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Ihre Majestät stand Pate für einen Schulnamen in Oldesloe

Bad Oldesloe Ihre Majestät stand Pate für einen Schulnamen in Oldesloe

V0r 100 Jahren wurde das Gebäude der Königin-Luise-Schule eingeweiht.

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Eine Zeichnung der Königin-Luise-Schule ist in der Festschrift zur 750-Jahr-Feier Bad Oldesloes zu finden. Das Gebäude wurde vor 100 Jahren errichtet.

Quelle: Fotos: Petra Dreu/hfr

Bad Oldesloe. Wenn ein Mensch seinen 100. Geburtstag feiert, ist das zumindest für die Familie des Geburtstagskindes ein besonderes Ereignis. Wenn ein Gebäude 100 Jahre alt wird, sieht das schon anders aus. Zum einen ist die hohe Jahreszahl keine Seltenheit, zum anderen gehört schon verdammt viel Glück dazu, wenn sich überhaupt jemand an die Jahreszahlen eines Gebäudes erinnern kann. So ist es gerade eben der Königin-Luise-Schule ergangen, die wohl kaum in die Schlagzeilen geraten wäre, wenn nicht der Oldesloer Klaus Petzinna daran erinnert hätte, dass der 16.

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Schön und klug: Die Königin auf einem zeitgenössischen Gemälde.

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Oktober 1913 nicht nur der 100. Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht war, sondern dass just zu dem Zeitpunkt die nach der Königin von Preußen benannten Schule ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Heute ist das Gebäude ein Teil der Theodor-Mommsen-Schule.

Dass sich Klaus Petzinna so gut mit den Daten der Königin-Luise-Schule auskennt, hat einen besonderen Grund: Er war der letzte Schulleiter der als „Höhere Mädchenschule“ konzipierten Bildungseinrichtung. Wie im Gespräch mit ihm unverkennbar war, hegte der schon lange pensionierte Schulleiter auch eine gewisse Sympathie für die Namensgeberin.

Luise Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz wurde sie genannt, hieß mit vollständigem Namen aber Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg. Als Gemahlin König Friedrich Wilhelms III. wurde sie Königin von Preußen. „Sie galt als Königin der Herzen und soll eine Frau mit Köpfchen gewesen sein“, erzählt Klaus Petzinna. Ihr Ehemann soll ihren wachen Verstand selbst bei Verhandlungen mit Napoleon genutzt haben. Königin Luise aber soll nicht nur klug, sondern auch schön gewesen sein. Als Luise 1810 im Alter von nur 34 Jahren starb, ging sie auch als schöne Frau in die Geschichte ein und wurde ein Symbol für Preußens Aufstieg.

Dass ausgerechnet ihr Name für die Mädchenschule in Bad Oldesloe ausgewählt wurde, war also wohlüberlegt. 40 Mädchen wurden im ersten Jahr in drei Klassen unterrichtet. Nur ein Jahr später waren es bereits 178 Schülerinnen. Erst 1942 wurden die ersten Jungen aufgenommen. Vier Jahre später wurde die Königin-Luise-Schule zu einer gemischten Realschule und hatte in der Nachkriegszeit einen rasanten Anstieg der Schülerzahlen zu verzeichnen.

Vier Klassenräume wurden 1954 angebaut, die jedoch schnell wieder nicht reichten. „Deshalb hatten sich die Stadtväter zu einem Neubau auf der gegenüberliegenden Straßenseite entschlossen, der 1971 eingeweiht wurde“, berichtet der ehemalige Schulleiter, der die Königin-Luise-Schule von 1965 bis 1971 geleitet hatte und dann die neue Schule übernahm. Das Gebäude der Königin-Luise-Schule wurde zum gleichen Zeitpunkt der Theodor-Mommsen-Schule zugeschlagen.

Zehn Jahre war die neue Realschule eine Schule ohne Namen. Erst 1981 wurde sie zur Dietrich-Buxtehude-Schule, die Klaus Petzinna bis 1987 geleitet hat. 1993 wurde diese Schule wieder aufgelöst, nachdem mit der Theodor- Storm-Schule eine weitere Realschule entstanden war, die einen Neubau und zwei Häuser des Margarinefabrikanten Friedrich Boelck nutzte.

Der ehemalige Neubau der Dietrich-Buxtehude-Schule wurde zur Integrierten Gesamtschule (IGS), der heutigen Ida-Ehre-Schule.    

Große Verehrung
Schon zu Lebzeiten wurde Königin Luise zum Gegenstand beinahe kultischer Verehrung. Sie wurde auch zum Symbol für den Wiederaufstieg Preußens und für die Entwicklung hin zum Deutschen Kaiserreich. Nach ihrem Tod setzte sich diese Tendenz verstärkt fort. 1838 wurde in Berlin die Luisenschule gegründet — als erste Einrichtung, die auch Mädchen und jungen Frauen den Zugang zu einer höheren Bildung ermöglichen sollte. Luise, beigesetzt in einem Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg in Berlin, war auch die Mutter der späteren Kaisers Wilhelm I.

Petra Dreu

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