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Stormarn Hoisdorfs Himmel wird kabellos
Lokales Stormarn Hoisdorfs Himmel wird kabellos
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23:50 13.05.2016
Bürgermeister Dieter Schippmann (r.) ließ sich von Carsten Hack über den Stand der Erdkabelarbeiten in Hoisdorf informieren. Quelle: B. Albrod

In der Gemeinde Hoisdorf werden derzeit die Strom-Freileitungen von der Schleswig-Holstein Netz AG unter die Erde verlegt. 20000 Volt-Mittelspannungskabel auf etwa 2600 Meter sollen die 2000 Meter Freileitungen ersetzen, die sich jetzt noch über den Hoisdorfer Himmel spannen. Dazu errichtet der Netzbetreiber fünf neue Ortsnetzstationen, die die alten Freileitungsstationen ersetzen. Die Masten sollen über den Winter 2017 abgebaut werden.

„Ich freue mich über die Maßnahme“, erklärt Bürgermeister Dieter Schippmann, der sich am Donnerstag zusammen mit Gemeindevertretern und Amtsvertretern bei einem Frühstück über die Baufortschritte informieren ließ. „Die Freileitungen im Ort waren bei Sturm eine große Gefahr, wenn Bäume darauf gefallen sind, gut, dass sie jetzt verschwinden.“ Das Informationsfrühstück sei eine gute Idee, weil sich so auch die Anwohner informieren könnten.

Die Verlegung der Kabel in die Erde gehört zu einem landesweiten Vorhaben des Netzbetreibers. „Im Kreis Stormarn sind die Arbeiten bei den Niederspannungskabeln zu 99 Prozent abgeschlossen“, erläutert Unternehmenssprecher Volker Mielisch, „bei Mittelspannungsleitungen liegt die Quote bei 92 Prozent.“ Für die Arbeiten bohrt eine Bohrmaschine Tunnel in 1,25 Meter Tiefe, ehe dort die neuen Kabel hindurch geführt werden. „Die Kabel sind geschirmt“, sagt Carsten Hack, Netzcenter-Leiter aus Ahrensburg, „bei dem geringsten Kontakt mit dem Erdreich greift die Sicherung, so dass es zu keinem Stromschlag kommen kann.“ Die Ortsnetzstationen sind per Funk mit Rendsburg verbunden, von wo aus sie ferngesteuert werden. Gefahr für die Leitungen bestehe nur dann, wenn bei Tiefbauarbeiten die Lage der Kabel nicht bedacht werde. „Es gibt bei uns den Spruch „Strom oder schnelles Internet“, spielt Hack auf die Gelegenheiten an, wo das Verlegen von Breitbandverbindungen die Stromkabel getroffen hat.

Auch für die Landwirte im Ort bringt die neue Technik Erleichterung, weil sie ihre Felder nun frei befahren können, ohne um die Strommasten herummanövrieren zu müssen. Schließlich spielt auch der Vogelschutz eine Rolle, weil die Leitungen die Fluglinie größerer Vögel stören und auch den rastenden Tieren gefährlich werden können. „Solange ein Vogel nur eine der beiden Stromleiter berührt, ist es kein Problem“, erklärt Hack, „wenn er aber beide berührt oder den Mast, kommt es zum Stromschlag.“ Deshalb werden die Strommasten mit Schutzkappen versehen, um die Vogel zu schützen. Für die Erdkabelverlegung investiert die SH-Netz-AG 160 000 Euro, vorausgegangen ist ein Jahr Planungszeit. Die Kosten werden über die Netzentgelte an die Kunden weitergegeben. Bis Ende Juli sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für die Umstellung der Stromversorgung wird dann für kurze Zeit der Strom abgestellt. Wann das sein wird, wird den Bürgern per Handzettel bekannt gegeben.

Die Stromstraßen

Die Fachleute unterscheiden vier Arten von Stromleitungen:

Die Höchstspannungskabel – vergleichbar mit der Autobahn – transportieren 220 bis 380 KV.

Die Hochspannungskabel – eine Art Bundesstraße – folgen mit 110 KV, als nächstes kommen die Mittelspannungsleitungen, vergleichbar mit Kreisstraßen, die einzelne Ortschaften verbinden und zwischen 10 000 und 30 000 Volt transportieren.

Schließlich gibt es als „Dorfstraßen“ die Niederspannungsleitungen für 400 Volt, die den Strom in die Häuser führen, wo er mit 230 Volt aus der Steckdose kommt. Die SH-Netz AG hat 33 000 Einspeiser für ihr Netz.

 Bettina Albrod

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