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Stormarn Hundesteuer – mal günstig und mal teuer
Lokales Stormarn Hundesteuer – mal günstig und mal teuer
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20:25 10.06.2017
„Die Sätze fallen so verschieden aus. Das ist ungerecht wie bei den Kitas.“Steffi Seidel mit „Humbold“
Bad Oldesloe

Mitten im Grünen etwas außerhalb der Stadt trainiert in der Hundeschule Sitz-Platz-Komm eine Junghundegruppe. Unter einem Jahr sind die Vierbeiner alt und Herrchen wie Frauchen ist daran gelegen, Zeit mit ihrem neuen Freund zu verbringen. Viel Freude, aber auch ebenso viele Pflichten bringt die Haltung der Tiere mit sich – eine davon ist die Anmeldung zur Hundesteuer. Und die fällt ganz unterschiedlich aus; das geht aus aktuellen Zahlen des Statistikamtes hervor. Insgesamt werden in Stormarn jährlich rund 1,3 Millionen Euro eingenommen.

Halter zahlen in Stormarn jährlich zwischen 24 und 110 Euro – Steuer bringt insgesamt 1,3 Millionen.

Die Höhe der Hundesteuer reicht von 24 Euro pro Jahr in der Gemeinde Barnitz bis zu 110 Euro in den Gemeinden Trittau und Bargfeld-Stegen sowie in Reinfeld – wohlgemerkt für den ersten Hund. Ein zweiter wird oft teurer, und richtig tief in die Tasche müssen Halter von Hunden greifen, die als gefährlich eingestuft werden. In der Gemeinde Zarpen zahlen sie für entsprechende Vierbeiner 960 Euro und in Rümpel und Rethwisch schlagen sogar je 1000 Euro zu Buche. Wie hoch die Hundesteuer ausfällt, entscheiden die Gemeinden und Städte selbst – genauso wie die Frage, wofür die Einnahmen ausgegeben werden. Denn die Hundesteuer ist nicht zweckgebunden.

Wieso die Hundesteuer unter anderem in der Karpfenstadt besonders hoch ausfällt, kann sich Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann nicht erklären. „Die Steuer ist schon seit einer Ewigkeit so hoch und läge eigentlich, ginge es nach dem Haushaltskonsolidierungsplan vom Land, sogar bei 120 Euro“, sagt Gerstmann. „Das wollte die Politik aber nicht.“

Warum der Satz trotzdem verhältnismäßig hoch ausfällt, kann der Bürgermeister nur vermuten: „Es ist die Frage, was man politisch will: Je höher die Steuer angesetzt wird, desto unattraktiver ist es doch, einen Hund zu halten.“ Die überzeugten Hundehalter der Stadt haben im letzten Jahr insgesamt 57360 Euro gezahlt. „Das wandert in den Haushalt, ist da aber kein großer Posten“, sagt Gerstmann. Wofür die Einnahmen ausgegeben werden, kann er nicht genau sagen. Hundekotbeutel sind es jedenfalls nicht, die werden in Reinfeld nämlich gar nicht angeboten. „Das machen wir nicht mehr, weil die zu oft in den Knicks landen“, sagt der Bürgermeister.

In der Gemeinde Barnitz, dem Steuerparadies für Hundehalter, geht man mit diesem Problem anders um. „Wir bieten Hundekotbeutel an und haben aber gleichzeitig verhältnismäßig viele Mülleimer installiert“, sagt Horst Gehrke, der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde. „Wir haben den Steuersatz so niedrig angesetzt, weil hier viele Menschen wohnen, die nur ein kleines Geld verdienen.“ Die Gemeinde wolle auch ihnen ermöglichen, einen Hund zu halten.

In der Hundeschule Sitz-Platz- Komm ist man sich einig: Die Steuer an sich ist in Ordnung. Aber das Geld sollte auch rund ums Thema Hund ausgegeben werden. „Und es ist ungerecht: Warum trifft es nur Hundehalter?“, sagt Janna Müller, die Inhaberin der Hundeschule. „Was ist mit Katzen oder Pferden?“ Sie merkt zudem an, dass in vielen Gemeinden keine Steuermarken für die Tiere mehr ausgegeben werden. „Wie soll es dann kontrolliert werden?“, fragt sie.

„Ich musste in Bad Oldesloe bei der Anmeldung gerade erst doppelt zahlen, fürs Anmelden und die Marke“, sagt Steffi Seidel, die mit ihrem acht Monate alten Barbet „Humbold“ in der Hundeschule trainiert. „Das war dann schon teuer.“ Karin Sterly, das Frauchen von Labrador „Timmy“, stimmt dem zu: „Wir hatten zu Hause früher Hunde und von daher gehört für mich immer schon die Hundesteuer dazu. Aber die Kosten müssen sich im Rahmen halten.“ Vor dem Kauf eines Hundes müsse man sich genau über alle anfallenden Kosten informieren, rät Gerhard Gielow, das Herrchen von Jack Russel „Jim“. „Vom Tierarzt über die Steuer bis zur Ausrüstung fällt da einiges an, darüber muss man sich klar sein.“

„Rehhorst bellt“

Bereits zum achten Mal findet die Veranstaltung „Rehhorst bellt“ für Tierfreunde und ihre Vierbeiner statt. Bei dem großen Fest am Sonntag, 18. Juni, in der Pöhlser Straße, in Rehhorst wird einiges geboten. Von 11 bis 18 Uhr gibt es Wettbewerbe für Hund und Herrchen – oder auch Frauchen. Dabei können auch Preise ergattert werden. Wer es lieber ruhiger mag, kann bei einer Tombola sein Glück versuchen. Außerdem kann an den Ständen verschiedener Aussteller von zum Beispiel Hundezubehör gemütlich gebummelt werden. Vor Ort sind auch Fotografen, die Hund und Halter ins richtige Licht rücken. Zur Stärkung gibt es Kuchen und Bratwurst. Das Fest findet wieder zugunsten des Tierschutzes statt, wie die Veranstalter mitteilen. Sie hoffen auf viele Besucher. Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen zu den Wettbewerben können am Veranstaltungstag abgegeben werden.

Kim Meyer

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