Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Humanitärer Einsatz: Oldesloer Arzt half in Pakistan
Lokales Stormarn Humanitärer Einsatz: Oldesloer Arzt half in Pakistan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:19 14.11.2016
Dr. Felix Blake (l.) mit seinem Hilfsteam in Pakistan. Quelle: hfr

Das elfköpfige internationale Ärzteteam aus den USA, England und Bad Oldesloe) arbeitete etwa zwei Wochen lang in der Stadt Rawalpindi im Norden Pakistans.

Schon seit mehreren Jahren stellt sich der Chirurg Dr. Blake immer wieder für humanitäre Einsätze zur Verfügung – ohne finanzielle Vergütung, selbst die Kosten für die Anreise trägt das Hilfsteam oder wie in diesem Fall der RotaryClub. Aber diesen Einsatz wird er aufgrund der politischen Verhältnisse so schnell nicht vergessen.

„Wir waren in ständiger Sorge vor möglichen Terroranschlägen der Taliban, das erschwerte die Arbeit zusätzlich“, erzählt Blake, der 2010 seine Kurparkpraxis in Bad Oldesloe eröffnete.

„Es sind beeindruckende Bilder, mit denen er die Behandlung der Problemfälle dieses außergewöhnlichen Einsatzes dokumentiert“, sagt auch Frank-Detlef Doerr, Sprecher des RC. Schwerpunkt der ärztlichen Maßnahmen waren plastisch-chirurgische Eingriffe, vornehmlich bei Frauen und Kindern.

„Offene Kiefer- und Gaumenspalten sind in Pakistan erheblich häufiger anzutreffen als bei uns und werden in der Regel nicht behandelt“, erklärt Balke. „Die Behandlungskosten kann die arme Bevölkerung nicht bezahlen, Krankenversicherungen gibt es nicht, Die kostenlose Behandlung durch das Interplastteam war daher ständig umlagert und wurde dankbar angenommen.“

Starke Verbrennungen durch Stromunfälle in Folge nicht hinreichend sicher verlegter Stromleitungen seien weitere Problemfälle gewesen. „Die gesellschaftlich niedrige Stellung der Frau in Pakistan ist häufige Ursache für schlimme Misshandlungen“, so der Arzt weiter. Das Ärzteteam führte einige plastische Operationen bei Frauen durch, denen als Strafe die Nase und die Ohren abgeschnitten worden waren.

Ganz erschreckend sind Bilder einer Frau, die von ihrer Schwiegermutter und Schwägerin mit Kerosin übergossen und angezündet wurde, weil sie ihr Kind nicht hergeben wollte. Doch auch in diesem Fall konnte das internationale Hilfsteam helfen.

Sein Motiv für die Einsätze sei dabei stets auch der rotarische Leitsatz: „selbstloses Dienen“, erklärt der 47-Jährige, der in Hamburg geboren wurde und seine Schulausbildung dann in Trinidad in der Karibik absolvierte. 1989 kam er zurück nach Hamburg, studierte, promovierte und habilitierte dort. Der Familienvater hat vier schulpflichtige Töchter. Humanitäre Einsätze führten ihn unter anderem auch nach Syrien, Jordanien und auf die Philippinen.

 mc

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige