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Stormarn „Ich habe da viel für mich rausgeholt“
Lokales Stormarn „Ich habe da viel für mich rausgeholt“
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20:10 01.08.2015
Bargteheide

Lutz Meyer (43, Name von der Redaktion geändert) hatte Glück in seinem Leid: Schwer an einem Burnout-Syndrom, an einer Depression erkrankt, musste er nicht lange auf eine Behandlung warten, er fand sofort einen Platz in der Bargteheider Tagesklink. „Das war für mich eine Erleichterung.“ Denn der IT-Spezialist einer großen Firma in Hamburg war am Ende.

„Mir ging es schlecht, ich bin mit Angst in die Firma gefahren, ich hatte Magenschmerzen, Angst vor Gesprächen, Angst vor Meetings, war antriebslos“, erzählt er ganz offen. Seine Batterie hat sich in seiner Freizeit nicht mehr aufgeladen. Als es nicht mehr auszuhalten war, sprach Meyer mit seinem Chef, der ihn gleich an einen Psychologen vermittelte. „Wir haben Ursachenforschung betrieben“, das Ergebnis war die Diagnose Burnout. Das sei nichts anders als eine Depression, erklärt Dr. Celia Hauser, werde aber von der Umwelt nicht so stigmatisiert wahrgenommen.

Die Eingewöhnung war für Meyer, der bis heute von seiner Firma stark unterstützt wird, nicht so schwer. „Am Anfang habe ich gedacht, was soll ich in der Gruppentherapie, was soll ich mir die Probleme von anderen anhören? Und dann war ich überrascht, wie viele Parallelen es gibt. Ich habe da viel für mich rausgeholt.“ Und noch etwas fiel ihm schwer: „Wir hatten so viele Pausenzeiten. Ich war es gar nicht gewohnt, so viel Zeit für mich zu haben“. Aber das ist Absicht. Die Patienten sollen lernen, sich auf sich zu besinnen und den Akku wieder aufzuladen. Achtsamkeit ist eins der Stichwörter.

Heute sagt Meyer: „90 Minuten Luft rauslassen entspannt mich, das bringt mich runter.“ Verhaltensweisen geklärt und aufgedeckt haben auch die Einzelgespräche mit Dr. Hauser. „Manchmal hatte ich das Gefühl, sie kann mir in den Kopf schauen. Sie hat mir neue Wege aufgezeigt.“ Die will er gehen. Und „ich möchte auf meine Position zurückkehren, der Job macht mir ja Spaß“. Das Unternehmen ist dabei an seiner Seite. Aber, Meyer weiß, dass er für sich sorgen muss. Abgrenzung ist hier ein weiteres Stichwort und „work-life-balance“.

kks

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