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Stormarn Hospiz-Neubau in Oldesloe kostet 3,5 Millionen Euro
Lokales Stormarn Hospiz-Neubau in Oldesloe kostet 3,5 Millionen Euro
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22:03 08.03.2018
So soll das Stormarner Hospiz aussehen: Jörg Schumacher (v. l.), Dr. Martin Lüdiger, Sabine Tiedtke, Thomas Schell, Kay Gladigau. Quelle: Foto: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

Damit wird die Vision von Sabine Tiedtke vom Förderverein Lebensweg schneller Wirklichkeit als erwartet. Möglich wurde das Projekt durch ein großes Netzwerk vieler Beteiligter und das Engagement der Sparkasse Holstein mit ihren Stiftungen an der Errichtung des stationären Hospizes. „Für uns ist es ein ganz besonderer Anlass“, sagte Martin Lüdiger, Vorstandschef der Sparkasse Holstein.

Bis das Projekt stand, mussten viele Hürden bewältigt werden. „Eine komplizierte Struktur“, so Lüdiger. Doch nun sind alle mit an Bord, unter anderem der Kreis Stormarn und das Palliativnetz Travebogen mit dem Geschäftsführer Thomas Schell. Die gemeinnützige GmbH Hospiz Lebensweg mit Sabine Tiedtke als Geschäftsführerin erwirbt das Grundstück im Bereich Blumendorf und baut das Hospiz.

Gesellschafter sind die Lebensweg Stiftung (18 500 Euro), das Palliativnetz Travebogen (6500 Euro) und die Sparkassen-Sozialstiftung Stormarn (25000 Euro). Wegen der Hospiz-Unterversorgung in Schleswig-Holstein wurde zudem in Kiel ein Antrag auf Zuschüsse vom Land gestellt, auch fließt Geld aus einer Lotterie in das Stormarner Hospiz-Projekt.

Ansonsten wird die Realisierung von den unterschiedlichen Sparkassenstiftungen gestemmt, so Lüdiger. Bereits im Dezember 2017 wurde die Sparkassen-Hospizstiftung Stormarn mit einem Kapital von einer Million Euro gegründet. Damit soll das Hospizwesen im Kreis Stormarn dauerhaft gefördert werden. Denn ein Hospiz bleibt ein Zuschussbetrieb. Der Kreis Stormarn hat ab 2017 bereits 15000 Euro jährlich dafür bereitgestellt. Mindestens fünf Prozent der Hospiz-Betriebskosten müssen alljährlich auf Dauer beispielsweise durch Spenden eingenommen werden. Die jährlichen Betriebskosten werden auf fast eine Million Euro geschätzt.

Schon fünf Jahre lang setzt sich die Krankenschwester Sabine Tiedtke (55) für ein Stormarner Hospiz ein. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Förderverein Lebensweg – Stationäres Hospiz für Jung und Alt“, Projektkoordinatorin und Geschäftsführerin der GmbH. Sie schaute sich mindestens 20 Hospize an und hospitierte in einigen. Dann traf sie sich mit dem Sparkassen-Stiftungsexperten Jörg Schumacher, mit dem Tiedtke einst in ihrem Erst-Beruf als Bankkauffrau zusammenarbeitete. „Es soll ein Haus werden, in dem die Menschen sich wohlfühlen“, sagt sie und bezieht Gäste, Besucher und die später 25 bis 30 Fachkräfte gleichermaßen mit ein.

Von jedem der zwölf Zimmer kann man später die Patienten auf die davorliegenden Terrassen schieben, ein weiterer Raum steht als Gastzimmer zur Verfügung. Die Zimmer gruppieren sich um die „Dorfmitte“

in Form eines Atriums. Im Oldesloer Familienhospiz wird selbst gekocht. Oben soll es zwei Appartements für Angehörige sowie einen Schulungsraum geben. Auch Lesungen und Konzerte sind angedacht, so Tiedtke. „Was hier entsteht, ist richtig klasse“, ist Schumacher überzeugt.

Insgesamt hat das geplante Stormarner Hospiz 1100 Quadratmeter Nutzfläche, das Grundstück am Oldesloer Stadtrand ist 4000 Quadratmeter groß, erläuterte Fördervereins-Mitglied Kay Gladigau. Im Foyer solle man später erst einmal innehalten können. Es wird mit einem kleinen Brunnen und Sitzbänken ausgestattet.

Wohnortnahe Unterstützung

Patienten aus dem Kreis Stormarn hatten bisher nur die Möglichkeit, ihre letzten Lebenstage in einem Hospiz in Hamburg oder Lübeck zu verbringen. Bald können sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

Der Baubeginn des Hospizes am Oldesloer Stadtrand für alle Altersklassen ist für den Sommer angedacht. Die Baukosten sollen etwa 3,5 Millionen Euro betragen.

Susanna Fofana

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