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Stormarn Hoisdorfer Bürgerinitiative will den Wald schützen
Lokales Stormarn Hoisdorfer Bürgerinitiative will den Wald schützen
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18:28 11.06.2016
Christiane Hinsch (l.) und Maria Lefévre aus Hoisdorf haben eine Bürgerinitiative gegründet, um den Wald zu retten. Quelle: Fotos: Bettina Albrod/archiv

Christiane Hinsch und Maria Lefévre aus Hoisdorf sorgen sich um ein Waldstück. Denn im Hainholz zwischen Hoisdorf und Lütjensee liegen viele Bäume umgesägt oder als Totholz am Boden. Gemeinsam mit sechs weiteren Bürgern haben sie eine Bürgerinitiative gegründet, um den Wald vor weiterer Zerstörung zu schützen.

„Bei der täglichen Runde mit dem Hund ist mir aufgefallen, dass immer mehr Bäume geschlagen werden, die Stämme am Wegesrand liegen und jede Menge totes Holz im Dickicht lagert“, sagt Christiane Hinsch. Dazu kommen zerwühlte Wege und weitere Bäume, die fürs Fällen markiert sind und die die Mitglieder der Initiative erhalten wollen. „Wir sind empört, entsetzt und tieftraurig über das, was im Wald passiert“, erklären sie. „Die alten Buchen und Eichen sind fast alle weg“, bedauert Maria Lefévre, „dabei sind das wichtige Anflugbäume für Uhus und andere große Waldvögel. Auch die Spazierwege sind zerwühlt und verschwunden. Das ist kein Erholungswald mehr, obwohl hier ein Touristengebiet ist.“

Die beiden Hoisdorferinnen sind überzeugt, dass es weit schonendere Möglichkeiten der Waldbewirtschaftung gibt. Im Harz und im Schwarzwald werde ganz anders mit dem Wald umgegangen. Vor dem Hintergrund des Forst-Bestsellers „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben müsse doch deutlich werden, dass Waldwirtschaft auch anders gehe. „Es kommt uns hier so vor, als wenn es im Wald nur um die Wirtschaftlichkeit geht. Früher war es hier viel idyllischer.“ Ihr Ziel: „Es gibt neue Wege in der Holzwirtschaft, bei der Wirtschaft und Ökologie im Einklang sind.“

Genau das hat der zuständige Förster Andreas Körber im Blick. „Ich bewirtschafte den Hainholz seit 30 Jahren“, erklärt er. Er kann die Bürger beruhigen. „Im vergangenen Winter lag ein Arbeitsschwerpunkt im Hainholz. Weil der Winter aber zu warm war, sind die Forstwirtschaftswege kaputt gegangen, so dass wir das Holz nicht abtransportieren konnten. Die haben wir jetzt trocken gelegt und werden im Spätsommer mit dem Harvester reingehen, um weiter zu machen.“ Durch den nassen Winter seien auch nicht wie sonst die Brennholz-Sammler unterwegs gewesen. Das Totholz sei zudem für die Natur wichtig. „Wegräumen ist nicht das, was wir wollen.“

Für jeden Förster gebe es einen Forsteinrichtungsplan, der auf zehn Jahre ausgelegt sei und genau eingehalten werde. „Im Wald wird weniger geschlagen als nachwächst“, betont Körber. „Gute Bäume werden ausgesucht und Bedränger, die ihnen das Licht nehmen, kommen weg. Gerade Bäume sollen ungestört wachsen können.“ Diese Durchforstung mache 80 Prozent der Arbeiten aus, weitere 20 Prozent sind der Verjüngung gewidmet. „Die steht im Hainholz noch aus.“ Optisch sei durch den milden Winter ein falscher Eindruck entstanden. „Bei einem kalten Winter wäre niemandem etwas aufgefallen. In drei Jahren sieht man ohnehin nicht mehr, wo gefällt wurde“, sagt Körber. „Wir haben genaue Vorgaben, die umgesetzt und eingehalten werden.“

Bettina Albrod

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