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„Ich bin Bad Oldesloe sehr verbunden“

LN SERIE: MEIN HERZ SCHLÄGT FÜR BAD OLDESLOE „Ich bin Bad Oldesloe sehr verbunden“

Werner Hopp wurde in der Kreisstadt geboren und leitet das Familienunternehmen Borowski & Hopp.

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Der absolute Lieblingsplatz von Firmenchef Werner Hopp: Von hier kann er die ein- und ausgehenden Materialströme am besten beobachten.

Quelle: Fotos: Susanna Fofana

Bad Oldesloe. „Ich war aus Bad Oldesloe nie wirklich weg“, erzählt Werner Hopp (65) lachend. Er ist hier geboren und seine fünf Kinder wohnen auch alle noch in der Kreisstadt. Trotzdem hat der Unternehmer viele Plätze auf dieser Welt gesehen: „Ich bin fast überall gewesen. Immer im Urlaub und auf Geschäftsreisen.“ Und so pflegt er Freundschaften nicht nur in seiner Geburtsstadt, sondern rund um den Globus.

Im Winter ist der Grillplatz mit dem römischen Rosenbogen auf dem Oldesloer Firmengelände des Rohprodukthändlers Borowski & Hopp verwaist. Aber von März bis Oktober ist dort gesellschaftliche Hochsaison. Einmal die Woche wird mittags „zum Highnoon“ gemeinsam gegrillt. „Mitarbeiter, Kunden, Freunde des Hauses – ruckzuck hat man hier 50, 60 Leute“, sagt der Gastgeber zufrieden.

Seine Kinder haben es Werner Hopp gleich angesehen, dass er an diesem Morgen ganz besonders breit strahlt. Nicht etwa wegen des Pressegesprächs. Gerade ist die neue Lizenz aus Peking ins Büro am Paperbarg geflattert. „Ein kleiner Geburtstag“, freut sich der Firmenchef. Sie steht für drei weitere Jahre Handel des Sekundärrohstoffhändlers mit China.

Die schwarze Couch im Eingangsbereich der Firma ist Werner Hopps absoluter Lieblingsplatz. Von dort aus hat er den Schrott- und Recyclinghof mit 50 Mitarbeitern bestens im Blick. Die Materialströme interessieren den Chef am meisten. „Hier kann man am besten beobachten, was ’rein und ’raus geht.“ Er ergänzt: „Am liebsten würde ich den ganzen Tag hier sitzen.“ Doch meist bleibt ihm dafür nur eine halbe Stunde.

Sein Tag beginnt üblicherweise beim Bäcker: „Ich hole morgens 20 Brötchen bei Kühl“, verrät Hopp. Kostenlos bekommen die frühen Kunden dann eine belegte Brötchenhälfte mit auf den Weg in den Arbeitstag. Der Chef: „Das wird gut angenommen.“

„Ich bin den ganzen Tag hier und halte alle auf Trab“, sagt Hopp in einem scherzhaften Ton. Obwohl die Großfamilie – Werner ist das älteste von zwölf Kindern – ursprünglich aus Ostpreußen stammt, hat schon seine verstorbene Mutter Lisbeth Hopp, geborene Borowski, Bad Oldesloe als ihre Heimat angesehen. Hier hatte sie geheiratet, wurden ihre Kinder zu Hause geboren und gingen zur Schule. „Nach Ostpreußen wollte sie nie wieder“, erinnert sich Hopp. Dort hatte sein Großvater Julius Borowski seit 1919 zunächst mit Kolonialwaren, Kohlen und Düngemitteln gehandelt.

„Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen“, sagt Hopp. Die Familie sei 1951 nach Bad Oldesloe gekommen. „Insofern ist man Bad Oldesloe ja verbunden.“ Hier sei er geboren, getauft, konfirmiert und habe voriges Jahr die Goldene Konfirmation empfangen. „Ich liebe die Lebensbedingungen im Nahbereich zur Weltstadt Hamburg. Hier ist meine Heimat, mein Lebensmittelpunkt.“ Ein Vorsatz: „Ich bin bemüht, fast alles zu unterstützen, was Bad Oldesloe gut tut. Vieles muss angepasst werden, um unsere liebe Stadt auf Vordermann zu bringen.“

Am lebhaftesten sind seine Erinnerungen an seine ersten zwölf Lebensjahre, in denen der großväterliche und väterliche Schrotthandel mit Eisen, Lumpen, Knochen und Papier in der Lübecker Straße 21 sein Domizil hatte. An der Stelle, an der nun die Trave-Arkaden stehen. Die Familie aus Ostpreußen fing quasi bei Null wieder an. Dort lernte der Erstgeborene schon mit neun Jahren das Baggerfahren.

„Kinderarbeit war nicht verboten“, sagt Hopp lachend.

Vor gut 50 Jahren hatte er als 15-Jähriger seinen ersten Arbeitstag als Lehrling im Betrieb von Großvater Julius Borowski und Vater Herbert Hopp. Was er damals machen musste? „Leider Büroarbeiten, Ablage“, erinnert er sich.

Den Familienbetrieb in Bad Oldesloe übernahm Hopp dann 1980. Damals wurde er selbst der Chef des aufstrebenden Unternehmens. Eine Aufgabe, die er seitdem im Patriarchen-Stil bestens erfüllt. Drei seiner Kinder und sein Schwiegersohn arbeiten mittlerweile im Oldesloer Betrieb mit. Auch etliche seiner Geschwister, aktuell noch fünf, verdienen im Schrotthandel ihr Geld. 18 Betriebe in Norddeutschland hatte die Großfamilie einst aufgebaut. Sie wurden später unter den Geschwistern aufgeteilt. Werner Hopp blieb in der Keimzelle Bad Oldesloe. Und agiert von hier aus weltweit.

„Mit so einem Betrieb hat man viel zu tun“, weiß der 65-Jährige, der Schrott zudem als sein Hobby ansieht. Viele ungewöhnliche Metallgegenstände haben es dem Sammler angetan. Von der Kunst aus der Schrottpresse bis zum Messingpferd lässt sich überall etwas aus der Schrott-Sammlung entdecken, die in der Firma Chefsache ist. Selbst Opas altes, rostiges Fahrrad aus der Zeit vor der Währungsreform ist erhalten. Im Eingangsbereich steht gegenüber der alten Singer-Nähmaschine ein dreirädriger Tempo-Lieferwagen. „Das Transportmittel der frühen 50er Jahre“, erklärt Hopp. „Wir hatten damals die gleichen.“

Fotografieren ist seine zweite Leidenschaft. Die kleine Lumix hat er in der Hosentasche immer für Schnappschüsse von Menschen oder Dingen dabei. Mehr als 300 Leitz-Ordner mit Papierabzügen hat er schon gefüllt. Ein Smartphone wäre für ihn kein Ersatz für die Taschenkamera. „Um Gottes Willen“, wehrt er ab. „Ich kann damit nur telefonieren.“

Nicht einmal am Wochenende lässt ihn die Firma wirklich los. Denn dann guckt der Chef gern mal im Fuhrpark in der Hermann-Bössow-Straße nach dem Rechten. Nur sonnabends, da nimmt er sich oft auch mal die Zeit zum Einkaufen mit David (3), seinem Jüngsten. Natürlich gehört ein kurzer Schnack oder Scherz mit Bekannten zum Oldesloe-Bummel dazu. Und ein Espresso ist dann auch noch drin: „Wir sitzen gern bei Giuseppe.“

MEINE LIEBLINGSORTE

Der Grillplatz auf dem Firmengelände von Borowski & Hopp ist nur im Winter verwaist. Von März bis Oktober bietet er jeden Donnerstag zum „Highnoon“ ein beliebtes gesellschaftliches Event.

Eine Couch im Eingangsbereich, von der aus man einen guten Überblick über die Materialströme hat, ist der absolute Lieblingsplatz von Werner Hopp.

Bei Giuseppe (Bistro-Café L’italiano) in der Oldesloer Hindenburgstraße gibt es sonnabends nach dem Einkaufen mit Sohn David (3) häufig noch einen Espresso.

Susanna Fofana

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