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Stormarn IT-Verbund sorgt für moderne Technik in den Rathäusern
Lokales Stormarn IT-Verbund sorgt für moderne Technik in den Rathäusern
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20:17 27.07.2016
Christiane Clobes und Martin Oster mit einem Gerät der Zukunft: Der kleine Igel soll die Arbeit noch effizienter machen. Quelle: Fotos: M. Thormählen
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Bad Oldesloe

„Die Vorstellung, nach drei Monaten würde alles wie am Schnürchen klappen, war dann doch nicht realistisch. Dazu ist die Materie doch zu kompliziert und zu umfangreich“, blickte Vorstand Christiane Clobes auf die Anfänge des Informations-Technologie-Verbundes (IT) Stormarn zurück. In den vergangenen drei Jahren habe es eine umfassende Modernisierung in den Verwaltungen des Kreises sowie von sechs Kommunen gegeben, die als Träger dabei sind: „Wir stehen aber noch vor weiteren Herausforderungen.“

Große Rechner waren gestern: Das neue Gerät kann problemlos mitgenommen werden.

Gewaltige Kapazität

7 Träger hat der zum 1. Juli 2013 gegründete IT-Verbund Stormarn – den Kreis, die Städte Bad Oldesloe, Reinfeld, Bargteheide und Reinbek sowie die Ämter Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land.

206 Server werden betreut. Die gesamte Speicherkapazität liegt zurzeit bei 300 Terabyte, also 300000 Gigabyte.500 Störungsmeldungen, Anforderungen und Änderungen werden pro Woche bearbeitet.

Christiane Clobes wies gestern in Bad Oldesloe zusammen mit Martin Oster, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, auf das erklärte Ziel hin: Alle sollten ein gemeinsames System zur Datenverarbeitung bekommen, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht und ständig modernisiert werden kann. Bis dahin sei es allerdings noch ein weiter Weg angesichts der immer noch vorhandenen vier unterschiedlichen Software-Varianten. Auch die bei der Gründung des Verbundes gehegte Vorstellung, in den Rathäusern nur die Stecker aus den Computern zu ziehen und sie dann wieder anzuschließen, um ein neues System zu nutzen, sei zu einfach gewesen.

„Wir haben immer noch 280 unterschiedliche Programme, bei denen wir den Fehlermeldungen nachgehen und die Updates vornehmen müssen“, erläuterte Martin Oster. Immerhin, und dies sei ein wesentlicher Fortschritt, existiere eine so genannte Ringvernetzung: „Wir können die meisten Aufgaben von Bad Oldesloe aus erledigen und müssen nur noch sehr selten vor Ort arbeiten.“

Als wichtiges Projekt gilt der Ausbau der Virtualisierung. Zurzeit sind rund 40 Prozent der insgesamt 1300 Arbeitsplätze in den kommunalen Verwaltungen vernetzt – angestrebt werden 80 Prozent. Von rund 200 eingesetzten Servern sind mittlerweile 90 Prozent keine eigenständigen physikalischen Systeme mehr. Stattdessen greifen die Nutzer auf ein verfügbares Speichersystem zurück, das von zentralen Recheneinheiten gesteuert wird. Die Mitarbeiter in den Rathäusern werden jetzt verstärkt mit einem Rechner namens Igel ausgestattet, der kleiner ist als eine Kita-Brotdose, aber von jedem bediensteten von jeden Monitor angeschlossen werden kann, um Zugang ins System zu bekommen. „Wir achten dabei auf Datensicherheit und Datenschutz. Der Mitarbeiter aus Reinfeld hat natürlich keinen Zugriff auf die Daten in der Oldesloer Verwaltung“, betonte Christiane Clobes.

Der IT-Verbund besitzt nach den Worten seiner Chefin enorme finanzielle Vorteile: „Wir gelten auch beim Telefonanbieter als Großkunde mit entsprechenden Konditionen.“ Und wenn es um die geplante Anschaffung von 500 Druckern geht, werde jetzt eine europaweiter Ausschreibung gestartet. Um Geld geht es bei dem Verbund, der als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet wurde, wenn er seine eigenen Rechnungen für einzelne Dienstleistungen schreibt. Wenn beispielsweise ein Bürgermeister ein neues iPhone haben möchte oder mit seinem bisher genutzten Probleme hat, dann wird der Gemeinde oder der Stadt der vom IT-Verbund getriebene Aufwand in Rechnung gestellt. Insgesamt, so Christiane Colbes, soll in diesem Jahr ein Umsatz von 5,35 Millionen Euro erzielt werden.

Der Verwaltungsaufwand sei vor drei Jahren unterschätzt worden, meinte die IT-Chefin. Auch aus diesem Grund sei die Zahl der Mitarbeiter, die Räume der Kreisverwaltung nutzen, von einst 24 auf jetzt 38 gestiegen: „Es können durchaus weitere Kommunen dazukommen. Wir müssen in diesen Fällen allerdings einen längeren zeitlichen Vorlauf einplanen und uns genau ansehen, wie die Situation in der betroffenen Verwaltung aussieht. Die Entscheidung trifft dann der Verwaltungsrat.“

Für Christiane Clobes gibt es allerdings keine Alternativen zu den IT-Gemeinschaften: „Die technische Zukunft wird immer komplexer und nur wir haben die Spezialisten für alle Bereiche.“

Michael Thormählen

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