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IS-Terror: Drei Verdächtige in Schleswig-Holstein festgenommen

Das ist passiert IS-Terror: Drei Verdächtige in Schleswig-Holstein festgenommen

Bei Anti-Terror-Razzien in Schleswig-Holstein sind gestern in Flüchtlingsunterkünften in Reinfeld, Ahrensburg und Großhansdorf (Kreis Stormarn) drei mutmaßliche Mitglieder der Terrorvereinigung „Islamischer Staat“ (IS) festgenommen worden.

Beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Baden-Württemberg) wird am 13.09.2016 ein Terrorverdächtiger dem Ermittlungsrichter am BGH vorgeführt.

Quelle: Uli Deck/dpa

Kiel/Berlin. Gegen die Syrer im Alter von 17, 18 und 26 Jahren lagen Haftbefehle des Bundesgerichtshofs (BGH) vor. 200 Kräfte von Bundespolizei, BKA und Landespolizeien durchsuchten insgesamt sechs Objekte, fünf in Schleswig-Holstein, eines in Niedersachsen. Umfangreiches Material sei sichergestellt worden, teilte der Generalbundesanwalt mit.

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Nach bisherigen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes (BKA) sind die drei Syrer dringend verdächtig, im Auftrag der Terrorvereinigung IS einen Anschlag zu planen oder sich für Instruktionen bereitzuhalten. Die Männer waren im November 2015 über die Türkei und Griechenland nach Deutschland gekommen. Ausgangspunkt für die Ermittlungen war ein Hinweis des Bundesamtes für Verfassungsschutz auf mögliche Dschihadisten. Daraufhin sei beim BKA in Berlin-Treptow eine Ermittlungsgruppe gegründet worden, die wochenlang Telefone abgehört und die Männer observiert habe.

Aus Ermittlerkreisen hieß es weiter, die im Umgang mit Waffen und Sprengstoff geschulten Beschuldigten seien vom IS mit gefälschten Pässen, Mobiltelefonen mit vorinstalliertem Kommunikationsprogramm und einem höheren vierstelligen Bargeldbetrag in US-Dollar ausgestattet worden. Dem Bundesinnenministerium zufolge gehörten die Festgenommenen einer Gruppe an, zu der die IS-Terroristen zählten, die am 13. November in Paris Anschläge verübten.

Dafür spräche auch, dass ihre falschen Reisedokumente aus der gleichen Werkstatt stammten.
In einer Flüchtlingsunterkunft für zehn Personen in Reinfeld bei Lübeck hatte einer der Verdächtigen Unterschlupf gefunden. Gestern um 4.30 Uhr rückte ein Spezialkommando der Polizei an, nahm ihn fest. Die übrigen Bewohner der Unterkunft zeigten sich nach dem Einsatz erleichtert. Sie fühlten sich dadurch sicherer, erklärte Albrecht Werner, Sprecher der „Initiative Asyl“ in Reinfeld.

In Ahrensburg war der verdächtige 26-jährige Syrer in einer seit Ende vergangenen Jahres von der Stadt angemieteten Wohnung für bis zu neun Personen untergebracht. „Besonders schwer wiegt, dass es bei diesem Mann keine Auffälligkeiten gegeben hat. Er war ein Vorzeige-Flüchtling“, sagte der Ahrensburger Bürgermeister Michael Sarach (SPD).

In Großhansdorf wohnte der mutmaßliche IS-Kämpfer in einem Flüchtlingscontainer für 24 Personen – unmittelbar neben der örtlichen Polizei. Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß (parteilos) zeigte sich tief betroffen. „Kein Bürgermeister wünscht sich, dass so etwas in seinem Ort passiert.“ Jetzt würden unweigerlich die Fragen nach der Sicherheit seiner Bürger aufkommen. In Niedersachsen zielte die Polizeiaktion auf einen Zeugen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, es könne sich bei den Festgenommenen um eine „Schläferzelle“ handeln. Landesinnenminister Stefan Studt (SPD) sagte: „Es ist kein Staat, kein Bundesland davor gefeit.“ Es sei aber beruhigend, „dass unsere Sicherheitskräfte den Verdächtigen wieder einen Schritt voraus waren“. Die Festgenommenen wurden nach erkennungsdienstlicher Behandlung im Hamburger Polizeipräsidium per Hubschrauber zum Ermittlungsrichter nach Karlsruhe geflogen.

Großhansdorf
Reinfeld 53.831034 10.491622
Reinfeld
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