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Hoher Krankenstand beim Kreis

Bad Oldesloe Hoher Krankenstand beim Kreis

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement fruchtet nur langsam — Jeder Mitarbeiter fehlt im Schnitt drei Wochen.

Bad Oldesloe. 2009 hat der Kreis Stormarn mit Unterstützung der Krankenkasse Barmer GEK das Gesundheitsmanagement eingeführt. Die Hoffnung, dass sich damit auch der Krankenstand positiv verändern wird, hat sich allerdings bis heute nicht erfüllt. Im Schnitt war jeder der 672 Mitarbeiter der Verwaltung im vergangenen Jahr 15 Tage krank. Und damit nicht gesünder als in den Jahren zuvor.

 

LN-Bild

Larissa Bebensee, Personalchefin im Kreishaus, will die Situation verbessern.

Quelle: Fotos: K. Kuhlmann-Schultz

„Wir pendeln bei der Krankenstandsquote zwischen fünf und sechs Prozent“, erklärt die Leiterin des Fachdienstes Personal, Larissa Bebensee. Schön findet sie die Zahlen nicht. Aber bei einem Altersdurchschnitt von 46,2 Jahren würden sich diese Zahlen oder auch die Quote allein schon wegen des Alters ergeben. Dabei gibt sie zu bedenken, dass sich die Anzahl der Krankentage im Vergleich zum Jahr davor weiter verringert habe. Wenngleich die Zahl der Beschäftigten, die von ihrem Arzt länger als 30 Tage krank geschrieben worden sind, gestiegen sei.

„Es gibt Fälle, die wir über Jahre begleiten. Eine chronische Erkrankung wird tendenziell schlechter“, so Bebensee. Das Gesundheitsmanagement, das neben Angeboten für seelische und körperliche Entspannung unter anderem zu einem wertschätzenderen Umgang miteinander führen soll, kann zudem Langzeiterkrankungen wie Krebs und Skeletterkrankungen, psychische Belastungen, Unfälle oder auch durch das Alter hervorgerufene Beschwerden nicht positiv beeinflussen. „Das Gesundheitsmanagement ist unverzichtbar, aber es macht die Menschen nicht gesund“, so Bebensee. Es soll aber vorbauen. Zum Beispiel, um den Effekt zu verhindern, dass Mitarbeitern krank zur Arbeit kommen.

Sowohl im Fall der Dauererkrankungen als auch bei kürzerem Ausfall eines Mitarbeiters, dem Kreis entstehen durch die Fehltage hohe Kosten und zusätzliche Belastungen für die Mitarbeiter, die ihre kranken Kollegen vertreten müssen. Durch einen höhenverstellbare Tisch oder Fitness in der Mittagspause — auch das ein Inhalt des Betrieblichen Gesundheitsmanagements — allein ist es nicht getan.

„Das läuft nebenher“, erklärt Wolfgang Krause, Fachbereichsleiter Inneres beim Kreis Stormarn. Neben dem Ansatz, Springer einzusetzen, ginge es darum, an den Rahmenbedingungen zu arbeiten und sie zu verändern. Und das brauche Zeit. Hier seien unter anderem die Führungskräfte gefragt. „Wir wollen eine andere Führungskultur. Der beste Vorgesetzte ist der, der über seine Mitarbeiter informiert ist.

Es ist alles eine Frage des Vertrauens“, so Wolfgang Krause weiter und verweist auf Weiterbildungsmöglichkeiten und Coachings.

„Zufriedenheit hat viel mit der Führung zu tun“, unterstreicht auch Bebensee. Es ginge darum, „was kann ich erwarten, was darf ich erwarten. Es geht darum, dass die Mitarbeiter sagen, was Probleme macht. Es geht darum, die Verhältnisse zu verändern“. Aber dabei auch zu sehen, dass sich Situationen nicht unbedingt innerhalb von zwei Wochen verändern lassen. Das Gesundheitsmanagement schaffe nicht das Paradies. Es ginge darum, eine gesunde Diskussionskultur zuzulassen, es ginge darum, aufeinander zu gucken und achtzugeben. Oder auch Mitarbeiter umzusetzen, wenn es in Teams kritische Situationen gebe. Gesetzt werde auf strukturelle Veränderung, auf Veränderung im Denken.

Der Kreis wähnt sich auf dem richtigen Weg: „Das Klima bei uns hat sich insgesamt verändert“, sind sich Bebensee und Krause einig. Und möchten als Kreis Vorbildfunktion haben. „Wir möchten ein Muster sein für das, was man gerne hätte, auch gesamtgesellschaftlich. Auch unsere Nachwuchskräfte nehmen das wahr, es kommt bei ihnen gut an.“ Das Gesundheitsmanagement werde weiter entwickelt, auch wenn der Krankenstand nie auf null gehen werde.

Mehr Frauen beschäftigt

672Mitarbeiter sind beim Kreis Stormarn beschäftigt. Darunter sind 101 Beamte. Interessant ist, dass der Anteil der Frauen sowohl bei den Beamten als auch bei den tariflich beschäftigten Personen höher ist als der Anteil der Männer. So arbeiten 424 Frauen und 248 Männer in der Kreisverwaltung.

34Prozent der Beschäftigten sind zwischen 50 und 59 Jahre alt. Sie bilden die größte Gruppe. Bis 2035 werden 397 Kreisbedienstete in den Ruhestand eintreten.

Von K. Kuhlmann-Schultz

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