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Stormarn Holperpiste L 88: Und täglich grüßt das Schlagloch
Lokales Stormarn Holperpiste L 88: Und täglich grüßt das Schlagloch
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21:12 18.10.2016
Mai 2015: Sturm „Zoran“ hatte an die 100 Linden umgeweht.
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Schmachthagen

Schlagloch an Schlagloch – die Landesstraße 88 zwischen Krummbek und Schulenburg gleicht einem Schweizer Käse. „Es ist unglaublich. Die Straße ist in einem so miserablen Zustand. Das geht gar nicht“, beschwert sich Jens Kleefeld. „Wir zahlen so viele Steuern. Wenn es danach geht, könnten wir die Straße beheizen.“

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Risse, riesige Krater: Die L 88 ist in einem erbärmlichen Zustand. Ein Schmachthagener macht seinem Ärger Luft.

Drei- bis viermal am Tag muss der Taxifahrer aus Schmachthagen die Schlaglochpiste mit seinem VW-Van entlangholpern. Vor einigen Monaten passierte es: „Ich habe hier meinen Reifen kaputt gefahren.“

Der 52-Jährige musste einem Bus ausweichen, der ihm auf der schmalen, gewölbten Fahrbahn entgegen kam. „Ich fuhr schon langsam, etwa 30 Stundenkilometer. Aber an der abgebrochenen Kante der Teerstraße schlitzte ich mir den Reifen auf.“ 89 Euro habe ihn der Spaß gekostet. Vorgestern sei seine Frau in ein riesiges Schlagloch geknallt. „Aber zum Glück ist nicht mehr passiert“, so Kleefeld.

Dennoch sei er mittlerweile auf 180. „Hier donnern Lkw, die die Maut umgehen wollen, entlang, Schulbusse fahren regelmäßig auf der Strecke – da muss sich doch irgendjemand dafür interessieren, dass die Kinder gefährdet sind“, schimpft der Taxifahrer. Die Piste könne man keinem mehr zumuten. Nicht nur Felgen und Reifen, auch Querlenker, Federbeine, Spurstangen und Stoßdämpfer würden in Mitleidenschaft gezogen. „Das kostet doch alles auch was.“ Und wenn sich Besuch in Schmachthagen ankündige, würde der sich nach der Anfahrt immer wundern: „Mensch, du wohnst wohl im vergessenen Dorf.“

Die Landesstraße 88 sorgte bereits im Sommer 2015 für Schlagzeilen. Rund 100 Linden waren Anfang Mai durch Sturm „Zoran“ umgeweht oder beschädigt worden. In den Straßenbelag hatten die umgestürzten Bäume bis zu zwei Meter tiefe Löcher gerissen. Die Straße zwischen Barkhorst und Schmachthagen wurde für drei Monate gesperrt. Anliegergemeinden hatten eine grundlegende Sanierung gefordert, doch dazu kam es nicht. „Die L 88 gehört zu den Landesstraßen des Netzes Zwei. Sie hat keine überregionale Bedeutung. Für diese Straßen werden keine Erhaltungsmittel im Sinne von Deckenerhaltung bereitgestellt“, teilt Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Lübeck, mit. Dementsprechend seien die Löcher nur befüllt und mit Asphalt verschlossen worden. Die Straßenmeisterei würde dafür Sorge tragen, dass die L 88 verkehrssicher gehalten werde, unter anderem durch das Aufstellen von Hinweisschildern. „Straßenschäden“ – so werden Verkehrsteilnehmer gewarnt. „Jeder hat seine Fahrweise entsprechend anzupassen“, sagt Sommerburg.

„Das kann doch nicht sein. Das ganze Leben besteht aus Regeln. Ich muss vor meiner Tür auch dafür Sorge tragen, dass keiner ausrutscht“, echauffiert sich Kleefeld. Unterstützung bekommt der Schmachthagener vom ADAC. „Es gibt auch für Straßen Richtlinien – die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Straßen müssen vom Träger so in Ordnung gehalten werden, dass keiner bei angepasster Fahrweise verunfallt“, sagt Ulf Evert vom ADAC in Kiel.

Britta Matzen

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