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Stormarn Alter Friedhof erhält neues Gesicht
Lokales Stormarn Alter Friedhof erhält neues Gesicht
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17:02 05.12.2018
Das Torhaus bleibt offizielle Eingang zum Historischen Friedhof. Er soll nachts indirekt beleuchtet werden. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Er liegt ein wenig versteckt zwischen Bahnhofstraße und Travewanderweg. Ortskundige nutzen ihn meist nur als Abkürzung, um in die Innenstadt zu gelangen. Und so genießt der 1824 eröffnete Historische Friedhof bislang nicht die Aufmerksamkeit, die ihm als Denkmal eigentlich gebührt. Dass dies den Oldesloern nicht egal ist und sie großes Interesse an einer Aufwertung der romantischen Parkanlage haben, zeigten nicht nur Online-Abstimmungen, sondern auch die vor drei Monaten groß inszenierte Befragung an Ort und Stelle, an der sich 70 Besucher beteiligten.

Historisch bedeutsame Stätte

Angelegt wurde der Historische Friedhof in den Jahren 1823/24, als der Platz für neue Grabstätten auf dem Kirchhof an der Peter-Paul-Kirche nicht mehr ausreichte. Das Areal wurde damals mit Lindenalleen eingerahmt, zudem wurden Weißdornhecken angepflanzt. Kreuzförmig verlaufende Wege teilten das Gelände in vier Quadrate auf.

Das Torhaus, das bereits 1980/81 instandgesetzt wurde, stammt vom Hamburger Architekten Alexis de Chateauneuf, der auch die Alsterarkaden plante. Auch andere bedeutende Künstler haben ihre Spuren auf dem Friedhof hinterlassen. Dazu zählen etwa der Lübecker Gartenarchitekt Harry Maasz und Bildhauer Richard Kuöhl, der die Plastik „Die Trauernde“ auf dem Friedhof schuf, den Gänseliesel-Brunnen am Oldesloer Markt sowie Grabmale auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Treppe an der Trave lädt zum Chillen ein

Das Interesse an der Bürgerbeteiligung im September war groß. Quelle: Bettina Albrod

Viele Anregungen der Oldesloer sind inzwischen in konkrete Pläne eingeflossen und so stellte die mit der Ausgestaltung des Historischen Friedhofs betrauten Landschaftsarchitekten jetzt im Bau- und Planungsausschuss vor, was sie an dem 2,1 Hektar großen Areal alles verändern, aber auch erhalten wollen. Letzteres betrifft etwa das 1823 angelegte Wegekreuz, das den Friedhof in vier Quadrate aufteilt und an dessen Mittelpunkt ein Obelisk an die Gefallenen des Deutsch-französischen Krieges 1870/71 erinnert. Stauden und Gräser sollen den Zugang zur historischen Stele gefälliger und freundlicher gestalten. Rundherum soll ein kleiner Platz entstehen mit Sitzmauern oder Bänken zum Verweilen. Auf dem eigentlichen, östlich vom Obelisken gelegenen Ehrenfriedhof bleiben die Eibenhecken bestehen beziehungsweise werden durch weitere Pflanzen ergänzt. Da bei der Bürgerbeteiligung mehrfach der Wunsch nach angenehmen Sitzgelegenheiten laut wurde, haben die Planer einen besonders attraktiven Platz an der Trave dafür ausgemacht. Eine zum Fluss hin absteigende Treppe soll später genug Platz zum Chillen oder für die Pause am Mittag bieten.

Um den Obelisken sollen Sitzgelegenheiten entstehen. Quelle: Dorothea von Dahlen

 

Als besonders schützenswert erachten die Planer auch die mit Linden bestandenen Wege, die den gesamten Friedhof einrahmen und im Sommer angenehmen Schatten spenden. Sie sollen durch Neuanpflanzungen ergänzt werden, um den Charakter der kleinen Alleen stärker herauszuarbeiten. Der zurzeit noch stark verwilderte, zur Beste hin gelegene Teil des Friedhofs soll besser zugänglich gemacht werden. Schon zum Bürger-Aktionstag im September hatten die Planer eine Fläche freigelegt und so eine kleine Aussichtsplattform geschaffen, die auf die Oldesloer Innenstadt ausgerichtet ist. „Von hier aus hat man einen guten Ausblick auf die Peter-Paul-Kirche“, sagte Landschaftsarchitektin Claudia Oberländer.

Indirektes Licht setzt Torhaus in Szene

Das einst vom Hamburger Architekten Alexis de Châteauneuf konstruierte historische Torhaus bleibt der offizielle Eingang des Friedhofs. Wie die Planerin darlegte, beruht darauf auch das Wegekonzept in seiner Gesamtheit. Nur der Hauptweg entlang der Nord-Süd-Achse werde mit einer wassergebundenen Decke versehen. Die Querverbindungen sollten zwar als solche erkennbar, aber Rasenflächen bleiben. Darüber hinaus werde es einen zum Travewanderweg abknickenden Pfad geben. Da den am Abstimmungsverfahren beteiligten Oldesloern auch an einer guten Beleuchtung des Friedhofs gelegen ist, sollen Torhaus, Obelisk und der Eingangsbereich zum Berliner Ring hin mit indirektem Licht in Szene gesetzt werden.

Diese steile Treppe zum Heiligengeist-Viertel möchten die Planer stilllegen. Quelle: Dorothea von Dahlen

Stillgelegt werden soll nach Auffassung der Planer indes die Treppe an der Nordwestseite des Parks, die eine direkte Verbindung zum Heiligengeist-Viertel herstellt. „Wir schlagen vor, sie zurückzubauen, um den offiziellen Ausgang zu stärken“, sagte Claudia Oberländer. Zum einen sei die Treppe sehr steil und aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert, zum anderen bedeute es nur einen Umweg von 50 Metern, um letztlich über den Traveweg in die Innenstadt zu gelangen.

Dorothea von Dahlen

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