecht. „Wir haben uns damals immer in der Alten Bierquelle in der Hindenburgstraße getroffen — und da ist im Sommer 1989 die Idee entstanden.“ Udo „Ede“ Lorenz sei der Hauptakteur gewesen. Fotos aus der Zeit sind allerdings rar. Ein Schnappschuss vom ersten Auftritt am 8. Mai 1990 sowie einige jüngere Aufnahmen sind in von Hausens Buch abgedruckt. Daneben gibt es auf 96 Seiten noch viel mehr zu entdecken.

„Bad Oldesloe in alten Bildern — Band 7“ gibt es für 19.80 Euro in der Buchhandlung Willfang und bei Pareibo.

„Das Buch ist ein echtes Gemeinschaftswerk vieler Oldesloer.“
Nico von Hausen

Britta Matzen

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