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Stormarn Barnitzer Kunsthandfest ausgezeichnet
Lokales Stormarn Barnitzer Kunsthandfest ausgezeichnet
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22:02 30.11.2018
Bei der Vergabe des Kreiskulturpreises auf Schloss Reinbek: Vize-Kreispräsident Heinz Hartmann, Rea Högner vom Kunsthandfest Barnitz und Laudatorin Sabine Lück von der LAG Soziokultur Schleswig-Holstein Quelle: Dorothea von Dahlen
Reinbek

Große Bescherung im weihnachtlich beleuchteten Schloss Reinbek: Vor 15 Jahren hoben kreative Barnitzer das Kunsthandfest aus der Taufe. Dafür, dass sie diese außergewöhnliche Veranstaltung ins Leben gerufen haben, zeichnete Heinz Hartmann, stellvertretender Kreistagspräsident, die sechs Künstler und Kunsthandwerker am Freitagabend aus. Stellvertretend für die ganze Gruppe nahm Goldschmiedin Rea Högner den Kulturpreis des Kreises Stormarn entgegen. Die Laudatio hielt Sabine Lück, die dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur angehört. Einen kleinen Eindruck vom beliebten Fest verschaffte überdies Filmemacher Rolf Schwarz den Gästen. Bei Aufnahmen im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Kreises Stormarn hatte er auch die Barnitzer Gruppe porträtiert und diesen Teil nun eigens für die Preisverleihung zu einem Trailer zusammengeschnitten.

Die Preisträger sind überglücklich

 „Für mich und alle anderen, ist es ein großer Glück, dass wir diesen Kulturschatz gemeinsam gehoben haben. Ich freue mich sehr, dass auch der Bürgermeister von Barnitz hier ist“, sagte eine übers Gesicht strahlende Rea Högner. Schließlich sei es Hans-Joachim Schütt zu verdanken, dass das Kunsthandfest überhaupt nominiert worden sei. Er habe die Veranstaltung auch stets tatkräftig unterstützt. „Wenn es etwa Probleme mit dem Parken im Dorf gab, hat er immer eine starke Schulter gezeigt“. Dank gelte natürlich auch den Leuten, die ihre Gärten pünktlich zum Fest stets toll in Schuss bringen.

Schwäche für Kunst und schöne Dinge

Und das ist inzwischen tatsächlich nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender des Kreises wegzudenken. Entwickelt hat es sich ganz allmählich. Bildhauer Thomas Helbing, Goldschmiedin Rea Högner, Restaurator Uwe Kollschegg und Künstlerin Ute Elisabeth Herwig waren die ersten, die sich in dem beschaulichen Dorf im Travetal niederließen. Sie verstanden sich auf Anhieb prächtig und beschlossen, ihre Ateliers zu öffnen, um ihre und auch die Arbeiten befreundeter Künstler zu zeigen. Zugleich waren sie neugierig, Menschen aus der Region kennenzulernen, die eine Schwäche für Kunst und schöne Dinge haben, und natürlich auch gemeinsam mit ihnen zu feiern.

Laden auch 2019 wieder zum Kunsthandfest ein: Thomas Helbing, Ute Herwig, Friedrich und Gabriele Stellmach, Rea Högner und Uwe Kollschegg (v.l.) Quelle: Dorothea von Dahlen

Internationale Künstler auf der Kulturmeile

Bald sollte sich zeigen: Das Projekt war auf Zuwachs ausgerichtet und das in jeder Hinsicht. Zwei weitere „Seelenverwandte“ kamen hinzu. Die Textilkünstlerin Gabriele Stellmach und ihr Mann, der Maler und Grafiker Friedrich Stellmach, schlossen sich der Gruppe an. Die Kulturmeile, an der quer durchs Dorf Ateliers und Höfe öffneten, dehnte sich somit auch weiter aus und auch die Besucher strömten von Jahr zu Jahr zahlreicher herbei. Die Strahlkraft des Festes, wie Laudatorin Sabine Lück bemerkte, ist so groß, dass es Besucher weit über die Grenzen Stormarns anlocke. Auch die Gastkünstler reisen aus ganz Deutschland und dem Ausland an, um smartes Design und schmuckvolle Unikate aus Stoff, Gold und Silber, Filz, Ton, Holz, Papier und anderen edlen Materialien zu präsentieren. Ob begehbare Metallinstallationen, Architekturpuzzles, getuftete Teppiche, seidene Leuchtobjekte, bunte Lesezeichentiere, kunstvolle Schiffsobjekte die Variationsbreite der ausgestellten Objekte erstaunt jedes Mal aufs Neue.

Süße Versuchung unterm Apfelbaum

Eine ganz wichtige Adresse während des viertägigen Festes ist aber nach wie vor der idyllische Garten von Familie Kollschegg, unter dessen meist zur Maienzeit schon blühenden Apfelbäumen der duftende Kuchen der Stormarner Landfrauen mit Genuss verzehrt wird. Dort lässt es sich vortrefflich klönen und die müden Füße entspannen.

Auch die Lübecker Nachrichten begleiteten die beliebte Veranstaltung über all die Jahre und verliehen Barnitz immer neue Attribute. Da war vom „Stormarner Worpswede“ zu lesen, vom „Künstlerdorf“ oder „Gesamtkunstwerk“. Ein begeisterter Berichterstatter schlug gar vor, das ganze Dorf zum Kreiskulturerbe zu erklären. Dazu hat es nicht ganz gereicht. Den Kulturpreis haben die Künstler aber sicher in der Tasche.

Harter Job für die Jury

38 Bewerbungen gab es in diesem Jahr für den Stormarner Kulturpreis. In mehreren Runden tastete sich die Jury zu den eigentlichen Gewinnern vor. Ihr gehörten Arvid Maltzahn vom Landesmusikrat, Kreiskulturreferent a.D Dr. Johannes Spallek, , Merle Lungfiel vom Landeskulturverband, Sabine Lück von der LAG Soziokultur und Dr. Katharina Schlüter von den Stiftungen der Sparkasse Holstein an.

In die engere Wahl gerieten letztlich zwei außergewöhnliche Projekte. Deshalb entschied die Jury, sowohl das Kunsthandfest Barnitz als auch die bereits mehrfach prämierten Bargteheider Stadtmusikanten mit dem Kulturpreis auszuzeichnen

Dorothea von Dahlen

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